Neue Ära für den grünen Pass: Der Geltungsbereich wird erweitert
Ein Gesetzesentwurf, der die Ausstellung von grünen Pässen für Ingenieure und Architekten vorsieht, wurde auf die Tagesordnung des Parlaments gesetzt. Die Regelung zielt darauf ab, die technische Leistungsfähigkeit der Türkei bei internationalen Projekten durch den Abbau von Visahürden zu stärken.
Es wurde ein neuer Schritt unternommen, um den Geltungsbereich des sogenannten „grünen Passes“ (hususi damgalı pasaport), der visafreies Reisen ermöglicht, zu erweitern. Mit dem ausgearbeiteten Gesetzesentwurf sollen zwei weitere Berufsgruppen von diesem Recht profitieren.
WEG ZUM GRÜNEN PASS FÜR INGENIEURE UND ARCHITEKTEN
Der der Großen Nationalversammlung der Türkei vorgelegte Entwurf sieht vor, dass Ingenieure und Architekten, die bei Kammern registriert sind, die dem Verband der Ingenieur- und Architektenkammern der Türkei (TMMOB) angehören, und über eine mindestens zehnjährige Berufserfahrung verfügen, einen grünen Pass erhalten können. Die Regelung zielt darauf ab, eine dauerhafte Lösung für die seit langem bestehenden Visaprobleme zu finden.
FÜHRUNGSZEUGNIS ALS KRITERIUM
Der Entwurf enthält auch bestimmte rechtliche Kriterien für den Erhalt des grünen Passes. Demnach können Ingenieure und Architekten, gegen die keine Ermittlungs- oder Strafverfahren wegen Straftaten im Rahmen der entsprechenden Abschnitte des türkischen Strafgesetzbuches oder des Anti-Terror-Gesetzes laufen, von diesem Recht Gebrauch machen.
VISAPROZESSE ERSCHWEREN BERUFLICHE MOBILITÄT
In der Begründung des Entwurfs wurde die negative Auswirkung von Visapraktiken auf berufliche Aktivitäten hervorgehoben. In der Begründung heißt es:
„Die heutige globalisierte Weltwirtschaft und die sich schnell entwickelnde Technologie haben es zwingend erforderlich gemacht, Ingenieur- und Architekturdienstleistungen über Grenzen hinweg zu erbringen. Türkische Ingenieure und Architekten nehmen an internationalen Projekten teil, tragen das technische Know-how unseres Landes in die Welt und sorgen für Deviseneinnahmen. Das größte Hindernis für die Teilnahme türkischer Ingenieure und Architekten an Messen im Ausland, technischen Exkursionen und Projektpartnerschaften sind jedoch die „Visum“-Verfahren.“
Im Entwurf wurde zum Ausdruck gebracht, dass die Regelung nicht nur Reiseerleichterungen bieten, sondern auch dazu beitragen werde, qualifizierte Arbeitskräfte im Land zu halten. In der Begründung wurden folgende Einschätzungen vorgenommen:
„Dass Mitglieder, die bei Kammern registriert sind, die dem TMMOB als Berufsverband mit öffentlichem Charakter angehören und eine gewisse Dienstzeit in ihrem Beruf erreicht haben, einen grünen Pass erhalten können, wird die berufliche Mobilität erhöhen, zu den Exportzielen beitragen und unsere Hand im internationalen Wettbewerb stärken. In einer Zeit, in der qualifizierte Arbeitskräfte dazu neigen, ins Ausland abzuwandern, wird dieses Recht für Ingenieure und Architekten ein Zeichen des Vertrauens des Staates in seine eigenen technischen Fachkräfte sein. Diese Regelung wird verhindern, dass sich freiberuflich tätige oder in der Privatwirtschaft arbeitende Ingenieure als „Bürger zweiter Klasse“ fühlen, und wird ein symbolischer, aber starker Schritt im Kampf gegen die Abwanderung von Fachkräften sein, indem das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt wird. Die Ausweitung der Anwendung des grünen Passes auf Ingenieure und Architekten, die dem TMMOB angehören, wird die internationale Vertretung und die technische Zusammenarbeit stärken. Sie wird die schnellere und effektivere Ausführung öffentlicher Aufgaben ermöglichen und die Sichtbarkeit der Türkei im wissenschaftlichen und technischen Bereich erhöhen. Mit dieser Regelung soll die Benachteiligung von Berufstätigen bei Visumfragen beseitigt werden.“
ENTWURF IM KOMMISSIONSPROZESS
Der Gesetzesentwurf, der vom CHP-Abgeordneten für Adana, Ayhan Barut, beim Präsidium der Großen Nationalversammlung der Türkei eingereicht wurde, wurde zur Prüfung an die zuständige Kommission weitergeleitet.
Nachrichtenquelle: 12punto
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