Prozess zum Ebrar-Komplex Selam-Apartment fortgesetzt
Der Prozess gegen vier Angeklagte wegen des Einsturzes des Selam-Apartments im Ebrar-Komplex bei den Erdbeben vom 6. Februar 2023, bei dem 83 Menschen starben und 16 verletzt wurden, wurde fortgesetzt.
Bei der Verhandlung vor dem 2. Schwurgericht waren der nicht inhaftierte Angeklagte Ahmet Özdemir sowie die Kläger und die Anwälte der Parteien anwesend.
Der inhaftierte Angeklagte Sıtkı Okumuş sowie Ercan Gök, der aufgrund eines anderen Verfahrens inhaftiert ist, nahmen per Video- und Audiosystem (SEGBİS) aus ihren jeweiligen Haftanstalten an der Verhandlung teil.
Nach der Identitätsfeststellung der Kläger wies Ercan Gök die gegen ihn erhobenen Vorwürfe in seiner Verteidigung zurück.
Gök behauptete, das Gebäude sei eingestürzt, weil das Erdbeben vom 6. Februar 2023 extrem heftig gewesen sei.
Er erklärte, das von der Technischen Universität Karadeniz erstellte Gutachten nicht anzuerkennen, und argumentierte, er habe Fotos des eingestürzten Gebäudes untersucht und das Apartment sei zur Seite gekippt.
Gök behauptete, das Gebäude sei aufgrund von Bodenverflüssigung zur Seite gekippt, und beantragte aus gesundheitlichen Gründen seinen Freispruch.
"ES KONNTE DEM ERDBEBEN KEINE 4 SEKUNDEN STANDHALTEN"
Der inhaftierte Angeklagte Sıtkı Okumuş erklärte ebenfalls, er habe für viele Bauprojekte in der Stadt die Entwürfe erstellt und gezeichnet, und viele dieser Projekte hätten nach dem Erdbeben keinen Schaden genommen.
Okumuş behauptete, sie würden für eine fehlerhafte Bodenuntersuchung bestraft und es sei unmöglich, dass Gebäude, die auf weichem Boden errichtet wurden, dem Erdbeben standhalten könnten.
Okumuş wies darauf hin, dass in der Gegend, in der sich das Selam-Apartment befand, viele Gebäude eingestürzt seien, und forderte seinen Freispruch mit der Behauptung, eine Firma habe nach dem Erdbeben in dem Gebiet Bodenuntersuchungen durchgeführt und 30 Wasserbrunnen gefunden.
Die Klägerin Fatma Gonca äußerte, das Gebäude sei wie Sand abgerutscht und innerhalb von 4 Sekunden eingestürzt, ohne dem Erdbeben standhalten zu können.
Sie berichtete, dass sie erst Stunden später aus den Trümmern geborgen wurde und dass sowohl sie als auch ihre Kinder bei dem Erdbeben verletzt wurden.
Das Gericht entschied, die Untersuchungshaft der inhaftierten Angeklagten fortzusetzen, und vertagte die Verhandlung.
In der von der Generalstaatsanwaltschaft Kahramanmaraş erstellten Anklageschrift wird für die Angeklagten wegen "fahrlässiger Tötung und Verletzung mehrerer Personen" eine Freiheitsstrafe von jeweils bis zu 22 Jahren und 6 Monaten gefordert.
Nachrichtenquelle: AA
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