Mehmet Şimşeks Vorstoß gegen „Börsenmanipulation“: Er hat Erdoğan überzeugt
Nachdem Finanzminister Mehmet Şimşek sich zu unrechtmäßigen Transaktionen über bestimmte Fonds geäußert hatte, wird nun über die Vorbereitung einer umfassenden Operation gegen Marktmanipulation an der Börse spekuliert. Es heißt, Şimşek habe Präsident Erdoğan vor den anstehenden Prüfungen der FATF zur „Grauen Liste“ von diesem Schritt überzeugt.
Finanzminister Mehmet Şimşek hat sich kürzlich zu den Manipulationsvorwürfen an der Börse und auf den Fondsmärkten geäußert. Şimşek erklärte, man wisse um die unrechtmäßigen Transaktionen über bestimmte Fonds und betonte: „Wir werden die Intensität unseres Kampfes gegen Manipulation erhöhen.“
Nach diesen Äußerungen behauptete der Journalist Murat Yetkin, dass Şimşek Präsident Recep Tayyip Erdoğan in dieser Angelegenheit überzeugt habe. Yetkin schrieb, dass eine umfassende Operation gegen unrechtmäßige Börsengeschäfte auf der Tagesordnung stehen könnte.
Budgetberatungen für TSPB-Treffen unterbrochen
Minister Şimşek hatte in seiner Rede bei der Sitzung der Türkischen Kapitalmarktvereinigung (TSPB) am 4. November auf spekulative Bewegungen an der Börse hingewiesen und erklärt:
„Wir wissen, dass über einige Fonds Manipulationen betrieben werden. Wir werden die regulatorischen Lücken in diesem Bereich schließen und den Kampf gegen diese Praktiken über die bloße Bekämpfung der Schattenwirtschaft hinaus ausweiten.“
Wie Yetkin berichtet, unterbrach Şimşek die Budgetberatungen für 2026, um eigens an diesem Treffen in Istanbul teilzunehmen. Die Botschaft, die er dort vermittelte, wurde als „der Spielraum an der Börse wird enger“ interpretiert.
„Blitz“-Ankündigung der SPK
Unmittelbar nach Şimşeks Äußerungen gab es eine bemerkenswerte Ankündigung des Vorsitzenden der Kapitalmarktbehörde (SPK), İbrahim Ömer Gönül.
Gönül kündigte harte Sanktionen gegen Portfolioverwaltungsgesellschaften an, die Manipulationen betreiben, und erklärte: „Wir haben Maßnahmen vorbereitet, die neben Geldstrafen bis hin zum Entzug der Lizenz reichen können.“
Staatsanwaltschaften und TMSF-Ermittlungen weiten sich aus
Aufgrund bestimmter Transaktionen an der Börse in den letzten Monaten wurden im Zusammenhang mit der Hat Holding, Investco Holding, Can Holding und Ciner Holding, die vom Einlagensicherungsfonds (TMSF) beschlagnahmt wurden, Vorwürfe wegen „Aktienspekulation“ und „Geldwäsche“ laut.
In Finanzkreisen wird eingeschätzt, dass einige Hedgefonds zu Zentren der Manipulation geworden sind und Kleinanleger geschädigt wurden.
Marktquellen zufolge blähen einige Hedgefonds gezielt die Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung auf, um Investoren anzulocken, und erzielen anschließend durch Verkäufe zu Höchstpreisen große Gewinne. Dies hat dazu geführt, dass trotz des schnellen Wachstums einiger Fonds im letzten Jahr kein nennenswerter Anstieg des Gesamtwerts der Börse Istanbul zu verzeichnen war.
Neuer Schritt aus Sorge vor der „Grauen Liste“
In Yetkins Bericht heißt es, dass hinter den Vorbereitungen zur Operation die Sorge um das „internationale Vertrauen“ stehe. Demnach gehört es zu Şimşeks vorrangigen Zielen, das Risiko zu verhindern, dass die Türkei erneut auf die „Graue Liste“ der FATF gesetzt wird, von der sie einst gestrichen wurde.
Nach Einschätzungen des ehemaligen stellvertretenden MASAK-Vorsitzenden Ramazan Başak wurde die Türkei 2021 aufgrund von Aufsichtsmängeln der SPK auf die Graue Liste der FATF gesetzt. Başak wies darauf hin, dass die FATF vom 24. bis 28. November eine Prüfung in der Türkei durchführen werde und dieser Prozess von entscheidender Bedeutung sei.
Wie Yetkin berichtet, ist Şimşek der Ansicht, dass ein Untätigbleiben der Türkei bei Börsenmanipulationen „teuer zu stehen kommen könnte, einschließlich einer erneuten Aufnahme in die Graue Liste“.
Behauptung: „Er hat Erdoğan überzeugt“
In dem Artikel wird zudem behauptet, dass Minister Şimşek Präsident Erdoğan in dieser Angelegenheit überzeugt habe. Quellen zufolge könnten die geplanten Operationen nicht nur auf die SPK und die Börse Istanbul beschränkt bleiben; auch die Staatsanwaltschaften und die zuständigen öffentlichen Institutionen könnten in den Prozess einbezogen werden.
Nachrichtenquelle: 12punto
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