Nach Hüseyin Çelik: Weiterer kritischer Ton aus der AKP – Ruf nach Gerechtigkeit
Ertuğrul Yalçınbayır, einer der AKP-Gründer, ehemaliger stellvertretender Ministerpräsident und Jurist, kritisierte das Justizsystem des Landes scharf. Yalçınbayır erklärte: „Wo es keine Gerechtigkeit gibt, gibt es weder Freiheit noch eine gute Regierungsführung“, und merkte an, dass auch die drei Führungspersönlichkeiten, unter denen er in der Vergangenheit gedient habe, keine Gerechtigkeit hätten gewährleisten können.
Insgesamt 19 Personen, darunter Politiker, Autoren und Juristen – allen voran der AKP-Gründer Hüseyin Çelik –, haben eine gemeinsame Erklärung gegen die jüngsten Rechtspraktiken veröffentlicht und die Regierung, Justizangehörige sowie Entscheidungsträger dazu aufgerufen, für „Gerechtigkeit“ zu sorgen.
Einer der bedeutenden Namen, die diesen Aufruf unterzeichnet haben, ist Ertuğrul Yalçınbayır, AKP-Gründer, ehemaliger Abgeordneter aus Bursa und Vorsitzender der Verfassungskommission.
„OHNE GERECHTIGKEIT KEINE FREIHEIT“
Der Jurist Yalçınbayır, der in der AKP-Regierung zeitweise das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten innehatte und zu den ersten gehörte, die sich von der Partei distanzierten, äußerte sich gegenüber Saygı Öztürk von der Zeitung Sözcü zur Justizkrise in der Türkei: „Die Ungerechtigkeit im Land ist grenzenlos. Wenn es keine Gerechtigkeit gibt, gibt es im Land weder Freiheit noch eine gute Regierungsführung.“
Yalçınbayır erinnerte daran, dass er viele Jahre lang als Anwalt für Menschenrechte tätig war, und gab an, eine aktive Rolle in etwa 100 Klagen gespielt zu haben, die von der Anwaltskammer Bursa eingereicht wurden. Er drückte jedoch seine große Enttäuschung über die Ergebnisse aus und sagte: „In fast allen diesen Fällen wurden Urteile gefällt, aber 99 Prozent davon wurden nicht umgesetzt.“
„MEIN GRUND, IN DIE POLITIK ZU GEHEN, IST DER KAMPF GEGEN RECHTSWIDRIGKEIT“
Yalçınbayır betonte, dass der Wunsch, gegen Rechtswidrigkeit zu kämpfen, der Grund für seine Entscheidung war, in die Politik zu gehen. Er erklärte, er habe die Gelegenheit gehabt, mit bedeutenden Figuren der türkischen Politik zusammenzuarbeiten, und bewertete diese Zeit mit den Worten: „Ich habe mit Necmettin Erbakan, Mesut Yılmaz und Recep Tayyip Erdoğan gearbeitet. Aber mit keinem von ihnen konnten wir aufrichtig Gerechtigkeit walten lassen.“
Trotz seiner früheren Ämter und seiner politischen Erfahrung sagte Yalçınbayır, er habe sich nie dafür entschieden zu schweigen, und bekräftigte seine Kritik am aktuellen Rechtssystem und der Regierung mit den Worten: „Ich habe mich nie davor gescheut, meine Meinung zu sagen.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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