Özgür Özel: 'Für das wahre Ausmaß des Brandes wurde der AK-Parteikongress abgewartet'
Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel äußerte sich zur Brandkatastrophe in Bolu. Özel wies auf die Schritte der Regierung in diesem Prozess hin und richtete zudem fünf Fragen an die Behörden.
Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel hat sich zum Brand im Grand Kartal Hotel in Bolu geäußert, bei dem 78 Menschen ums Leben kamen.
In einem Beitrag über seinen Social-Media-Account erklärte Özel: "Wir haben von Anfang an versucht, diese Tragödie aus politischen Debatten herauszuhalten. Leider haben wir jedoch nicht denselben Ansatz von der Regierung gesehen."
Özel teilte Folgendes mit:
"Bei der Katastrophe in Bolu haben wir 78 unserer Mitbürger verloren. 10 weitere werden noch immer in Krankenhäusern behandelt. Wir trauern und teilen diesen Schmerz.
Die Republikanische Volkspartei (CHP) setzt sich für eine faire und transparente Untersuchung ein, unabhängig davon, wer die Verantwortlichen sind oder welcher Partei sie angehören, und fordert, dass die Verantwortlichen die härtesten Strafen erhalten. In diesem Rahmen sind wir bereit, unseren Beitrag zu leisten.
Wir haben von Anfang an versucht, diese Tragödie aus politischen Debatten herauszuhalten.
Leider haben wir jedoch nicht denselben Ansatz von der Regierung gesehen.
Zunächst wurde gewartet, bis die Reden auf dem AK-Parteitag in Ankara abgeschlossen waren, bevor das wahre Ausmaß der Katastrophe der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde.
Anschließend zielte der Minister für Kultur und Tourismus, der laut Gesetz die alleinige Verantwortung für die Lizenzierung und Zertifizierung in Tourismusgebieten trägt, auf unsere Stadtverwaltung von Bolu ab.
Danach setzte der Justizminister dieses unverantwortliche Verhalten fort, indem er bei der Informationsvergabe zur Untersuchung gezielt auf die Feuerwehrverantwortlichen der CHP-geführten Stadtverwaltung verwies.
Die Kommunikationszentralen in Beştepe wurden mobilisiert, um die Verantwortlichen zu verbergen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansı wurde für eine Kampagne zur Meinungsmanipulation instrumentalisiert, indem sie ein Dokument für ein 70 Quadratmeter großes Café außerhalb des Hotels so darstellte, als wäre es für das Restaurant im vierten Stock ausgestellt worden.
Ferngesteuerte sogenannte Journalisten, Kommentatoren und Experten mobilisierten sich, um das Ministerium für Kultur und Tourismus aus der Verantwortung zu ziehen.
Nun gibt es Fragen, die beantwortet werden müssen, damit die wahren Verantwortlichen ans Licht kommen und sich ein solches Leid nicht wiederholt.
1. Warum wurde in einem Wintersportgebiet, das während der Semesterferien unter Volllast arbeitet, keine Feuerwache eingerichtet, die auf Brände reagieren kann?
2. Wie konnte das betreffende Hotel seinen Betrieb bis heute mit einer Brandschutzzertifizierung fortsetzen, die es 2007 von der damaligen AK-Partei-geführten Stadtverwaltung erhalten hatte? Warum wurde bei den Inspektionen des Ministeriums kein neues Zertifikat verlangt? Warum wurde die Lizenz des Hotels, das 18 Jahre lang kein neues Zertifikat erhalten hat, nicht von dem dafür allein zuständigen Ministerium entzogen?
3. Warum wurde für die Brandschutzzertifikate, die Hotels laut Gesetz bis zum 30. April 2024 beim Ministerium hätten einreichen müssen, eine Ausnahme gemacht und die Frist verlängert?
4. Zum ersten Mal seit 2007 wurde im Dezember 2024 eine Inspektion bei unserer Stadtverwaltung von Bolu beantragt; unsere Stadtverwaltung hat dem Hotel kein Konformitätszertifikat ausgestellt. Von welcher Institution wurde das Konformitätszertifikat ausgestellt, das unsere Stadtverwaltung nicht erteilt hat? Falls es nicht ausgestellt wurde, warum hat das Ministerium die Lizenz dieses Hotels nicht entzogen?
5. Der Minister für Kultur und Tourismus erklärte, das Hotel sei 2021 und 2024 inspiziert worden und ein Brandschutzzertifikat sei vorhanden. Da die Stadtverwaltung diese Dokumente nicht ausgestellt hat, welche Institution hat dies getan? Wenn keine Institution sie ausgestellt hat, ist davon auszugehen, dass das Zertifikat von 2007 als ausreichend angesehen wurde. Wie konnte das Ministerium das 18 Jahre alte Dokument als ausreichend betrachten und diesem Hotel eine Inspektionsfreigabe erteilen?
Die Antworten auf diese Fragen werden aufzeigen, in welche Katastrophe uns das Fehlen von Systemen, die Kompetenzwirrwarr und die mangelnde Aufsicht geführt haben. Ich wünsche allen verstorbenen Bürgern erneut Gottes Gnade, den Verletzten eine baldige Genesung und überlasse diejenigen, die versuchen, aus dieser Tragödie politisches Kapital zu schlagen, dem Gewissen der Nation."
Nachrichtenquelle : 12punto
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