Neue Behauptung eines AKP-nahen Politikers nach Aufruf zur Entwaffnung: 'Die Wirkung ist enorm'
Nach den politischen Aufrufen in Bezug auf Öcalan äußern sich weiterhin AKP-nahe Persönlichkeiten zum neuen Prozess. Der ehemalige AKP-Abgeordnete und Yeni-Şafak-Kolumnist Mehmet Metiner gab Informationen zum neuen Öffnungsprozess bekannt.
Der Aufruf des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli an den PKK-Anführer Öcalan bleibt ein aktuelles Thema in der Politik.
Der MHP-Chef hatte zuvor gefordert, dass Öcalan ins Parlament kommen und bei einer Fraktionssitzung der DEM-Partei sprechen solle. Er solle die Auflösung der PKK erklären und im Gegenzug vom „Recht auf Hoffnung“ profitieren.
Bahçeli bekräftigte in späteren Erklärungen, dass er hinter diesem Aufruf stehe. Nach diesen Äußerungen wurde über einen tiefen Riss innerhalb der Volksallianz (Cumhur İttifakı) spekuliert.
Doch der Präsident und AKP-Vorsitzende Erdoğan erklärte bei der letzten Fraktionssitzung seiner Partei, dass er die Aussagen Bahçelis unterstütze und die Volksallianz in vollem Konsens handele.
Nach all diesen Entwicklungen verfasste der regierungsnahe Yeni-Şafak-Kolumnist und ehemalige AKP-Abgeordnete Mehmet Metiner einen Artikel über den neuen Lösungsprozess.
Der ehemalige AKP-Abgeordnete und Yeni-Şafak-Kolumnist Mehmet Metiner nahm in seinem Artikel Bezug auf die Worte des Präsidenten und AKP-Vorsitzenden Recep Tayyip Erdoğan bei der Fraktionssitzung: „Ihr werdet die Waffen begraben. In dem Moment, in dem ihr die Waffen begrabt, ist für uns alles darauf ausgerichtet, euch den Weg zu ebnen.“ Metiner äußerte sich zudem zu einem möglichen Treffen zwischen der DEM-Partei und Abdullah Öcalan. „Die DEM wird sich heute oder morgen mit Öcalan treffen“, sagte Metiner und fügte hinzu: „Sollte Öcalan einen Aufruf starten, braucht es politische Akteure, die im Inneren dahinterstehen. Namen wie Selahaddin Demirtaş und Ahmet Türk sind in dieser Hinsicht wichtig.“
Die wichtigsten Punkte aus Metiners Artikel lauten wie folgt:
„Die DEM wird sich heute oder morgen mit Öcalan treffen.
Sollte dieses Treffen zustande kommen, bedeutet dies, dass die Verhandlungen mit Öcalan gereift sind.
Andernfalls würde ein Treffen zwischen DEM und Öcalan mehr schaden als nützen.
Wenn Öcalan bei diesem Treffen dazu aufruft, die Waffen zu begraben und sich für die Politik zu entscheiden, bedeutet das nicht, dass die Waffen am nächsten Tag niedergelegt werden, aber es öffnet ein neues Gelegenheitsfenster für die demokratische Politik.
Öcalan besitzt eine spirituelle Macht.
Der Öcalanismus ist sowohl in Kandil als auch bei den von Kandil konsolidierten Massen eine starke Strömung.
Auch auf die Basis der DEM hat er großen Einfluss.
In letzter Zeit ist der Einfluss von Demirtaş neben Öcalan auf die neue Generation kurdischer Politiker spürbar gewachsen.
Demirtaş ist das politische Idol dieser neuen Generation von Kurden.
In den Augen vieler ist er sogar wichtiger als Öcalan.
Diese Position von Demirtaş beunruhigt Kandil, Öcalan und die DEM gleichermaßen.
Aber die Wahrheit lässt sich nicht vertuschen.
Sollte Öcalan einen Aufruf starten, braucht es politische Akteure, die im Inneren dahinterstehen.
Namen wie Selahaddin Demirtaş und Ahmet Türk sind in dieser Hinsicht wichtig.
Kandil möchte sich nicht gegen Öcalan stellen.
Aber sie zögern das Ganze hinaus.
Die DEM wird sich für Öcalan entscheiden, wagt es aber nicht, sich gegen Kandil zu stellen. Denn die eigentlich bestimmende Kraft über die DEM ist Kandil mit seiner materiellen und physischen Struktur sowie seiner Sanktionsmacht.
Wenn Kandil der DEM den Stecker zieht, wird die DEM politisch wirkungslos und machtlos.
Wird Öcalan einen Aufruf starten?
Werden Kandil und die DEM auf ihn hören, wenn er es tut?
Wenn Öcalan eine entschlossene Haltung zeigt und der Staat eine Praxis im von mir beschriebenen Rahmen umsetzt, ist die Linie, die sich Öcalan widersetzt, zum Scheitern verurteilt.
Es wird eine tiefe politische und gesellschaftliche Spaltung entstehen.
Wenn man Kandil politisch besiegt und vor allem eine Praxis entwickelt, die die Kurden gewinnt, verliert die Existenz von Waffen im Laufe der Zeit ihre Bedrohungswirkung für immer.
Deshalb ist eine überzeugende und vertrauenswürdige Praxis unerlässlich.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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