Experten warnen vor neuer Epidemie: Sie zielt auf die oberen Atemwege und die Lunge ab
Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Fikret İşbilir warnt Eltern vor den Symptomen und der Behandlung einer Bocavirus-Infektion (HBoV) und weist darauf hin, dass dieses Virus häufig mit anderen Krankheiten verwechselt wird.
Das Bocavirus (HBoV) ist ein DNA-Virus aus der Familie der Parvoviridae. Dieses Virus, das bei Kindern meist in den oberen Atemwegen auftritt, sich aber auch in den unteren Atemwegen festsetzen kann, führt häufig zu ernsthaften Folgen wie Bronchitis, Asthmaanfällen und Lungenentzündungen. Das Virus, das besonders häufig am Ende des Winters und zu Beginn des Frühlings auftritt, betrifft fast alle Kinder unter 5 Jahren.
ZIELT AUF DIE OBEREN ATEMWEGE UND DIE LUNGE AB
Im Gegensatz zu anderen Viren verursacht das Bocavirus nicht nur eine laufende Nase, sondern neigt dazu, sich in den unteren Atemwegen festzusetzen. Dies führt zu einem Krankheitsbild, das als „akut keuchendes Kind“ bezeichnet wird. Kinder können beim Atmen pfeifende Geräusche von sich geben. Dies kann Asthmaanfälle auslösen und zu Krankheiten wie Bronchitis führen.
FIEBER UND HUSTEN SIND NICHT IMMER HARMLOS
Da die Symptome des Bocavirus denen anderer Virusinfektionen wie RSV, Influenza und Adenoviren ähneln, kann es für Eltern schwierig sein, diese zu erkennen. Facharzt Dr. Fikret İşbilir betonte, dass insbesondere Fieber, das länger als 3–4 Tage anhält, zunehmender Husten und Appetitlosigkeit wichtige Warnsignale sind, die unbedingt von einem Experten bewertet werden müssen.
DAS BOCAVIRUS VERLÄUFT NICHT BEI JEDEM KIND GLEICH
Eine Bocavirus-Infektion verläuft bei gesunden Kindern meist mild und heilt von selbst aus. Bei Frühgeborenen, Kindern mit chronischen Lungenerkrankungen und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann sie jedoch schwerwiegender verlaufen. Kinder in dieser Gruppe können länger mit der Krankheit kämpfen, und eine Krankenhauseinweisung kann erforderlich sein.
Die Diagnose einer Bocavirus-Infektion ist schwierig, da sie oft mit anderen Virusinfektionen verwechselt wird. Dr. İşbilir sagte: „Für eine genaue Diagnose verwenden wir 'Atemwegs-Panel-PCR'-Tests. Dank dieser Tests, die mit einem Nasenabstrich durchgeführt werden, kann festgestellt werden, welches Virus sich im Körper des Kindes befindet. Zudem kann manchmal auch eine 'Koinfektion' festgestellt werden, bei der zwei verschiedene Viren gleichzeitig aktiv sind.“

Einer der größten Fehler bei der Behandlung des Bocavirus ist die Annahme, dass bei Fieber Antibiotika eingesetzt werden müssen. Dr. Fikret İşbilir erklärte: „Unsere Priorität ist das Management der Symptome. Es ist wichtig, hohes Fieber zu senken, die Nasengänge frei zu halten, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und bei Bedarf eine bronchienerweiternde Behandlung anzuwenden.“
DAS BOCAVIRUS KANN AUCH DIE VERDAUUNG BEEINFLUSSEN
Einige Typen des Bocavirus (HBoV-2, HBoV-3, HBoV-4) können auch den Darm befallen. Dies kann neben Husten und Fieber zu Verdauungsproblemen wie Durchfall und Erbrechen führen. Eltern geraten in diesem Fall oft in Sorge, ob das Kind erkältet ist oder eine Lebensmittelvergiftung hat. Dies tritt jedoch als Folge der systemischen Ausbreitung des Virus im Körper auf.
DAS VIRUS KANN AUF OBERFLÄCHEN LANGE ÜBERLEBEN
Das Bocavirus ist gegenüber der Außenwelt sehr widerstandsfähig und kann auf Oberflächen wie Türgriffen oder Spielzeug stundenlang überleben. Dr. İşbilir betonte, dass Schulleitungen und Eltern daher besonders auf die Reinigung von Spielzeug und die Belüftung der Klassenzimmer achten sollten, da Kinder das Virus nicht nur durch Händeschütteln, sondern auch durch das Berühren von infiziertem Spielzeug aufnehmen können.
GOLDENE RATSCHLÄGE FÜR ELTERN
Dr. Fikret İşbilir gab Eltern folgende goldene Ratschläge: „Dass Ihre Kinder mehrmals im Jahr Virusinfektionen durchmachen, hilft dabei, das Immunsystem zu stärken. Bei Viren wie dem Bocavirus, die die unteren Atemwege betreffen, kann die Einstellung 'warten wir ab, es geht vorbei' jedoch riskant sein. Wenn Sie bei Ihrem Kind anhaltenden Husten, schnelles Atmen oder Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme bemerken, suchen Sie einen Experten auf. Eine frühzeitige Behandlung kann das Risiko um 80 % senken.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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