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Neue Überweisungskrise im Gesundheitswesen: 'Das Ministerium macht den Bürgern Versprechungen, die Ärzte müssen dafür geradestehen'

Die Einführung des "e-Überweisungs"-Systems, das die Überlastung des zentralen Arzttermin-Systems (MHRS) verringern soll, stößt bei Ärztegewerkschaften auf scharfe Kritik.

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Neue Überweisungskrise im Gesundheitswesen: 'Das Ministerium macht den Bürgern Versprechungen, die Ärzte müssen dafür geradestehen'

Die Einführung des "e-Überweisungs"-Systems durch das Gesundheitsministerium, das die Überlastung des zentralen Arzttermin-Systems (MHRS) verringern soll, stößt bei Ärztegewerkschaften auf scharfe Kritik. Dr. Ahmet Mehlepçi, Vorsitzender der Gewerkschaft Birlik ve Dayanışma, erklärte schriftlich, dass die neue Anwendung die Terminkrise nicht löse. Vielmehr werde sie die Warteschlangen aus dem digitalen Raum in die Krankenhausflure verlagern und Ärzte direkt zur Zielscheibe von Gewalt machen.

Das Versprechen des Gesundheitsministeriums, dass "auch ohne Termin eine Untersuchung beim Facharzt durch eine Überweisung des Hausarztes möglich sein wird", wurde von den in der Praxis tätigen Ärzten als "realitätsfremde PR-Maßnahme" bezeichnet. Die Gewerkschaft warnte davor, dass die bestehende Kapazität des Systems dieser Belastung nicht standhalten könne.

"DIE MHRS-WARTESCHLANGE WIRD IN DIE KRANKENHAUSFLURE VERLAGERT"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Birlik ve Dayanışma, Dr. Ahmet Mehlepçi, betonte, dass dieser Schritt ohne eine Erhöhung des Facharztpersonals, die Eröffnung neuer Polikliniken und die Verlängerung der Untersuchungszeiten lediglich Augenwischerei sei. Mehlepçi äußerte seine Kritik mit folgenden Worten:

"Es ist keine Lösung, Patienten ohne Termin in eine Poliklinik zu schicken, in der es ohnehin keine Termine gibt; das bedeutet lediglich, die Warteschlange vom MHRS-Bildschirm in die Krankenhausflure zu verlagern. Die tägliche Untersuchungskapazität eines Facharztes ist begrenzt. Das Ministerium macht den Bürgern Versprechungen und lässt den Hausarzt im Behandlungszimmer mit der Verantwortung für diese Versprechen allein."

"EINE ÜBERWEISUNG KANN NICHT AUF WILLKÜRLICHEN WUNSCH DES BÜRGERS ERFOLGEN"

Dr. Mehlepçi betonte, dass die Anwendung nicht mit der medizinischen Wissenschaft und den klinischen Realitäten vereinbar sei, und erinnerte an die Funktionsweise des Überweisungsmechanismus:

Eine Überweisung ist kein Antrag oder Vorgang, der automatisch erfolgt, nur weil ein Bürger an die Tür klopft und darum bittet. Welcher Patient an welche Fachrichtung überwiesen wird, entscheiden ausschließlich die medizinische Wissenschaft, die klinische Notwendigkeit und die fachliche Beurteilung des Arztes.

Die Bürger werden in die Hausarztpraxen kommen und sagen: "Das Ministerium hat gesagt, ich werde untersucht, überweisen Sie mich an einen Facharzt." Wenn der Arzt die Überweisung medizinisch nicht für notwendig hält, wird er mit dem Bürger konfrontiert; dies wird die Fälle von Gewalt im Gesundheitswesen sowohl in den Hausarztzentren als auch in den Krankenhäusern verschärfen.

"100 MILLIONEN NOTFALLAUFNAHMEN PRO JAHR SIND KEIN ERFOLG, SONDERN EIN BANKROTT"

Die Gewerkschaftsführung betonte, dass sich das Gesundheitsmanagement auf strukturelle Probleme konzentrieren müsse, und wies auf die Abwanderung von Ärzten aus dem öffentlichen Dienst, die durch das Leistungssystem verursachten Schäden und die unzureichenden Untersuchungszeiten hin.

Mehlepçi ging auch auf die Überlastung der Notaufnahmen in der Türkei ein und fasste das bittere Bild wie folgt zusammen:

"Es ist tragikomisch, die über 100 Millionen Notaufnahmebesuche pro Jahr als Erfolg darzustellen. Ein System, in dem Patienten mit einer Erkältung und Patienten mit einer Hirnblutung vor derselben Notaufnahme Schlange stehen, ist kein Erfolg, sondern ein Bankrott. Das ist kein Gesundheitsmanagement, sondern PR-Arbeit. Gesundheit wird durch gemeinsamen Verstand verwaltet. Wir sagen es offen: Sie können den Bürgern keine Versprechungen machen, die Sie nicht halten können, und die Rechnung dafür den Ärzten und dem Gesundheitspersonal präsentieren."


Nachrichtenquelle: 12punto