Vorstoß des Bildungsministeriums für 'Mädchen-Mittelschulen': Errungenschaften der Republik im Visier
Das Bildungsministerium hat innerhalb von Berufsschulen Mittelschulen eröffnet, die ausschließlich für Schülerinnen bestimmt sind. Die Maßnahme, bei der bisher 8 Schulen in Betrieb genommen wurden, wird von Pädagogen und der Opposition als „offener Angriff auf das Prinzip der koedukativen Bildung“ gewertet.
Die Äußerungen von Bildungsminister Yusuf Tekin, der zuvor die Möglichkeit ins Spiel brachte, „dass wir bei Bedarf Mädchenschulen eröffnen können sollten“, wurden in die Tat umgesetzt. Wie die Zeitung Cumhuriyet berichtet, wurden bisher 8 Mädchen-Mittelschulen eröffnet.
Mit einem offiziellen Schreiben vom 15. November 2024 wurde beschlossen, innerhalb einiger beruflicher und technischer anatolischer Gymnasien Mittelschulen einzurichten, die ausschließlich für Schülerinnen vorgesehen sind. Die neue Praxis sorgte in kurzer Zeit für Diskussionen.
„OFFEN GESETZWIDRIG“
Der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft Eğitim-İş, Kadem Özbay, kritisierte die Maßnahme scharf. Unter Hinweis auf Artikel 15 des Grundgesetzes für das nationale Bildungswesen erinnerte Özbay daran, dass das Gesetz die Bestimmung enthält: „In den Bildungseinrichtungen des nationalen Bildungswesens werden Mädchen und Jungen koedukativ unterrichtet.“
Özbay äußerte sich wie folgt:
„Trotz dieser Bestimmung ist die Eröffnung von Mädchen-Mittelschulen ein klarer Verstoß gegen das Gesetz und die Grundprinzipien der laizistischen Republik. Dieser Schritt ist ein ideologischer Eingriff, der darauf abzielt, die Gesellschaft auf der Grundlage des Geschlechts zu spalten und Mädchen bereits in jungen Jahren auszugrenzen.“
Özbay fügte hinzu: „Männer und Frauen in getrennten Schulen aufwachsen zu lassen, wird die Ungleichheit nicht nur in der Bildung, sondern in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens vertiefen. Die AKP-Regierung greift das Prinzip der koedukativen Bildung an, das das Fundament unserer Republik bildet.“
„LOGIK DER GEMEINSCHAFTEN“
Zu denjenigen, die auf die Praxis reagierten, gehörte auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CHP, Murat Emir.
Emir kritisierte scharf: „Diese Denkweise, die es für bedenklich hält, bereits zehnjährige Jungen mit Mädchen in dieselbe Schulbank zu setzen, ist nicht die der laizistischen Republik, sondern die Logik der religiösen Gemeinschaften selbst.“
„ANGRIFF AUF LAIZISTISCHE BILDUNG“
Auch die TKP-Provinzorganisation Ankara gab eine schriftliche Erklärung zu den eröffneten Mädchen-Mittelschulen ab.
In der Erklärung hieß es: „Die AKP-Regierung, die jede Gelegenheit nutzt, um den Bildungsbereich zu reaktionarisieren, hat mit der Mädchen-Mittelschule, die innerhalb des Nevzat Ayaz Mädchen-Berufsgymnasiums in Ankara-Dikmen eröffnet wurde, einen weiteren Schritt getan.“
Es wurde betont, dass diese Schule, die als „Ankaras einzige Mädchen-Mittelschule“ beworben wird, auf die koedukative Bildung abziele, eine der wichtigsten Errungenschaften der Republik. In der Erklärung der TKP hieß es weiter:
„Die Regierung, die unsere Kinder der Armut, der Perspektivlosigkeit und der Willkür von Sekten überlässt, versucht nun auch, das Recht auf Bildung mit reaktionären Praktiken einzuschränken.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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