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Neue Ära in der Stadtverwaltung Bolu: Wir verlangen mehr von den Reichen und weniger von den Armen

Die zweite Sitzung des Stadtrats von Bolu im April fand heute statt. Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters von Bolu, Tanju Özcan, wurden die Themen beraten, die gemeinsam an den Planungs- und Haushaltsausschuss sowie den Ausschuss für verschiedene Angelegenheiten überwiesen worden waren.

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Neue Ära in der Stadtverwaltung Bolu: Wir verlangen mehr von den Reichen und weniger von den Armen

In der zweiten Sitzung des Stadtrats von Bolu im April wurde einstimmig beschlossen, dass die Wassergebühren künftig so erhoben werden, dass Reiche mehr und Arme weniger zahlen.

Der Bürgermeister von Bolu, Tanju Özcan, erklärte: „Wir verlangen mehr von den Reichen und weniger von den Armen. Aber insgesamt nehmen wir wieder den gleichen Betrag ein.“

Der Tätigkeitsbericht der Stadtverwaltung Bolu für das Jahr 2024 wurde in der vorliegenden Form unverändert angenommen.

Unter Punkt (b) der Tagesordnung wurde eine historische Entscheidung bezüglich der Wassergebühren getroffen. Dem Beschluss zufolge werden Besitzer von Luxusimmobilien künftig höhere Wassergebühren zahlen, während einkommensschwache Bürger von einem Tarif mit 50 Prozent Rabatt profitieren werden.

In dem vom CHP-Stadtratsmitglied Ali Sarıyıldız verlesenen Vorschlag hieß es:

„Es wurde beschlossen, ab dem 01.05.2025 als 9. Artikel die folgende Bestimmung auf Seite 52 des Gebührentarifs für das Jahr 2025 hinzuzufügen: ‚Die Wassergebühren für Wohngebäude (exklusive Mehrwertsteuer) werden gemäß der im Amtsblatt vom 15.12.1982 mit der Nummer 17899 veröffentlichten Tabelle zur Bestimmung der Bauklassen wie folgt festgesetzt: 1. Gruppe: Luxusbau – 50 Prozent Aufschlag auf den bestehenden Tarif, 2. Gruppe: Bauklasse 1 – 15 Prozent Aufschlag auf den bestehenden Tarif, 3. Gruppe: Bauklasse 2 – bestehender Tarif, 4. Gruppe: Bauklasse 3 und einfache Bauweise – 50 Prozent Rabatt auf den bestehenden Tarif.‘“

Der Bürgermeister von Bolu, Tanju Özcan, sagte in seiner Rede zu diesem Tagesordnungspunkt:

„Freunde, ich habe zu diesem Thema einen Aufruf in den sozialen Medien gestartet und gefragt: ‚Wie wird das wohl bewertet?‘ Ich habe festgestellt, dass dieser Aufruf auf große Resonanz gestoßen ist. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch erfahren, dass es andere Praktiken gibt. In skandinavischen Ländern beispielsweise werden sogar Strafzettel je nach Einkommen ausgestellt. Es ist kein fester Betrag wie in der Türkei; ist das Einkommen hoch, ist die Strafe hoch, ist es niedrig, ist auch die Strafe niedrig. Zudem haben wir als Gesellschaft anscheinend Artikel 73 unserer Verfassung vergessen. Artikel 73 besagt unter der Überschrift ‚Steuerpflicht‘: Jeder ist verpflichtet, Steuern entsprechend seiner finanziellen Leistungsfähigkeit zu zahlen, um die öffentlichen Ausgaben zu decken. Eine gerechte und ausgewogene Verteilung der Steuerlast ist das soziale Ziel der Finanzpolitik. Unsere Verfassung sagt also: ‚Um öffentliche Ausgaben zu decken, darfst du nicht von jedem das Gleiche verlangen, sondern musst dich nach der finanziellen Leistungsfähigkeit richten.‘ Dies gilt nicht nur für Steuern, sondern auch für nicht steuerliche Gebühren, die unter die kommunalen Einnahmen fallen, wie etwa Wasser. Tatsächlich ist auch Artikel 97 des Gesetzes über kommunale Einnahmen Nr. 2464 in diesem Sinne geregelt. Dort heißt es ebenfalls: ‚Öffentliche Ausgaben werden nicht gleichmäßig, sondern nach finanzieller Leistungsfähigkeit gedeckt.‘ Außerdem bin ich bei meinen Recherchen auf ein Rundschreiben des Finanzministeriums gestoßen: Serie Nr. 31. In diesem Rundschreiben heißt es ausdrücklich: ‚Bei der Festlegung von Gebühren ist gemäß Artikel 73 der Verfassung zu verfahren.‘“

„WIR VERLANGEN MEHR VON DEN REICHEN UND WENIGER VON DEN ARMEN“

Bürgermeister Özcan erklärte, dass ihn aufgrund seiner vorherigen Ankündigungen zu diesem Thema Bürgermeister anderer Provinzen angerufen hätten: „Eigentlich hätten wir diese Praxis schon viel früher umsetzen müssen. Nach meinem Beitrag in den sozialen Medien haben mich einige Bürgermeister angerufen; auch sie fanden die Idee gut. Im Ausschuss haben auch die Mitglieder der Oppositionspartei Unterstützung signalisiert. Höchstwahrscheinlich werden sie nach uns ebenfalls auf dieses System umstellen. Zusammenfassend tun wir Folgendes: Wir verlangen mehr von den Reichen und weniger von den Armen. Aber insgesamt nehmen wir wieder den gleichen Betrag ein.“

Nach Özcans Rede wurde der Punkt im Stadtrat einstimmig in der Form angenommen, wie er aus dem Ausschuss kam.


Nachrichtenquelle: İHA

Bürgermeister von Bolu Tanju Özcan CHP Zahlung Tarif