Neue Entwicklung im Gutachten zum Furkan-Apartment, das bei den Erdbeben vom 6. Februar einstürzte!
Bei den Erdbeben mit Epizentrum in Kahramanmaraş war im Bezirk Nizip in Gaziantep lediglich das Furkan-Apartment eingestürzt. Es gibt eine neue Entwicklung im Sachverständigengutachten zu diesem Gebäude.
Bei den Erdbeben mit Epizentrum in Kahramanmaraş war im Bezirk Nizip in Gaziantep lediglich das Furkan-Apartment eingestürzt.
Die Generalstaatsanwaltschaft von Nizip hatte in der Anklageschrift für die inhaftierten Angeklagten Eyüp Öğüt, Faik Öğüt, Nejdet Alpay, Yılmaz Şahin Yurtyapan sowie die nicht inhaftierten Angeklagten Abdullah Devrim Sever und Hasan Hüseyin Sever wegen des Vorwurfs der "fahrlässigen Tötung und Körperverletzung" jeweils bis zu 15 Jahre Haft gefordert.
In der letzten Verhandlung hatte das Gericht zudem beschlossen, gegen die flüchtigen Angeklagten und Bauunternehmer des Gebäudes, Abdullah Devrim Sever und Hasan Hüseyin Sever, einen internationalen Haftbefehl (Red Notice) zu erlassen.
HAUPTSCHULDIGE FESTGESTELLT
Die Karadeniz Teknik Üniversitesi, bei der das Gericht zuletzt ein neues Sachverständigengutachten angefordert hatte, kam mit einem siebenköpfigen Expertenteam zu folgendem Schluss:
''Der Verfasser des statischen Projekts, der verantwortliche Bauunternehmer, der technische Leiter (TUS), der verantwortliche Bauleiter, der Baustellenleiter sowie die Person oder Personen, die für den ohne Projekt und Baugenehmigung hinzugefügten Dachgeschossausbau sowie für die Umbauten und Änderungen in den Erd- und Zwischengeschossen verantwortlich sind, und die für die Projektkontrolle in den entsprechenden Abteilungen der Gemeinde zuständigen Personen tragen die Hauptschuld.''
Im Bericht wurde zudem festgehalten, dass die Bauaufsicht der Gemeinde und andere zuständige Abteilungen eine Teilschuld tragen.
UNZUREICHENDE BEWEHRUNG DER STÜTZEN
Im Sachverständigengutachten wurde festgestellt, dass ''in der Projektphase des Furkan-Apartments kein Bodengutachten vorlag, der Inhalt des statischen Projekts unzureichend war, die Fundamentabmessungen nicht ausreichten, die zulässige Bodenpressung unzureichend war und die Bewehrung der Stützen nicht den Anforderungen entsprach''.
Der Bericht betonte zudem, dass während der Bauphase des Apartments eine Diskrepanz zwischen der Anzahl und den Abmessungen der tragenden Elemente im Aufmaß und im Projekt bestand und die Bewehrungsdetails unzureichend waren. Auch die Unterschiede zwischen Projekt und Ausführung bei der Fertigstellung des Gebäudes fielen auf.
"OHNE PROJEKT UND OHNE GENEHMIGUNG..."
Hier sind die Feststellungen aus dem Bericht:
''Unter Berücksichtigung aller im Rahmen der Akte an das Expertenteam übermittelten Berichte und Beweise wurde festgestellt, dass es beim Bau einiger tragender Elemente Abweichungen bei den Querschnitten und der Anordnung gemäß dem statischen Projekt gab und dass bei der Konstruktion der tragenden Elemente Mängel bei der Bewehrungsdetaillierung (Bügelabstände, Haken, Winkel usw.) vorlagen.
Unter Berücksichtigung aller in der Akte enthaltenen Berichte wurde festgestellt, dass nach Abschluss des Baus und Beginn der Nutzung ohne Projekt und ohne Genehmigung Anbauten in den Erd-, Zwischen- und Dachgeschossen vorgenommen wurden. Bei einer gemeinsamen Bewertung aller Berichte und Beweise kam man zu dem Schluss, dass die Stütze S11 nach Fertigstellung des Gebäudes entfernt wurde, die Stützen S4A und S5A im Untergeschoss nicht gebaut wurden und die Stützen S3A und S4A in deren Nähe versetzt errichtet wurden.''
"Dass eine Stütze entfernt wurde, ist offensichtlich"
Der Anwalt der Opfer, Mehmet Aykut Başderici, äußerte sich dazu wie folgt:
"Da unser Antrag auf gerichtliche Aufsicht in Form eines Ausreiseverbots für die Angeklagten, deren Schuldstatus von Anfang an unklar war, abgelehnt wurde, können die Angeklagten derzeit vom Gericht nicht vernommen werden. Da ohne die Aussage der Angeklagten kein Urteil gefällt werden kann, wird die Akte derjenigen mit Haftbefehl höchstwahrscheinlich abgetrennt und über die anderen, deren Aussage vorliegt, entschieden werden. Wir halten es jedoch nicht für angemessen, über die anderen Angeklagten zu entscheiden, ohne die Aussagen der flüchtigen Personen einzuholen."
Während aus den Gutachten der Karadeniz Teknik Üniversitesi klar hervorgeht, dass im Furkan-Apartment eine Stütze entfernt wurde, halten wir es für rechtswidrig, lediglich eine Bestrafung wegen fahrlässiger Tötung zu fordern, anstatt wegen Tötung mit bedingtem Vorsatz."
Die nächste Verhandlung findet am 26. April statt.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Warnung vor dem Risiko von Haarausfall bei GLP-1-Medikamenten
Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters, die die CHP gewonnen hatte, wird ab der dritten Runde wiederholt
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu