Personalisierte Ära beim Wasserkonsum: Jeder hat einen anderen Bedarf
Experten betonen, dass die seit Jahren empfohlene Regel von „2 Litern Wasser pro Tag“ veraltet ist und die richtige Menge von Alter, Gewicht und körperlichen Merkmalen abhängt. Sowohl für Kinder als auch für Senioren wurden neue Kriterien für den Wasserkonsum aufgestellt.
Gesundheitsgewohnheiten, die jahrelang von der Empfehlung „Trinken Sie 8 Gläser Wasser am Tag“ geprägt waren, werden im Lichte wissenschaftlicher Daten neu bewertet. Anstelle von Standardmengen rückt nun ein neuer Ansatz in den Vordergrund, der sich auf den individuellen Bedarf konzentriert. Experten betonen die entscheidende Rolle von Alter, Gewicht und körperlicher Verfassung beim Wasserbedarf.
Warnungen zum Wasserbedarf von Säuglingen sind besonders für Eltern von lebenswichtiger Bedeutung. Es wird darauf hingewiesen, dass die Gabe von Wasser an Säuglinge unter sechs Monaten nach traditioneller Auffassung schädlich sein kann und sogar zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann. Denn in dieser Altersgruppe sind die Nieren noch nicht reif genug, um reines Wasser zu filtern. Daher wird gewarnt: „In den ersten sechs Monaten reicht Muttermilch allein aus, und Babys sollte nicht einmal ein Teelöffel Wasser gegeben werden.“
WASSERMENGE BEI ERWACHSENEN HÄNGT VOM KÖRPERGEWICHT AB
Die 8-Gläser-Regel wird bei der Bestimmung des Wasserbedarfs von Erwachsenen nicht mehr als ausreichend angesehen. Die Berechnung auf Basis des Körpergewichts bildet die Grundlage neuer wissenschaftlicher Ansätze. Experten zufolge reicht es aus, das eigene Gewicht mit 0,035 zu multiplizieren, um den persönlichen Wasserbedarf zu ermitteln. Während beispielsweise für eine Person mit 70 Kilogramm die empfohlene tägliche Wassermenge etwa 2,45 Liter beträgt, kann der Bedarf bei einem Individuum mit 90 Kilogramm auf über 3 Liter steigen.
Im fortgeschrittenen Alter wird die Überwachung des Wasserhaushalts komplexer. Denn mit zunehmendem Alter schwächt sich die Gehirnregion ab, die das Durstgefühl auslöst. Daher bemerken ältere Menschen möglicherweise nicht, dass sie durstig sind, selbst wenn ihr Körper dehydriert ist. Dieses Phänomen wird als „stille Dehydrierung“ bezeichnet und kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen; so können beispielsweise Blutdruckschwankungen und geistige Verwirrtheit auftreten. Experten raten Senioren dazu, sich anzugewöhnen, regelmäßig Wasser zu trinken, auch ohne Durst zu verspüren.
TEE UND KAFFEE ERSETZEN KEIN WASSER
Die in der Gesellschaft weit verbreitete Annahme, dass „Tee oder Kaffee ebenfalls den Wasserbedarf decken“, wird als falsch angesehen. Im Gegenteil, diese beiden Getränke wirken harntreibend und führen zu einem Wasserverlust im Körper. Experten empfehlen, zu jeder Tasse Tee oder Kaffee ein zusätzliches Glas Wasser zu trinken.

Abschließend ist einer der praktischsten Wege, um festzustellen, ob der Körper ausreichend mit Wasser versorgt ist, der Blick auf die Urinfarbe. Wenn der Urin dunkelgelb ist, bedeutet dies, dass der Körper mehr Wasser benötigt. Eine transparente oder hellgelbe Urinfarbe hingegen zeigt an, dass ausreichend Wasser aufgenommen wurde.
Dass jede Altersgruppe einen unterschiedlichen Wasserbedarf hat und dieser nicht durch feste Mengen gedeckt werden kann, ist in medizinischen Kreisen mittlerweile anerkannt. Für einen korrekten Wasserkonsum wird empfohlen, persönliche Merkmale zu berücksichtigen und unnötige Risiken zu vermeiden.
Nachrichtenquelle: 12punto
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