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Nach den Bürgern hungern nun auch die Meeresbewohner

Die Meeressäuger-Forschungsgesellschaft (DMAD) hat besorgniserregende Daten zur Delfin- und Walpopulation in türkischen Gewässern veröffentlicht. Die Gründerin Dr. Aylin Akkaya erklärte, dass die Artenvielfalt im östlichen Mittelmeer zwar reichhaltig sei, wissenschaftliche Studien jedoch nicht ausreichten.

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Nach den Bürgern hungern nun auch die Meeresbewohner

Die Meeressäuger-Forschungsgesellschaft (DMAD) hat auf Basis wissenschaftlicher Forschungsergebnisse auf Daten zu Delfinen und Walen in türkischen Gewässern aufmerksam gemacht.

Die Gründerin Dr. Aylin Akkaya betonte, dass die Türkei zwar eine bedeutende Küstenlänge im Mittelmeer aufweise, die Anzahl der wissenschaftlichen Studien jedoch sehr gering sei. Dr. Akkaya erklärte, dass das Ökosystem und die Artenvielfalt in den Meeren, in denen Wale und Delfine gesichtet werden, reichhaltig seien: „Mit unseren Arbeiten konnten wir den Reichtum der Artenvielfalt gewissermaßen belegen. Das östliche Mittelmeer ist für Delfine und Wale genauso reichhaltig wie andere Regionen des Mittelmeers. Diese Arten fungieren als Leitarten und zeigen, dass die Regionen, in denen sie vorkommen, geschützt werden müssen.“

'OBWOHL ES EINE EIGENTLICH KRÄFTIGE ART IST, SIND SIE ETWAS ABGEMAGERT'

Dr. Akkaya wies darauf hin, dass der Große Tümmler die am häufigsten vorkommende Meeressäugerart in der Türkei sei, insbesondere im Bosporus: „Dies sind etwas kräftige und mutige Tiere. Da sie küstennah vorkommen, sind sie in allen türkischen Gewässern präsent, vom Bosporus über das Schwarze Meer bis hin zur Region Hatay im östlichen Mittelmeer.“

Akkaya sprach auch besorgniserregende Zustände bei den Walen an: „Während wir früher 10 Individuen beobachteten, sehen wir heute im Allgemeinen nur noch 2-3. Wenn wir uns ihren Körperbau ansehen, stellen wir fest, dass sie etwas abgemagert sind, obwohl es sich eigentlich um eine kräftige Art handelt. Ihre Rippen treten deutlicher hervor, und die Stelle, an der sie atmen, ist etwas eingefallen. Diese Belastungen können wir insbesondere im Bosporus beobachten. Obwohl es sich um eine lokale Art in unserem Land handelt, ist ihr Populationszustand leider derzeit nicht sehr erfreulich.“

'SEIT 2019 KÖNNEN WIR DIESE ART NICHT MEHR BEOBACHTEN'

Dr. Akkaya erklärte, dass die Ursache für das Abmagern der Großen Tümmler und das Sichtbarwerden ihrer Rippen Hunger sei, der Grund dafür jedoch noch unbekannt sei. Sie äußerte, dass die Delfine aufgrund von Bedrohungen wie unzureichenden Fischbeständen im Bosporus oder Unterwasserlärm unter Stress stehen könnten.

Über den Streifendelfin sagte Dr. Akkaya, es handele sich um eine schönere und farbenfrohere Art: „Er ist kleiner als der Große Tümmler. Wir beobachten diese Art sowohl an unseren Küsten als auch in offenen Gewässern. Aber der Streifendelfin ist nicht nur in unseren Gewässern, sondern im gesamten Mittelmeer gefährdet, da seine Bestände stark zurückgehen. Im östlichen Mittelmeer können wir diese Art seit 2019 nicht mehr beobachten.“

Dr. Akkaya erläuterte, dass sich Pottwale in tiefen Gewässern aufhalten: „Wir haben nachgewiesen, dass in der Region 30 Individuen in der Türkei und während der Sommermonate intensiv beobachtet werden. Unsere Gewässer sind für diese Art von großer Bedeutung. Es ist eine Art, die im gesamten Mittelmeer als gefährdet gilt. Man geht von etwa 350 Individuen aus.“

'DIE BEOBACHTUNGEN IN DER REGION NEHMEN VON TAG ZU TAG AB'

Bezüglich der Schnabelwale wies Akkaya darauf hin, dass sie trotz des dichten Schiffsverkehrs im Golf von Antalya in den Küstengewässern der Region beobachtet werden: „Früher haben wir diese Arten häufig gesehen. Schnabelwale sind zudem sehr scheu und gehören zu den Arten, die am tiefsten tauchen. Es gibt Aufzeichnungen aus 3.000 Metern Tiefe. Während diese Art früher vor dem Mittelmeer und dem Golf von Lara beobachtet werden konnte, sehen wir sie heute leider nicht mehr. Eine der größten Bedrohungen für Schnabelwale und Pottwale ist der Unterwasserlärm. Aus diesem Grund nehmen die Beobachtungen in der Region von Tag zu Tag ab.“

Dr. Aylin Akkaya erklärte, dass das Vorkommen von Delfinen in türkischen Gewässern zwar bekannt sei, Wale jedoch in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen würden. Als Hauptbedrohungen nannte sie Lebensraumverlust, Schiffsverkehr, Unterwasserlärm und Meeresverschmutzung.



Nachrichtenquelle: 12punto

Meeressäuger-Forschungsgesellschaft Meer Meeresbewohner