Özgür Özel äußert sich zur Tragödie mit 12 gefallenen Soldaten: 'Ich kann es nicht fassen, nach der Beisetzung...'
CHP-Chef Özgür Özel erklärte zur Methangas-Tragödie, bei der 12 Soldaten ums Leben kamen: „Ich kann es weder fassen noch akzeptieren, dass mit einer derartigen Verantwortungslosigkeit und mangelnden Vorsicht gehandelt wurde. Sobald die Beisetzungen abgeschlossen sind, werden unsere Kollegen sich dafür einsetzen, dass das Thema auch im Parlament untersucht wird.“
Der Vorsitzende der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP), Özgür Özel, nahm am ersten Verhandlungstag des Prozesses zur Brandkatastrophe von Kartalkaya teil, bei der 78 Menschen ihr Leben verloren.
In einer Stellungnahme gegenüber Pressevertretern zum Prozess sagte Özel: „Wir alle haben einen Prozess verfolgt, der uns tief erschüttert hat und über den ganz Türkiye schon lange spricht. Wir haben gesehen, wie ein Gutachten, das infolge einer Sachverständigenbeauftragung in den ersten Tagen erstellt wurde, aus politischen Gründen nicht akzeptiert und zurückgewiesen wurde. Zuerst wurde das Gutachten als ‚piraterisch‘ bezeichnet, und dann stellte sich heraus, dass die Bezeichnung des Gutachtens als ‚piraterisch‘ selbst eine piraterische Aktivität war.“
Özel äußerte sich zudem zu den Ermittlungen gegen seine Person sowie zum Tod von 12 der 19 Soldaten, die bei einer Suchaktion in einer Höhle im Norden des Irak Methangas ausgesetzt waren und dabei ums Leben kamen.
„Ich kann es weder fassen noch akzeptieren, dass mit einer derartigen Verantwortungslosigkeit und mangelnden Vorsicht gehandelt wurde“, so Özel. „Sobald die Beisetzungen abgeschlossen sind, werden unsere Kollegen sich dafür einsetzen, dass das Thema auch im Parlament untersucht wird. Man muss jedoch auch sehen, dass hier eine große Fahrlässigkeit und eine enorme Verantwortungslosigkeit vorliegen. Unser Herz brennt erneut, und wir können das nicht hinnehmen.“
Zu den Ermittlungen gegen seine Person merkte Özel zudem Folgendes an:
„Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass ich die Ermittlungen aus Sicht unseres Justizsystems für positiv halte. Die Ermittlungen wurden gestern Abend von der Generalstaatsanwaltschaft Ankara eingeleitet. Ich begrüße den Schritt der Generalstaatsanwaltschaft Ankara, die sich als Generalstaatsanwaltschaft der Türkei versteht und – ohne Zweifel – heute die Generalstaatsanwaltschaft Ankara geschützt hat, indem sie den Kompetenzbereich der Staatsanwaltschaft Istanbul gewahrt hat, die ihre Befugnisse überschritten hätte. Dass die Generalstaatsanwaltschaft Ankara, wenn auch überstürzt, am Sonntagabend gehandelt hat, um ihren eigenen Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich zu schützen, rechne ich ihr hoch an.
Wenn Ermittlungen eingeleitet werden sollen, dann war der richtige Ort dafür die Generalstaatsanwaltschaft Ankara. In dieser Hinsicht ist es eine gute Sache. Dass sie gegen mich ermitteln und eine Anklageschrift verfassen, ist eine andere Angelegenheit. Aber ich gratuliere dem Generalstaatsanwalt von Ankara dazu, dass er dem Generalstaatsanwalt von Istanbul keine Gelegenheit gegeben hat, die Befugnisse der Generalstaatsanwälte von Antalya im Fall Ümit Özdağ, von Ankara und auch von Kayseri zu missachten, ihnen ihre Arbeit beibringen zu wollen und sie quasi mit Füßen zu treten, während er sich selbst als ‚Ich bin privilegiert. Ich wurde vom Herrn beauftragt. Ich kenne keine Grenzen. Ich kümmere mich um diese Seite Istanbuls, ich kümmere mich um jene Seite. Ich kümmere mich auch um Anatolien. Ich kümmere mich um alles‘ aufspielt. Er hat das Richtige getan.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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