Neue Aufnahmen im Streit um das Banner mit Koranvers an der Yeditepe-Universität aufgetaucht
Die Debatte, die durch das Entrollen eines Banners mit einem Vers aus dem Koran bei der Abschlussfeier der juristischen Fakultät der Yeditepe-Universität ausgelöst wurde, ist durch neue Aufnahmen wieder in den Fokus gerückt. Es ist zu sehen, dass der betreffende Student das Banner während der gesamten Zeremonie trug und es zu keinerlei physischen Eingriffen kam.
In den in den sozialen Medien geteilten Aufnahmen ist deutlich zu sehen, dass der Absolvent Mustafa Malo, der das Banner mit der Aufschrift „Sei standhaft, wie dir befohlen wurde“ trug, das Banner während der etwa sechsminütigen Zeremonie zu keinem Zeitpunkt aus der Hand legte. Auf den Bildern ist zu beobachten, dass es keine Behinderung oder physische Einmischung gegenüber dem Studenten gab.
Nach dem Vorfall behauptete Mustafa Malo jedoch, sein Banner sei absichtlich unsichtbar gemacht worden, und kritisierte die Universitätsleitung.
VERGLEICH MIT DER KABATAŞ-DEBATTE IN DER ÖFFENTLICHKEIT
Die Diskussionen erinnerten an den Kabataş-Vorfall, der im kollektiven Gedächtnis verankert ist. Die Behauptung, dass eine Frau mit Kopftuch während der Gezi-Park-Proteste in Istanbul-Kabataş von einer Gruppe angegriffen worden sei, wurde durch die Veröffentlichung von Überwachungskamerabildern widerlegt. In den Behauptungen, die damals häufig vom damaligen Premierminister Recep Tayyip Erdoğan aufgegriffen wurden, wurde behauptet, dass zahlreiche Personen die Frau angegriffen und beleidigt hätten. Später stellte sich jedoch durch die auf Kanal D ausgestrahlten Aufnahmen heraus, dass es zu keinem Angriff oder einer außergewöhnlichen Situation gekommen war.
Ähnlich verhält es sich bei der Zeremonie an der Yeditepe-Universität: Während anfangs in den sozialen Medien Behauptungen über eine „Behinderung“ kursierten, zeigen die neu veröffentlichten Aufnahmen, dass das Banner während der gesamten Zeremonie offen präsentiert wurde.
UNIVERSITÄT UND YÖK SCHALTEN SICH EIN
Die Leitung der Yeditepe-Universität erklärte nach dem Vorfall, dass es seitens der Institution keine Behinderung beim Entrollen des Banners mit dem Koranvers gegeben habe. In ersten Einschätzungen wurde geäußert, dass sich die entstandene Spannung nicht gegen den Vers, sondern gegen den Studenten richtete, der das Banner trug, und es wurde die Einleitung einer verwaltungsinternen Untersuchung angekündigt.
Auch der Hochschulrat (YÖK) hat sich in die Angelegenheit eingeschaltet. In einer Erklärung des YÖK hieß es: „Bezüglich der Vorfälle, die sich während der Abschlussfeier der juristischen Fakultät an der Yeditepe-Universität ereigneten und in der Öffentlichkeit diskutiert wurden, wurde vom Hochschulrat eine Untersuchung eingeleitet.“
Mit diesen Entwicklungen finden die unterschiedlichen Behauptungen und Aufnahmen zu dem umstrittenen Banner-Vorfall weiterhin ein breites Echo in den sozialen Medien.
Nachrichtenquelle: 12punto
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