Erwartete Erhöhung des Mindestlohns: Ökonomen analysieren Daten, Bild für die Januar-Anpassung wird klarer
Nach der Ankündigung, dass es keine Zwischenerhöhung des Mindestlohns geben wird, richtet sich der Blick nun auf die Anpassung zum Jahresende. Mit dem Näherrücken des Jahresendes beginnen sich auch die Inflationsprognosen zu konkretisieren. Wie hoch könnte der Mindestlohn diesen Prognosen zufolge steigen? Hier sind die Details...
Arbeitnehmer fragen sich bereits vor Jahresende, wie hoch die Erhöhung des Mindestlohns ausfallen wird. Zu Jahresbeginn wurde der Mindestlohn um 49 Prozent auf einen Nettobetrag von 17.002 TL angehoben. Im Juli gab es hingegen keine Zwischenerhöhung.
Im Inflationsbericht der Zentralbank wurde angegeben, dass die Inflation zum Jahresende bei 38 Prozent liegen werde. Die Inflationsprognose für das Jahresende 2025 liegt hingegen bei 14 Prozent.
Wird sich die Erhöhung des Mindestlohns im Januar also an der tatsächlichen oder an der angestrebten Inflationsrate orientieren? Wird dies die letzte hohe Mindestlohnerhöhung sein?
Der vereidigte Finanzberater und Wirtschaftswissenschaftler Muhammet Bayram erläuterte gegenüber milliyet.com.tr die Erwartungen zu diesem Thema wie folgt:
„In der Mitte dieses Jahres gab es keine erneute Erhöhung des Mindestlohns. Die Erwartung der Mindestlohnempfänger ist jedoch eine deutliche Anhebung zum Jahresende. Im Rahmen der Inflationsbekämpfung wird die Erhöhung des Mindestlohns jedoch proportional und begrenzt ausfallen.“
Die meisten Unternehmen haben sich zudem dazu entschlossen, den Mindestlohn und andere Vergütungen zwischenzeitlich anzupassen. Das bedeutet: Selbst wenn im Juli keine Erhöhung erfolgte, wurde stattdessen beschlossen, diese im August oder September vorzunehmen.
Derzeit liegt der Mindestlohn bei 17.002 TL. Es gibt diesbezüglich auch eine ernsthafte Erwartung auf eine Anhebung. Die Inflationsprognose der Zentralbank liegt bei mindestens 34 Prozent und höchstens 42 Prozent. Ich erwarte eine Jahresendinflation von etwa 40 bis 41 Prozent.
Zum Jahresende wird zudem eine hohe Erwartung an Lohnerhöhungen bestehen. Wir können die zum Jahresende anstehende Erhöhung bereits jetzt abschätzen. Die Inflation für die ersten 6 Monate lag bei 24,73 Prozent. Hinzu kam die Inflationsrate für den Monat Juli von 3,23 Prozent. Damit wurde mit dem Monat Juli bereits ein Anspruch auf eine Erhöhung von 29 Prozent erworben.
Die Inflationsdaten für die Monate August, September, Oktober, November und Dezember wurden noch nicht veröffentlicht. Die Jahresendziele liegen im Bereich von 40 Prozent. Sollte die monatliche Inflation bei etwa 2 bis 2,5 Prozent liegen, könnte das Inflationsziel von 40 Prozent zum Jahresende erreicht werden.
Die Erhöhung des Mindestlohns im Januar 2025 wird auf Basis der tatsächlich eingetretenen Inflation erfolgen. Die Inflationsdifferenz des Vorjahres wird ausgeglichen. Man kann davon ausgehen, dass der Mindestlohn um bis zu 40 Prozent steigen wird.
Es ist derzeit noch zu früh, um diese Frage zu beantworten. Es herrscht eine hohe Lebenshaltungskostenbelastung, und die Hunger- sowie Armutsgrenzen sind gestiegen. Die Hungergrenze hat ein Niveau von 19.000 TL erreicht. In Anbetracht dessen wird erwartet, dass der Mindestlohn über der Inflationsrate angehoben wird. Dies wird sich jedoch an der Inflation des vorangegangenen Zeitraums orientieren.
Es ist zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh für Aussagen darüber, ob es eine zusätzliche Wohlstandskomponente geben wird. Ich gehe davon aus, dass eine Erhöhung von nahezu 50 Prozent unter Einbeziehung einer solchen Wohlstandskomponente erfolgen wird.
Einige Unternehmen haben Zwischenerhöhungen vorgenommen. Andere Unternehmen führen im letzten Quartal des Jahres Preiserhöhungen durch. Im Januar könnte eine deutliche Erhöhung in Betracht gezogen werden.
Man kann sagen, dass dies die letzte große prozentuale Erhöhung sein wird. Es wird erwartet, dass die Inflation in diesem Jahr bei etwa 40 Prozent liegt und im nächsten Jahr auf ein Niveau von 15 Prozent sinkt. In diesem Zusammenhang betrachtet, kann man von den letzten großen Preiserhöhungen sprechen.
„Es könnte einen Anstieg von mindestens 40 Prozent geben; falls ein Wohlfahrtsanteil hinzukommt, könnte der Anstieg maximal 50 Prozent betragen. Der Mindestlohn wird auf 25.000 TL steigen. Generell gibt es in den Großstädten ohnehin kaum noch jemanden, der zum Mindestlohn arbeitet. Die niedrigsten Löhne liegen bereits im Bereich von 20.000 TL.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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