Skandal um ukrainische Waisenkinder in Antalya weitet sich aus: Neuer Missbrauchsfall aufgedeckt
Während über die Vorwürfe debattiert wird, dass die Staatsanwaltschaft den Skandal um den Missbrauch ukrainischer Waisenmädchen, die aus dem Kriegsgebiet nach Antalya gebracht wurden, mit der Begründung „einvernehmlich“ eingestellt habe, zeigt eine offizielle Stellungnahme, dass das Ausmaß des Vorfalls weitaus größer ist. Der Erklärung zufolge wurde neben dem Missbrauch eines 17-jährigen Mädchens ein zweites Mädchen zum Opfer.
Im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal um Waisenkinder, die nach dem Ukraine-Russland-Krieg in die Türkei gebracht wurden, sind in Antalya neue Details ans Licht gekommen. Die Vorwürfe, dass zwei von 510 ukrainischen Kindern, die aus dem Kriegsgebiet evakuiert und in einem Hotel untergebracht wurden, sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren, hatten in der Türkei für Aufsehen gesorgt.
GEMEINSAME RECHERCHE BRINGT SKANDAL AN DIE ÖFFENTLICHKEIT
Eine gemeinsame Recherche von Burcu Karakaş (Agos) sowie den ukrainischen Journalisten Anna Babinets und Yanina Kornienko vom Team Slidstvo.Info hatte aufgedeckt, dass zwei Mädchen in dem Hotel in Antalya infolge von Missbrauch schwanger wurden.
Den Vorwürfen zufolge wertete die Staatsanwaltschaft die Vorfälle nicht als „sexuellen Missbrauch von Kindern“, sondern als Straftatbestand des „Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen“ gemäß dem türkischen Strafgesetzbuch. Da die Mädchen über 15 Jahre alt waren, soll der Fall als „einvernehmliche Beziehung“ behandelt worden sein.
VORWURF: VERFAHRENSABSCHLUSS OHNE ANHÖRUNG DER MÄDCHEN
Während sich der Skandal ausweitete, wurde behauptet, dass die Ermittlungen eingestellt wurden, da die betroffenen Mädchen keine Anzeige erstattet hätten. Später kam heraus, dass ukrainische Betreuer die Mädchen dazu drängten, Dokumente zu unterzeichnen, in denen sie sich verpflichteten, „nicht schlecht über das Personal des Internats zu sprechen und zuzugeben, dass ihre Beziehungen zu türkischen Männern einvernehmlich waren“.
ZWEI MÄDCHEN IN DIE UKRAINE ZURÜCKGESCHICKT, EINES VERSUCHTE SICH DAS LEBEN ZU NEHMEN
Den Vorwürfen zufolge wurden die beiden missbrauchten Mädchen in die Ukraine geschickt, um den Vorfall zu vertuschen. Es wurde berichtet, dass eines dieser Mädchen drei Monate nach der Entbindung einen Suizidversuch unternahm.
„FALL NICHT EINGESTELLT, VERFAHREN LÄUFT“
Nach den Diskussionen veröffentlichte die Staatsanwaltschaft eine Erklärung und wies die Behauptungen zurück, der Fall sei eingestellt worden. In der Erklärung wurde angegeben, dass ein 17-jähriges Mädchen von zwei Personen missbraucht wurde und das Gerichtsverfahren gegen die Angeklagten noch andauert.
NEUER MISSBRAUCHSFALL AUFGEDECKT
Mit der Erklärung der Staatsanwaltschaft wurde deutlich, dass ein weiteres ukrainisches Waisenkind, das in dem Hotel in Antalya untergebracht war, ebenfalls missbraucht wurde. Somit stellte sich heraus, dass es sich bei den Opfern im Zentrum des Skandals um andere Personen handelt als das in der Erklärung genannte 17-jährige Mädchen. Nach Informationen des Rechercheteams wurde bestätigt, dass ein zweites Verfahren eröffnet wurde, das ein weiteres Opfer betrifft.
Nachrichtenquelle: 12punto
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