Wie Baschar al-Assad floh: Russland wollte 'keinen zweiten Gaddafi'
Während des Vormarsches der Oppositionskräfte auf Damaskus in Syrien erfolgte die Flucht von Baschar al-Assad aus dem Land durch eine geheime Operation Russlands. Der Kreml handelte, um eine Wiederholung des Gaddafi-Szenarios in Libyen zu verhindern.
Wie die in den USA ansässige Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wurde die Flucht des gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad aus dem Land während des schnellen Vormarsches der syrischen Oppositionskräfte auf Damaskus durch eine geheime Operation Russlands organisiert.
Russland führte diese Operation durch, weil es nicht wollte, dass Assad das gleiche Schicksal ereilt wie Muammar al-Gaddafi, der 2011 in Libyen gelyncht wurde.
GEHEIME RETTUNGSOPERATION DURCH RUSSLAND
In dem Bericht heißt es, russische Beamte hätten Assad dazu gebracht, die Niederlage im Krieg zu akzeptieren, und ihm sowie seiner Familie einen sicheren Ausweg angeboten.
Bei der vom russischen Geheimdienst organisierten Operation verließen Assad und seine Familie Damaskus. Das Flugzeug, das Assad beförderte, soll von einem russischen Luftwaffenstützpunkt in Syrien gestartet sein und seinen Transponder ausgeschaltet haben, um unsichtbar zu werden.
Laut Quellen, die aufgrund der Sensibilität des Themas anonym bleiben wollten, bezeichnete der Kreml diese Operation als Bemühung, ein „Gaddafi-Szenario“ zu verhindern. Während der Operation standen Geheimhaltung und Sicherheit an erster Stelle.
PUTIN WAR VERÄRGERT
Dem Bericht zufolge war der Kreml verärgert darüber, dass die Bedrohung für das Assad-Regime nicht rechtzeitig erkannt wurde. Es wurde berichtet, dass der russische Präsident Wladimir Putin von den Geheimdiensten keine klaren Antworten zu diesem Thema erhalten habe, was den Kreml dazu zwang, die Realitäten vor Ort zu akzeptieren und seine Strategie zu ändern.
DIE ÄRA ASSAD IST ZU ENDE
Mit der Ausreise der Familie Assad endete auch die 61-jährige Herrschaft der Assad-Dynastie. Die Herrschaft von Hafiz al-Assad, die 1971 begann, wurde durch die Übernahme des Präsidentenamtes durch seinen Sohn Baschar al-Assad im Jahr 2000 fortgesetzt.
Nach Assads Abreise zogen Kämpfer der Hai'at Tahrir asch-Scham (HTS) kampflos in Damaskus ein und erklärten den Sieg. Der HTS-Anführer Abu Muhammad al-Dschulani hielt eine Rede in der Umayyaden-Moschee in Damaskus und verkündete den Sieg.
KREML SCHWEIGT
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow lehnte einen Kommentar zur Operation und zum Zusammenbruch des Regimes ab.
Präsident Wladimir Putin hat sich bisher nicht zur Flucht Assads und zum Zusammenbruch des Regimes geäußert. Russland bewahrt weiterhin Stillschweigen über die neue Situation, die nach dem Sturz Assads entstanden ist.
Nachrichtenquelle : 12punto
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