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Experte klärt auf: 'Jeder zehnte Mensch ist MS-Patient'

Dr. Esra Taşkıran, Neurologin am Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus Antalya, erklärte, dass Multiple Sklerose (MS) am häufigsten bei Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auftritt. Sie betonte: 'Wenn Sie unter 24 Stunden anhaltenden Sehstörungen, Schwäche in einem Arm, einem Bein oder beiden Beinen, Gleichgewichtsstörungen beim Gehen oder Inkontinenz leiden, könnten auch Sie an MS erkrankt sein.'

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Experte klärt auf: 'Jeder zehnte Mensch ist MS-Patient'

Multiple Sklerose, die durch die Bildung zahlreicher Plaques im Rückenmark und Gehirn als Folge einer Störung des Immunsystems entsteht und im Volksmund als MS bekannt ist, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die mit dem Verlust von Myelin einhergeht und häufiger bei Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren auftritt. Dr. Esra Taşkıran erläuterte die unbekannten Aspekte der Krankheit und sagte: 'Weltweit gibt es fast 3 Millionen MS-Patienten, und laut unserer letzten Studie auf Basis der Datenbank des Gesundheitsministeriums gibt es in der Türkei etwa 82.000 MS-Patienten. Man kann sagen, dass jeder zehnte Mensch ein MS-Patient ist.'

WAS SIND DIE SYMPTOME?

Taşkıran wies darauf hin, dass die Symptome von MS in den Folgejahren dauerhaft werden können: 'Die Krankheit verläuft meist in Schüben und Remissionen, betrifft das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) und verursacht Schäden an den Nervenzellen sowie an der sogenannten Myelinscheide, der Schutzhülle der Nervenzellen. Bei den meisten MS-Patienten verläuft die Krankheit in Schüben mit anschließender Erholung, bei einer kleinen Gruppe hingegen mit kontinuierlich fortschreitenden Symptomen. Obwohl sich die Schübe insbesondere in der Anfangsphase vollständig zurückbilden können, können einige Symptome in den späteren Jahren dauerhaft werden. Schübe sind neue neurologische Symptome, die meist innerhalb von Stunden auftreten, länger als 24 Stunden anhalten und nicht von Fieber oder Infektionen begleitet werden.'

'KANN ANDERE KRANKHEITEN IMITIEREN'

Taşkıran betonte, dass MS eine Erkrankung des zentralen Nervensystems sei, die viele Bereiche des Gehirns und Rückenmarks betreffe: 'MS äußert sich durch Symptome wie verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Sehstörungen wie Bildverschiebungen, Schwäche in einem Arm, einem Bein oder beiden Beinen, Gleichgewichtsstörungen beim Gehen, Zittern in einer oder beiden Händen, Taubheitsgefühle, Inkontinenz oder Harnverhalt sowie sexuelle Dysfunktion. Zudem kann MS andere Krankheiten imitieren. Daher kann die Differentialdiagnose viele Untersuchungen erfordern. Bei der Diagnose und Differentialdiagnose sind die MRT (Magnetresonanztomographie) und die Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) nützliche Methoden.'

'DIE HAUPTURSACHE BEI MS...'

Dr. Esra Taşkıran betonte, dass die genaue Ursache der Krankheit nicht bekannt sei: 'Wissenschaftliche Forschungen im Bereich MS und Immunologie ermöglichen es uns, jeden Tag neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Ursachen, Entstehungsmechanismen, Diagnose und Behandlung von Multipler Sklerose zu gewinnen. Die Hauptursache bei MS ist, dass das körpereigene Immunsystem seine eigenen Zellen angreift. Neben der genetischen Veranlagung können Umweltfaktoren wie Infektionen (z. B. EBV), Vitamin-D-Mangel, Rauchen und eine frühe Menarche das Auftreten von MS auslösen. Insbesondere die Beweise dafür, dass Rauchen – einschließlich Passivrauchen – eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit, ihrem Verlauf und dem Ansprechen auf die Behandlung spielt, nehmen stetig zu.'

IRRTÜMER

Dr. Esra Taşkıran erinnerte daran, dass MS keine tödliche Krankheit sei, und zählte die Irrtümer über MS wie folgt auf:
'Multiple Sklerose ist keine ansteckende Krankheit; sie wird nicht auf Familienmitglieder, die im selben Haushalt leben, oder auf Kollegen am selben Arbeitsplatz übertragen. Obwohl bei einigen Personen eine familiäre Veranlagung festgestellt wurde, ist es keine rein genetisch vererbte Krankheit. MS ist keine Krankheit, die Patienten daran hindert, Kinder zu bekommen. MS-Patienten können bei angemessenem Behandlungsmanagement und Medikamentenwahl Kinder bekommen. Multiple Sklerose ist keine tödliche Krankheit. MS ist keine psychische Erkrankung. Multiple Sklerose ist keine unheilbare, ausweglose Krankheit. Dank neuer Behandlungsmethoden ist MS eine behandelbare Krankheit.'

NEUE ENTWICKLUNGEN

Taşkıran erklärte, dass bei der Behandlung von MS große Fortschritte erzielt wurden, und betonte, dass alle weltweit angewandten Methoden auch in der Türkei verfügbar seien: 'Im Lichte wissenschaftlicher Studien ist Multiple Sklerose eine Krankheit, bei der die Behandlungsmöglichkeiten durch neue und wirksame Therapien zugenommen haben und die eine enge Zusammenarbeit zwischen MS-Patienten und Neurologen erfordert, wobei soziale, familiäre und gesellschaftliche Unterstützung von großer Bedeutung sind. Alle weltweit verfügbaren Behandlungsoptionen gibt es auch in unserem Land. Mit Injektionstherapien, oralen Tabletten und Infusionstherapien kann die Krankheitsaktivität heute sehr gut reduziert werden. Bei Patienten mit einem hohen Grad an Behinderung ist die Wirksamkeit bestehender Behandlungen geringer, weshalb eine aktive und kontinuierliche Physiotherapie sehr effektiv ist, um die Behinderung zumindest teilweise zu verbessern.'


Nachrichtenquelle: İHA