Umstrittene Öcalan-Äußerungen im Ausschuss: Person, die sich als MHP-nah bezeichnet, sorgt für Empörung! 'Echte Führung...'
Im Rahmen des neuen Versöhnungsprozesses, der als „Türkei ohne Terror“ bezeichnet wird, soll der im türkischen Parlament (TBMM) eingerichtete Ausschuss für nationale Solidarität, Brüderlichkeit und Demokratie in den kommenden Tagen Themen wie Amnestie, Hausarrest und das Recht auf Hoffnung erörtern. Unterdessen sorgten die im Ausschuss gehaltenen Reden wiederholt für Diskussionen. Die Äußerungen von Prof. Havva Kök Arslan, die angab, der MHP nahezustehen, lösten Empörung aus: „Wenn wir uns spalten, gehen wir unter; wenn wir teilen, werden wir satt. Fatih, Atatürk, Saladin. Als jemand, der der MHP angehört, sage ich: Was Öcalan geleistet hat, ist eine echte Führung.“
Der unter dem Dach des türkischen Parlaments (TBMM) mit 51 Abgeordneten gebildete Ausschuss für nationale Solidarität, Brüderlichkeit und Demokratie plant, seine Arbeit bis zum 1. Januar 2026 fortzusetzen. Der Ausschuss wird am 24. September zum 11. Mal zusammentreten. Wie Veli Toprak von der Zeitung Sözcü berichtet, wurden bisher zahlreiche kontroverse Themen wie eine Amnestie für den Terroristenführer und PKK-Mitglieder, muttersprachlicher Unterricht, Vorbereitungen für eine neue Verfassung sowie Regelungen zum Begriff „Türkisch“ erörtert.
NEUE VORSCHLÄGE AUF DER AGENDA DES AUSSCHUSSES
Vertreter von Vereinen, die der Hisbollah nahestehen und am Ausschuss teilnahmen, sorgten bei den Treffen für Spannungen und beschuldigten die türkischen Soldaten. Auf der Agenda stehen zudem die Möglichkeit eines Besuchs auf der Gefängnisinsel İmralı sowie ein Treffen mit dem Terroristenführer Abdullah Öcalan. Es wird erwartet, dass der Ausschuss Gesetzesentwürfe zu Themen wie „Amnestie, Strafvollzug, Hausarrest und das Recht auf Hoffnung“ ausarbeitet.
WER WURDE ANGEHÖRT?
Der Ausschuss, in dem alle Parteien außer der İYİ-Partei vertreten sind, hielt seine erste Sitzung am 5. August ab. Zu denjenigen, die Informationen über den Prozess austauschten, gehörten Minister sowie der Leiter des türkischen Geheimdienstes (MİT). Bisher haben 10 ehemalige Parlamentspräsidenten, Anwaltskammern, TÜSİAD, TOBB, MÜSİAD, die „Samstagsmütter“, die „Diyarbakır-Mütter“ und „Friedensmütter“, Verbände von Märtyrern und Veteranen, Akademiker, Geschäftsleute aus dem Osten und Südosten sowie verschiedene NGOs ihre Ansichten dargelegt.
HERVORRAGENDE STELLUNGNAHMEN
Die wichtigsten Punkte aus den Reden im Ausschuss lauten wie folgt:
Prof. Havva Kök Arslan: „Wenn wir uns spalten, gehen wir unter; wenn wir teilen, werden wir satt. Fatih, Atatürk, Saladin. Als jemand, der der MHP angehört, sage ich: Was Öcalan geleistet hat, ist eine echte Führung.“
Prof. Sevtap Yokuş Veznedaroğlu: „Die Möglichkeit der Freilassung politischer Gefangener und Häftlinge könnte mit dem Strafvollzugsgesetz begonnen werden. Die Charta der lokalen Selbstverwaltung könnte in ihrem eigentlichen Sinne umgesetzt werden.“
Prof. Deniz Ülke Kaynak: „Niemandem kann etwas nur deshalb gegeben werden, weil er Kurde ist, und niemandem kann etwas nur deshalb gegeben werden, weil er Alevit ist; aber allen müssen alle Rechte gewährt werden, nur weil sie Bürger der Republik Türkei sind.“
Rasim Aslan (Vorsitzender der Kadim Aşiretler Federasyonu): „Persönlichkeiten aus verschiedenen Gesellschaftsschichten sollten nicht als Verräter gebrandmarkt werden, nur weil sie sich gegen situative Bedingungen stellen. Ihr Ruf sollte wiederhergestellt und negative sowie herabwürdigende Ausdrücke aus den Lehrbüchern entfernt werden.“
Şahismail Bedirhanoğlu (Vorsitzender von Günsiad): „Man muss nun zeigen, dass auch die zivile Politik eine Verfassung ausarbeiten kann.“
Özlem Tanaman (Vorsitzende von Doğukad): „Die Türkei befindet sich an einem historischen Wendepunkt; der Frieden kann nicht länger aufgeschoben werden.“
Abdullah Sağır (Zentrum für islamische Studien Mesopotamien): „Gesetze sollten durch Empathie korrigiert, Fehler konfrontiert und, falls nötig, Entschuldigungen ausgesprochen werden.“
Ayşegül Biçer (Diyarbakır-Mutter): „Von 384 Familien haben 62 ihre Kinder wiedergefunden. Unschuldige Jugendliche sollten zu ihren Familien zurückkehren können.“
Burak Akkol (Vorsitzender von TİSK): „Das Pro-Kopf-Einkommen in der Region ist seit 20 Jahren gleich. Es gibt 46 Prozent informelle Beschäftigung. Länder ohne Terror wachsen fünfmal schneller als solche, die gegen Terror kämpfen.“
Ali Yalçın (Memur-Sen): „Mit einer neuen und zivilen Verfassung sollte ein Vertrag geschlossen werden, der alle Teile der Gesellschaft umfasst.“
Abdulkadir Güleç (Vorsitzender der Anwaltskammer Diyarbakır): „Tausende Menschen, die in Gefängnissen festgehalten werden, sollten am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, und es sollte ein spezielles Gesetz verabschiedet werden. Der Staat sollte auch mit der kurdischen Sprache Frieden schließen.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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