Stellungnahme zum Suizid eines Polizisten nach Versetzung nach Diyarbakır: Kritik von CHP-Abgeordnetem
Die Generaldirektion für Sicherheit hat eine Erklärung zum Suizid eines in Istanbul tätigen Polizeibeamten nach dessen Versetzung abgegeben. Ein CHP-Abgeordneter hatte zuvor scharf auf die Nachricht von dem Suizid reagiert.
Murat Bakan, der den Suizid eines in Istanbul tätigen Polizeibeamten öffentlich machte, teilte den Abschiedsbrief des Verstorbenen auf seinem Social-Media-Konto und äußerte sich wie folgt:
"Ein weiterer Polizeibeamter hat Suizid begangen! Während das Land über brennende Themen diskutiert – rechtswidrige Operationen gegen Kommunen, die Verhaftung von Journalisten, die Kurdenfrage, verdeckte Verhandlungen unter dem Deckmantel des Friedens – ist still und leise ein weiteres Leben ausgelöscht worden. Ein weiterer Schrei, den niemand sah, hörte oder spürte, ist verhallt.
Ein in Istanbul tätiger Polizeibeamter… Er befand sich in einem Scheidungsprozess. Er durchlebte psychische Schwierigkeiten. Er hatte zwei Kinder. Er sah seine Kinder an bestimmten Tagen. Während das Gerichtsverfahren noch lief, wurde er nach Diyarbakır versetzt. Er stellte daraufhin einen Antrag mit einer menschlichen Bitte: 'Ich kann meine Kinder nicht sehen, ich werde einen materiellen und immateriellen Zusammenbruch erleiden, bitte stoppen Sie meine Versetzung, bis das Gerichtsverfahren abgeschlossen ist.' Doch dieser Antrag wurde nicht berücksichtigt. Seine Dienstbeziehung wurde beendet. Er wurde gezwungen zu gehen. Und das Ergebnis: Suizid.
Zurück ließ er einen herzzerreißenden Brief und zwei verwaiste Kinder. Er stellte klar: 'Nur die Polizei hat mich in diesen Zustand gebracht. Selbst wenn ich psychische Probleme hatte, habe ich per Antrag mitgeteilt, dass ich in dieser Situation nicht nach Diyarbakır gehen möchte. Sie haben meine Versetzung durchgeführt, ohne sich irgendeines meiner Probleme anzuhören. Ich verzeihe es nicht.'
Seit Jahren schreie ich es heraus: 'Warum begehen Polizisten Suizid?' Weil sie einsam sind. Weil sie nicht gesehen werden. Weil sie nicht als Menschen behandelt werden. Weil… Die Polizei ist einsam. Die Polizei ist schutzlos. Die Polizei ist verlassen.
Ich frage hier ganz offen: Herr Innenminister Ali Yerlikaya, sind Sie sich dieser Verantwortung bewusst? Herr Generaldirektor für Sicherheit Mahmut Demirtaş, der wievielte Suizid ist das? Wo sind Ihre psychologischen Unterstützungsdienste? Warum ignorieren Sie menschliche Anliegen? Dieser Polizeibeamte hat nicht einfach Suizid begangen, er wurde in den Suizid getrieben. Er wurde bestraft, weil er eine menschliche Bitte äußerte. Und jetzt ist er nicht mehr da.
Wir werden weiterhin die Rechte, die Würde und das Leben der Polizisten dieses Landes verteidigen. Es reicht! Die Suizide bei der Polizei müssen gestoppt werden. Gerechtigkeit muss in der Sicherheitsbehörde einkehren. Ein Menschenleben ist wertvoller als bürokratische Abläufe, Statistiken, Strafpunkte oder Versetzungsbefehle."
STELLUNGNAHME DER GENERALDIREKTION FÜR SICHERHEIT
Die Generaldirektion für Sicherheit hat eine Erklärung zu dem Suizid des Polizisten abgegeben. In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass der verstorbene Polizist zuvor mehrfach Anträge auf Verschiebung seiner Versetzung gestellt hatte.
Hier ist die entsprechende Erklärung:
GENERALDIREKTION FÜR SICHERHEIT
Bezüglich der heutigen Berichte in einigen Medien über den Suizid unseres bei der Istanbuler Polizeidirektion tätigen Polizeibeamten M.S. erachten wir folgende Erklärungen als notwendig:
Der Suizid unseres Polizeibeamten M.S. hat unsere Organisation zutiefst erschüttert. Unser Polizeibeamter war im Dienst der Istanbuler Polizeidirektion tätig, als er im Rahmen der allgemeinen Versetzungsperiode 2025 nach Diyarbakır versetzt wurde.
Unser Mitarbeiter war (14) Jahre und (3) Monate in der Provinz Istanbul tätig und hatte bis zum Jahr 2025 insgesamt 10 Mal Anträge auf Verschiebung seiner Versetzung gestellt. Diesen Anträgen wurde stattgegeben, sodass seine Versetzung 10 Mal verschoben wurde.
Nach den Versetzungen für das Jahr 2025 beantragte unser Polizeibeamter zum 11. Mal eine Verschiebung seiner Versetzung von der Istanbuler Polizeidirektion. Da es sich um den 11. Antrag handelte, wurde dieser nicht akzeptiert.
Aufgrund der Versetzung unseres Mitarbeiters in die Provinz Diyarbakır wurde seine Dienstbeziehung zur Istanbuler Polizeidirektion am 27.06.2025 beendet; es wurde festgestellt, dass er sich derzeit im Reiseurlaub befand.
Wir drücken unser tiefstes Bedauern über diesen tragischen Vorfall aus und wünschen unserem Mitarbeiter Gottes Gnade. Ein Polizeinspektor wurde mit der Untersuchung des Falls beauftragt.
Wir geben dies der Öffentlichkeit respektvoll bekannt.

Nachrichtenquelle: 12punto
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