Zwischenentscheidung im Fall Ayhan Bora Kaplan: Antrag auf Haftentlassung abgelehnt
Im Prozess gegen die kriminelle Vereinigung um Ayhan Bora Kaplan, der von der 12punto-Autorin und Journalistin Müyesser Yıldız eng begleitet wird, haben die Anwälte am 19. Verhandlungstag vor dem 32. Schwurgericht in Ankara ihre Plädoyers gehalten. Die Verteidiger der Angeklagten argumentierten, ihre Mandanten seien rechtswidrig festgenommen worden und die Beweislage sei unzureichend. Das Gericht lehnte jedoch die Anträge auf Haftentlassung der 18 inhaftierten Angeklagten ab und vertagte den Prozess auf den 11. Oktober.
Der Prozess gegen die kriminelle Vereinigung um Ayhan Bora Kaplan, der vergangene Woche begonnen hatte, wurde fortgesetzt. Am heutigen 19. Verhandlungstag vor dem 32. Schwurgericht in Ankara trugen jene Anwälte ihre Stellungnahmen vor, die in der vergangenen Woche nicht mehr zu Wort gekommen waren.
İbrahim Batuhan Aydoğan, der Anwalt des Angeklagten Hasan Arslantaş, verlas WhatsApp-Nachrichten zwischen dem ermittelnden Staatsanwalt und Beamten der Anti-Terror-Einheit (KOM) und erklärte: „Der Staatsanwalt hat mit der Polizei gemeinsame Sache gemacht und belastendes Material gesammelt. Unter diesen Umständen hat unsere Verteidigung keinen Sinn mehr.“ Aydoğan betonte, sein Mandant sei lediglich als Parkwächter angestellt gewesen und fragte: „Gibt es eine kriminelle Vereinigung, in der die Mitglieder sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind?“
12punto-Autorin und Journalistin Müyesser Yıldız berichtete live von den Entwicklungen
Tarık Teoman, der Anwalt von Ayhan Bora Kaplan, dessen Plädoyer am vergangenen Freitag unterbrochen worden war, erklärte, dass Kaplan rechtswidrig festgenommen worden sei und in der Öffentlichkeit als „Monster“ dargestellt werde. Er sagte weiter:
„Bora Kaplan ist nicht der Anführer der angeblichen Organisation. Bora Kaplan ist jemand, der bei Vorfällen, die ihm widerfahren sind oder die er beobachtet hat, wiederholt den Notruf 155 und 112 gewählt hat. Passt dieses Verhalten zum Profil eines Anführers einer kriminellen Vereinigung?“
WURDE DIE BEFRAGUNG DURCH DIE POLIZEI ABGESCHAFFT?
Anwalt Tarık Teoman behauptete, dass die Aussagen von Bora Kaplan und anderen Angeklagten bei der Polizei unter dem Deckmantel informeller Befragungen und mit verbotenen Methoden erzwungen wurden, und schilderte dazu Folgendes:
„Nachdem die Polizisten, die diese Ermittlungen führten, verhaftet wurden, ging ein befreundeter Anwalt zur Polizei, um seinen Mandanten zu besuchen. Als der Mandant erklärte, er wolle von der Kronzeugenregelung Gebrauch machen, fragte der Anwalt den Polizeichef, ob sie eine informelle Befragung durchführen würden. Der Chef antwortete: ‚Um Himmels willen, wir haben die informellen Befragungen abgeschafft. So etwas machen wir nicht mehr.‘ Ein Schaden ist besser als tausend Ratschläge.“
Anwalt Tarık Teoman äußerte die Vermutung, dass dieses Verfahren aus anderen Motiven eröffnet wurde. Er argumentierte, dass Erkan Doğan, der behauptet hatte, ihm seien die Zähne gezogen worden, zahlreiche widersprüchliche Aussagen gemacht habe, dass es im Fall des Mordes an Mahfuz Tatar keinerlei Beweise gegen Bora Kaplan gebe und dass der Tod von Semih Arslan definitiv kein Mord, sondern ein Suizid gewesen sei. Er forderte daher die sofortige Haftentlassung von Bora Kaplan.
ZWISCHENENTSCHEIDUNG
Die Anträge auf Haftentlassung der 18 inhaftierten Angeklagten wurden abgelehnt; die Verhandlung wurde auf den 11. Oktober vertagt.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Huthis greifen saudischen Tanker an
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
4 Drohnen in der Nähe des US-Generalkonsulats in Erbil abgeschossen
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Er nannte die Kommunen, die zur 'Neuen Partei' wechseln werden, und ein Detail zu Istanbul erregte Aufmerksamkeit
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Kritische Unterscheidung bei der Behauptung zum auswärtigen Essen
Strenge Kontrollen für Fahranfänger