Neue Phase im Spielmanipulations-Verfahren: Staatsanwaltschaft bereitet Plädoyer im „Şike-Komplott“-Prozess vor
Der Prozess gegen 88 Angeklagte, denen vorgeworfen wird, im Rahmen der „Spielmanipulations“-Ermittlungen der FETÖ ein Komplott geschmiedet zu haben, wird nach einer verfahrensrechtlichen Aufhebung erneut verhandelt. Während der Anhörung wurden die Verteidigungsreden entgegengenommen und beschlossen, die Akte zur Erstellung des Plädoyers an den Staatsanwalt zu übergeben.
Die Neuverhandlung des Prozesses, in dem der Fetullahistischen Terrororganisation (FETÖ) vorgeworfen wird, bei den „Spielmanipulations“-Ermittlungen im Fußball ein Komplott geschmiedet zu haben, wird vor dem 23. Schwurgericht in Istanbul fortgesetzt. An der aufgrund einer verfahrensrechtlichen Aufhebung erneut verhandelten Sitzung nahmen die nicht inhaftierten Angeklagten sowie die Anwälte der Parteien teil. Einige Angeklagte, die wegen anderer Straftaten inhaftiert sind, wurden per Video- und Audiosystem (SEGBİS) zugeschaltet.
Bei der Anhörung waren auch der Sportverein Fenerbahçe, der als Nebenkläger auftritt, sowie der Anwalt des ehemaligen Präsidenten Aziz Yıldırım anwesend.
Der Angeklagte İlhan İşbilen erinnerte daran, dass er bereits zuvor freigesprochen worden war, und forderte einen erneuten Freispruch.
Ein weiterer Angeklagter, Seyfi Erdoğan, verteidigte sich mit der Aussage, dass er keinerlei Verbindung zu religiösen Gruppierungen oder der Spielmanipulations-Operation habe.
HAFTSTRAFEN ZWISCHEN 35 UND 85 JAHREN
Nach den Verteidigungsreden beschloss das Gericht, die Akte zur Vorbereitung des Plädoyers an den Staatsanwalt zu übergeben und vertagte die Sitzung auf einen späteren Zeitpunkt.
In der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft erstellten Anklageschrift wurden für Personen wie Fetullah Gülen, Ekrem Dumanlı, Hidayet Karaca und İlhan İşbilen Haftstrafen zwischen 35 und 85 Jahren gefordert, da sie im Rahmen der „Spielmanipulations“-Ermittlungen der FETÖ ein Komplott geschmiedet haben sollen.
In dem 2021 abgeschlossenen Verfahren waren Personen wie Hidayet Karaca und Nazmi Ardıç zu langen Haftstrafen verurteilt worden, während einige andere Angeklagte freigesprochen wurden.
Das Berufungsgericht hatte jedoch das Urteil der ersten Instanz aus verfahrensrechtlichen Gründen aufgehoben und eine Neuverhandlung des Falls angeordnet.
Nachrichtenquelle: 12punto
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