Wie wurde im alten Ägypten mumifiziert? Warum war es wichtig?
Das alte Ägypten ist eine Zivilisation, die für ihre Bestattungsrituale bekannt ist. Unter diesen Ritualen nimmt die Mumifizierung, insbesondere unter dem Einfluss des Glaubens an ein Leben nach dem Tod, einen hohen Stellenwert ein. Die Ägypter mumifizierten nicht nur Menschen, sondern auch Tiere wie Katzen und Hunde. Warum aber nahm die Tradition der Mumifizierung einen so zentralen Platz ein?
Obwohl die Tradition der Mumifizierung im alten Ägypten bereits sehr früh begann, erreichte sie ihre ausgereifteste Form während des Neuen Reiches (1549-1069 v. Chr.). Die in dieser Zeit angewandten Mumifizierungstechniken waren detaillierter und professioneller als in späteren Epochen. Nach dem Neuen Reich nahm die Qualität der Mumifizierungstechniken ab, wurde jedoch bis in die ptolemäische Zeit fortgeführt.
WIE LIEF DER MUMIFIZIERUNGSPROZESS AB?
Der Mumifizierungsprozess dauerte etwa 70 Tage. In der ersten Phase wurde der Leichnam drei Tage lang aufbewahrt. Anschließend wurde der Körper in Kalium eingelegt und eine Woche lang ruhen gelassen. Nach einer Woche begann die Entnahme der Organe. Das Gehirn wurde durch einen Metallstab, der durch das Nasenloch eingeführt wurde, verflüssigt und abgelassen. Die anderen Organe wurden durch einen Schnitt in der linken Körperseite entnommen. Das Herz wurde in der Regel nicht entfernt; sollte es dennoch entnommen worden sein, wurde es mumifiziert und wieder eingesetzt. Die entnommenen Organe wurden in vier Gefäße gelegt. Jedes dieser Gefäße war einer bestimmten Gottheit gewidmet: Duamutef (Schakal) bewahrte den Magen, Imset (Mensch) die Leber, Kebechsenuef (Falke) den Darm und Hapi (Pavian) die Lunge.
WO WURDEN DIE MUMIFIZIERTEN ORGANE AUFBEWAHRT?
Die entnommenen Organe wurden in Ägypten in sogenannten Kanopen aufbewahrt. Diese Gefäße trugen die Symbole der Götter und beherbergten jeweils ein bestimmtes Organ. Der Magen wurde in das Gefäß mit der Figur des Duamutef (Schakal), die Leber in das Gefäß mit der Figur des Imset (Mensch), der Darm in das Gefäß mit der Figur des Kebechsenuef (Falke) und die Lunge in das Gefäß mit der Figur des Hapi (Pavian) gelegt.
WARUM WURDE DER LEICHNAM MIT SALZ BEDECKT?
Während des Mumifizierungsprozesses wurde der Leichnam mit einem Salz namens Natron bedeckt. Dieses Salz entzog dem Körper die Feuchtigkeit und ließ ihn austrocknen. Dieser Vorgang dauerte 40 Tage. Das Salzen war ein entscheidender Schritt, um sicherzustellen, dass der Körper lange Zeit ohne Verwesung überdauerte. Nach dem Salzen wurde der Körper mit speziellen Ölen behandelt, um ihn geschmeidig zu halten.
WIE UND ZU WELCHEM ZWECK WURDE DIE BANDAGIERUNG DURCHGEFÜHRT?
Der mumifizierte Körper wurde mit Materialien wie Sägemehl oder Stroh gefüllt, die in Öl und Harz getränkt waren, um die Körperform zu bewahren. Nachdem diese Materialien eingebracht waren, wurden die Öffnungen am Körper mit Palmenfäden vernäht und die Bandagierung begann. In jeder Schicht wurden wertvolle Schmuckstücke und Gegenstände hinzugefügt, um die Person im Jenseits zu schützen. Zudem wurde der Körper in jeder Schicht mit wohlriechenden Ölen und Harzen eingerieben. Diese Maßnahmen dienten dazu, die Mumie für das Jenseits zu bewahren.
WAS IST EINE MUMIENMASKE UND WELCHE BEDEUTUNG HAT SIE?
Nach Abschluss der Bandagierung setzte der oberste Einbalsamierer eine Anubis-Maske auf den Kopf der Mumie. Anubis ist in der ägyptischen Mythologie der Gott der Mumifizierung; man glaubte, dass diese Maske die Seele des Verstorbenen im Jenseits beschützen würde. Abschließend sprach der oberste Einbalsamierer Gebete für den Toten, und die Mumie war bereit, in den Sarg gelegt zu werden.
SÄRGE UND GRÄBER: WAS PASSIERTE NACH DER MUMIFIZIERUNG?
Wohlhabende konnten ihre Mumien in Särge legen lassen. Diese Särge waren im Alten und Mittleren Reich rechteckig und leuchtend bemalt. Am Kopfende des Verstorbenen wurde ein sogenanntes „Udjat“-Auge angebracht, in dem Glauben, dass der Tote so im Jenseits seine Umgebung sehen könne. Nach dem Mittleren Reich wurde dieses Auge nicht mehr angebracht; stattdessen wurde ein idealisiertes Porträt des Verstorbenen auf den Sarg gemalt. Während Mitglieder der königlichen Familie mehrschichtige Särge verwendeten, wurden die Armen in einfachen Bestattungen beigesetzt.
Nachrichtenquelle : 12punto
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Er nannte die Kommunen, die zur 'Neuen Partei' wechseln werden, und ein Detail zu Istanbul erregte Aufmerksamkeit
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Kritische Unterscheidung bei der Behauptung zum auswärtigen Essen
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu