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Schockierendes Urteil im Kindesmissbrauchsfall in Niğde: 'Kein Tatbestand der Folter'

Der Journalist İsmail Saymaz berichtete, dass das Urteil im Prozess um die Misshandlung von 17 behinderten und pflegebedürftigen Kindern in den Sevgi-Häusern in Niğde vom Oberlandesgericht Kayseri aufgehoben wurde.

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Schockierendes Urteil im Kindesmissbrauchsfall in Niğde: 'Kein Tatbestand der Folter'

Im Prozess um Missbrauch und Misshandlung von 17 behinderten und pflegebedürftigen Kindern in den Sevgi-Häusern in Niğde gab es eine bemerkenswerte Entwicklung. Der Journalist İsmail Saymaz thematisierte die Entscheidung des Gerichts in seiner Kolumne.

GERICHT ENTSCHEIDET: „KEIN TATBESTAND DER FOLTER“

Die 1. Strafkammer des Oberlandesgerichts Kayseri hat das Urteil des 1. Schwurgerichts Niğde gegen 25 Betreuer aufgehoben. Trotz der vorliegenden Videoaufnahmen der Gewaltanwendung kam das Gericht zu dem Schluss, dass der „Tatbestand der Folter nicht erfüllt“ sei. In den Akten ist festgehalten, dass die Aufnahmen zeigen, wie Kinder geohrfeigt, gestoßen, hungern gelassen, gemeinsam und nackt gebadet und sogar über den Boden geschleift wurden.

EINSTUFUNG ALS „SPONTANE REAKTIONEN“

In der Urteilsbegründung wurde argumentiert, dass die Handlungen der Betreuer nicht als „systematische Folter“, sondern als „spontane Reaktionen“ zu werten seien. Damit verloren die im April vom 1. Schwurgericht Niğde gefällten Verurteilungen ihre Gültigkeit.

SKANDALÖSE AUFNAHMEN NACH DEM TOD VON MUSTAFA ÇELİK ENTDECKT

Die Vorfälle im Zentrum für barrierefreies Leben und Rehabilitation in Niğde kamen nach dem verdächtigen Tod des neunjährigen Mustafa Çelik im Juli 2024 ans Licht. Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass 16 Kinder im Alter zwischen 7 und 13 Jahren, darunter auch Mustafa, systematisch körperlicher Gewalt ausgesetzt waren. Die Kameraaufzeichnungen verdeutlichten das Ausmaß der Misshandlungen an den Kindern.

25 PERSONEN WAREN BEREITS VERURTEILT WORDEN

Im Rahmen der Ermittlungen wurden 14 Betreuer festgenommen und Anklage gegen insgesamt 25 Personen erhoben. Das 1. Schwurgericht Niğde hatte die Angeklagten im April 2025 wegen „Quälerei von Kindern“, „Amtsmissbrauch“ und ähnlicher Delikte verurteilt. Mit der jüngsten Entscheidung des übergeordneten Gerichts wird der Fall nun neu bewertet.


Nachrichtenquelle: 12punto