Strafanzeige gegen Yusuf Tekin
Das von Bildungsminister Yusuf Tekin unterzeichnete „Ramadan-Rundschreiben“ wurde vor Gericht gebracht. Der Atatürkçü Düşünce Derneği (Vereinigung für das Gedankengut Atatürks) hat die Eröffnung eines öffentlichen Verfahrens mit der Begründung beantragt, dass das Rundschreiben den Laizismus und grundlegende Rechte verletze.
Gegen Bildungsminister Yusuf Tekin wurde aufgrund des vom Ministerium an die Schulen versandten „Ramadan-Rundschreibens“ Strafanzeige erstattet. In dem Antrag auf Eröffnung eines öffentlichen Verfahrens wurde argumentiert, dass das besagte Rundschreiben die Privatsphäre der Familie, den Schutz des Privatlebens, die Religions- und Gewissensfreiheit sowie das in der Verfassung der Republik Türkei verankerte Prinzip des „demokratischen, laizistischen und sozialen Rechtsstaats“ verletze.
In der Informationsschrift zur Strafanzeige des Atatürkçü Düşünce Derneği (ADD) heißt es:
„Gemäß dem vom AKP-Bildungsminister Yusuf Tekin an alle 81 Provinzen versandten Rundschreiben wurde angewiesen, während des gesamten Ramadan-Monats in allen Schulen eine Reihe religiöser Veranstaltungen unter dem Titel ‚Ramadan im Herzen des Bildungswesens‘ zu organisieren; zu diesem Zweck wurden an Schüler ‚Ramadan-Checklisten‘ verteilt. Dieses Rundschreiben, das eine Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke darstellt und gegen die Präambel, die Artikel 2 und 42 unserer Verfassung sowie das Grundgesetz für das nationale Bildungswesen verstößt, enthält zudem Elemente, die die Privatsphäre der Familie, den Schutz des Privatlebens, die Religions- und Gewissensfreiheit sowie die von der Verfassung der Republik Türkei vorgesehene Ordnung eines ‚demokratischen, laizistischen und sozialen Rechtsstaats‘ untergraben.
Aus diesen Gründen bringen wir als Atatürkçü Düşünce Derneği unsere Strafanzeige mit dem Antrag auf Eröffnung eines öffentlichen Verfahrens gegen den AKP-Bildungsminister Yusuf Tekin wegen der Straftatbestände ‚Verfassungsbruch‘ und ‚Amtsmissbrauch‘ zur Kenntnis unserer Presse und unseres geschätzten Volkes.“
Gemäß dem vom AKP-Bildungsminister Yusuf Tekin an alle 81 Provinzen versandten Rundschreiben wurde angewiesen, während des gesamten Ramadan-Monats in allen Schulen eine Reihe religiöser Veranstaltungen unter dem Titel ‚Ramadan im Herzen des Bildungswesens‘ zu organisieren; zu diesem Zweck wurden an Schüler ‚Ramadan-Checklisten‘ verteilt.… pic.twitter.com/3E4RFnusdW
— Atatürkçü Düşünce Derneği (@add_genelmerkez) 19. Februar 2026
WAS WAR PASSIERT?
Das Bildungsministerium hatte ein Schreiben an alle 81 Provinzen versandt, das die Durchführung verschiedener Veranstaltungen an Schulen während des Ramadan-Monats vorsah. In diesem Rahmen wurde bekannt, dass an Schüler „Ramadan-Checklisten“ verteilt wurden, die Rubriken wie „Fasten, Gebet, Almosen, Tarawih-Gebet“ sowie „Salavat-ı Şerife“ und „Kelime-i Tevhid“ enthielten. Zudem wurde behauptet, dass Schulleiter angewiesen worden seien, die Mittagspausen entsprechend den Gebetszeiten zu organisieren.
Während die besagten Maßnahmen Kritik wegen „Registrierung/Profiling“ hervorriefen, warnten auch Pädagogen und der Menschenrechtsverein (İHD) in Erklärungen davor, dass diese Praktiken zu Diskriminierung führen könnten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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