Reaktion der EU auf die Annullierung des Parteitags in der Türkei: „Rechtliche Verfahren dürfen nicht zur Einschüchterung der Opposition genutzt werden“
Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) hat eine scharfe Erklärung zur Annullierung des 38. ordentlichen Parteitags der CHP veröffentlicht. Darin werden demokratische Standards und die Rechtsstaatlichkeit betont und darauf hingewiesen, dass Justizverfahren nicht als Instrument zur Behinderung des politischen Wettbewerbs eingesetzt werden dürfen.
Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) hat nach der Entscheidung zur Annullierung des 38. Parteitags der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP) eine offizielle Erklärung abgegeben, in der er seine Besorgnis über die demokratischen Prozesse in der Türkei zum Ausdruck bringt. In der Erklärung, die auf den Status der Türkei als EU-Beitrittskandidat und ihre Mitgliedschaft im Europarat verweist, wird dazu aufgerufen, Grundrechte und Freiheiten zu schützen.
In der Stellungnahme wurde darauf hingewiesen, dass sowohl die Gerichtsentscheidung vom 21. Mai als auch der zunehmende Druck auf oppositionelle Persönlichkeiten nicht mit den Prinzipien eines Rechtsstaates vereinbar seien.
BETONUNG VON DEMOKRATISCHEM PLURALISMUS UND JUSTIZUNABHÄNGIGKEIT
In der Bewertung durch den EAD wurden die Verpflichtungen der Türkei hinsichtlich demokratischer Standards und Grundrechte in Erinnerung gerufen. Es wurde erklärt, dass die gegen gewählte Amtsträger und Oppositionsfiguren eingeleiteten Ermittlungs-, Inhaftierungs- und Absetzungsverfahren ernsthafte Fragen hinsichtlich der „Rechtsstaatlichkeit, des demokratischen Pluralismus und der Unabhängigkeit der Justiz“ aufwerfen.
Im Text wurde zudem auf die Situation des in Silivri inhaftierten CHP-Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu eingegangen und betont, dass die Teilnahme der Opposition am politischen Prozess unter gleichen Bedingungen und ohne Angst vor Repressionen ein unverzichtbares Element eines demokratischen Systems sei.
POLITISCHER WETTBEWERB DARF NICHT BEHINDERT WERDEN
Die Europäische Union unterstrich, dass rechtliche und administrative Verfahren nicht dazu verwendet werden dürften, Politiker einzuschüchtern oder den politischen Wettbewerb einzuschränken. Im Schlussteil der Erklärung wurde betont, dass das türkische Volk es verdiene, in einem lebendigen und wettbewerbsorientierten demokratischen Umfeld zu leben, in dem seine Stimme gehört werde, und es wurde die Botschaft an die Türkei gerichtet, ihren internationalen Verpflichtungen treu zu bleiben.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Er nannte die Kommunen, die zur 'Neuen Partei' wechseln werden, und ein Detail zu Istanbul erregte Aufmerksamkeit
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Kritische Unterscheidung bei der Behauptung zum auswärtigen Essen
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu