Umstrittene Verteidigung des Mörders von Atlas: Anwalt fordert Freilassung!
Im Fall von Atlas Çağlayan, der in Güngören durch einen einzigen Messerstich in die Brust durch einen 15-jährigen Tatverdächtigen ums Leben kam, hat die Verteidigung des Angeklagten für öffentliche Empörung gesorgt. Der Anwalt beantragte die Freilassung seines Mandanten mit der Begründung, dieser habe nicht in der Absicht gehandelt, jemanden zu verletzen, sondern lediglich „einschüchtern“ wollen, und die Tat sei unter „ungerechtfertigter Provokation“ geschehen.
Das Konzept des „strafmündigen Kindes (SSÇ)“, das bereits im Fall von Mattia Ahmet Minguzzi (15) intensiv diskutiert wurde, ist nach dem Mord an Atlas Çağlayan (17) erneut in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt. Große Teile der Gesellschaft fordern die Aufhebung der Strafmilderungen für minderjährige Angeklagte. Nach geltendem Recht werden Personen in der Altersgruppe von 15 bis 18 Jahren selbst bei Verbrechen, die normalerweise eine lebenslange Haftstrafe nach sich ziehen würden, zu Freiheitsstrafen zwischen 18 und 24 Jahren verurteilt.
In einem Café in Istanbul-Güngören eskalierte ein Streit, der angeblich wegen eines „bösen Blicks“ begonnen hatte, innerhalb kürzester Zeit zu einer Schlägerei. Es wurde berichtet, dass der 15-jährige E.Ç. Atlas Çağlayan mit einem mitgeführten Springmesser in die Brust stach, was landesweit für große Bestürzung über den Tod des jungen Mannes sorgte. Nach dem Vorfall wurden neue Schritte in den laufenden Ermittlungen unternommen.
DROHBOTSCHAFTEN AN DIE FAMILIE, 4 FESTNAHMEN
Während die Ermittlungen andauerten, kam ans Licht, dass die Familie von Atlas Çağlayan Drohbotschaften erhalten hatte. In einer Nachricht an die Mutter, Gülhan Ünlü, hieß es: „Wir haben deinen Sohn Atlas getötet, jetzt bist du dran. Wir werden dich neben deinem Sohn begraben.“ Ünlü reagierte empört und erklärte: „Ich werde mich den Drohungen nicht beugen.“
Die Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy leitete von Amts wegen eine Untersuchung zu diesen Nachrichten ein und wies die Polizeidirektion Istanbul an, die Verdächtigen zu fassen. Drei Personen, die nach dem Tod von Çağlayan provokative Beiträge in den sozialen Medien geteilt haben sollen, sowie ein weiterer Verdächtiger, der die Mutter Ünlü bedroht haben soll, wurden festgenommen.
VERTEIDIGUNGSSCHRIFT LÖST DEBATTE AUS
Nach Informationen des Journalisten İhsan Yalçın argumentierte der Anwalt des Angeklagten E.Ç. in seiner Verteidigungsschrift, sein Mandant habe nicht mit der Absicht gehandelt, zu verletzen, sondern zu „einschüchtern“. Zudem forderte er unter Verweis auf das junge Alter des Täters und die Behauptung, dieser sei beleidigt worden, eine Freilassung aufgrund von „ungerechtfertigter Provokation“.

Andererseits wurde berichtet, dass die Aufnahmen der Überwachungskameras, die Teil der Akte sind, deutlich zeigen, dass der Verdächtige nicht wahllos handelte, sondern gezielt auf das Opfer zuging und direkt zustach.
Nachrichtenquelle: 12punto
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