Numan Kurtulmuş äußert sich zu vorgezogenen Neuwahlen
Der türkische Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş hat auf die Forderung des CHP-Vorsitzenden Özgür Özel nach vorgezogenen Neuwahlen reagiert. Kurtulmuş kritisierte Aufrufe zu Straßenprotesten und erklärte: „Ich halte Aufrufe zur Straße für falsch. Der Ort, an dem gerichtliche Entscheidungen korrigiert werden, sind wiederum gerichtliche Entscheidungen. In einer Demokratie ist die Straße nicht der Weg zur Lösung.“
Der Präsident der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM), Numan Kurtulmuş, kam bei einem Frühstück mit Journalisten zusammen und äußerte sich zu aktuellen Themen. Kurtulmuş, der seine Ansichten zu vielen Themen von der Innenpolitik bis zur Außenpolitik teilte, wies insbesondere auf die Diskussionen über vorgezogene Neuwahlen, die Arbeiten an einer neuen Verfassung und regionale Entwicklungen hin.
"ES GIBT KEINE BEDINGUNGEN FÜR NEUWAHLEN"
Während des Frühstücks reagierte Kurtulmuş auf die Forderung des Vorsitzenden der Republikanischen Volkspartei (CHP), Özgür Özel, nach vorgezogenen Neuwahlen und erklärte: "Es gibt keine Bedingungen für vorgezogene Neuwahlen", womit er betonte, dass diese Diskussionen derzeit nicht auf der Tagesordnung stünden.
BETONUNG DER GEMEINSAMEN ARBEIT AN EINER NEUEN VERFASSUNG
Kurtulmuş ging auch auf die Notwendigkeit einer neuen Verfassung ein und erklärte, dass es in der Gesellschaft eine allgemeine Erwartung diesbezüglich gebe. Der Parlamentspräsident betonte, dass die Parteien ihre Ansichten im Verfassungsprozess offen darlegen sollten, und bezeichnete Diskussionen über die ersten vier Artikel der Verfassung als unnötige Zeitverschwendung.
Laut einem Bericht von Ekol TV wies Kurtulmuş im Rahmen der Arbeiten an einer neuen Verfassung auf vier Grundthemen hin:
- Befugnisse und Kontrollmechanismen,
- Unabhängigkeit der Justiz und richterliche Garantien,
- Befugnisse und Verantwortlichkeiten des Parlaments,
- Schutz von Rechten und Freiheiten.
Kurtulmuş ging auch auf globale Entwicklungen ein und erklärte, dass die aktuelle Situation im Nahen Osten als zweite Phase des Sykes-Picot-Abkommens bewertet werden könne. Kurtulmuş erklärte, dass dieser Prozess die Türkei direkt ins Visier nehme und man gegenüber neo-imperialen Politiken wachsam sein müsse.
Kurtulmuş sagte, dass Szenarien, die die regionale Sicherheit der Türkei bedrohen, in Kraft seien, und betonte in diesem Zusammenhang, dass nationale Einheit und politischer Zusammenhalt von großer Bedeutung seien.
"DER ERSTE LÖSUNGSPROZESS HAT DER TÜRKEI VORTEILE GEBRACHT"
In seinen Bewertungen zur Innenpolitik ging Kurtulmuş auch auf den früheren Lösungsprozess ein und sagte, dass der erste Lösungsprozess der Türkei wichtige Vorteile geboten habe. Er wies jedoch darauf hin, dass es damals Elemente gegeben habe, die den Prozess sabotierten, und dass insbesondere die FETÖ den Prozess torpediert habe. Kurtulmuş erklärte, dass die heutige Konjunktur für die Türkei günstiger sei und deutete an, dass neue Ansätze auf die Tagesordnung kommen könnten.
DIE WAHL DER USA UND DIE STRATEGISCHE BEDEUTUNG DER TÜRKEI
Kurtulmuş erklärte, dass die zukünftigen politischen Entscheidungen der USA ebenfalls einen wichtigen Platz auf der Tagesordnung einnähmen, und sagte, dass sich die Regierung in Washington in einer kritischen Entscheidungsphase befinde. "Amerika wird heute eine Entscheidung treffen. Wird es 40-50 Militante bevorzugen oder eine 85 Millionen Einwohner zählende Türkei?", fragte er und wies auf die strategische Bedeutung der Türkei auf globaler Ebene hin.
DIE BRANDKATASTROPHE IN BOLU: "DAS MUSS EINE GROSSE LEKTION SEIN"
Kurtulmuş sprach auch über den Hotelbrand in Bolu Kartalkaya und sagte: "Ich glaube nicht, dass es bei dem Hotelbrand ein Defizit aufgrund der Gesetzgebung oder der Gesetze gab. Unser grundlegendes Problem in der Türkei ist die Nichteinhaltung der bestehenden Vorschriften." Der Parlamentspräsident erinnerte daran, dass bei dem Brand 78 Bürger ihr Leben verloren hatten, und sagte: "Ich hoffe, das wird eine große Lektion sein. Wenn das keine Lektion sein wird, was wird dann eine Lektion sein?"
"DIE STRASSE IST NICHT DER WEG ZUR LÖSUNG"
Kurtulmuş kritisierte auch die Aufrufe zu Straßenprotesten. "Ich halte Aufrufe zur Straße für falsch. Der Ort, an dem gerichtliche Entscheidungen korrigiert werden, sind wiederum gerichtliche Entscheidungen. In einer Demokratie ist die Straße nicht der Weg zur Lösung", sagte er und betonte die Rechtsstaatlichkeit.
Nachrichtenquelle: 12punto
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