Raucher aufgepasst! Die Bedeutung und Methoden der Lungenkrebsvorsorge
Während Lungenkrebs weltweit weiterhin eine der tödlichsten Krebsarten bleibt, können Früherkennung und Screening-Methoden den Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen. Insbesondere für Raucher und Personen mit bestimmten Risikofaktoren sind regelmäßige Untersuchungen von großer Bedeutung.
Lungenkrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebsart und gilt gleichzeitig als die tödlichste. Tabakkonsum wird als einer der Hauptrisikofaktoren für die Erkrankung anerkannt. Doz. Dr. Tayfun Çalışkan, Facharzt für Pneumologie am Anadolu Sağlık Merkezi, erklärt, dass das Rauchen von durchschnittlich einer Packung Zigaretten pro Tag über ein Jahr hinweg medizinisch als „ein Packungsjahr“ definiert wird: „Personen im Alter von 50 bis 80 Jahren, die 20 Packungsjahre geraucht haben und in den letzten 15 Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben, wird empfohlen, sich jedes Jahr einer Lungen-Computertomographie mit niedriger Dosis zu unterziehen. Die Screenings können beendet werden, wenn die Person seit 15 Jahren nicht mehr geraucht hat, andere gesundheitliche Probleme die Lebenserwartung einschränken oder die Person das 81. Lebensjahr vollendet hat.“

Ein Experte, der darauf hinweist, dass bei der Diagnose von Lungenkrebs die Symptome des Patienten, die körperliche Untersuchung und die anschließend geplanten bildgebenden Verfahren genutzt werden, erklärte: „In der pneumologischen Poliklinik werden bei Patienten in der Regel Röntgenaufnahmen der Lunge gemacht, jedoch können mit dieser bildgebenden Methode nur etwa 70 bis 75 Prozent der Lungen analysiert werden. Daher muss bei Patienten mit Verdacht auf Krebs unbedingt eine Computertomographie der Lunge durchgeführt werden.“
DER SCHRITT NACH DER TOMOGRAPHIE: PET-CT
Doz. Dr. Çalışkan erläuterte, dass bei Patienten, bei denen in der Lungentomographie eine Läsion von mehr als 1 cm Größe festgestellt wurde (zwischen 1-3 cm als Knoten, über 3 cm als Masse definiert), als nächster Schritt ein PET-CT, also eine Positronen-Emissions-Tomographie kombiniert mit einer Computertomographie (CT), durchgeführt wird: „Das PET-CT ist eine weiterführende Untersuchung, bei der die in der Lunge festgestellten Läsionen, also das abnormale Gewebe, untersucht werden, um eine Einschätzung über den Krebsverdacht abgeben zu können. Bei millimetergroßen Knoten, also solchen unter 1 cm, werden Scoring-Systeme zur Berechnung des Krebsrisikos herangezogen; die radiologischen Eigenschaften und die Größe des Knotens werden gemeinsam bewertet, woraufhin eine Entscheidung über die Nachsorge oder weiterführende Untersuchungen getroffen wird. Auch bei millimetergroßen Knoten ab 8 mm kann ein PET-CT empfohlen werden.“
GUTARTIGE LÄSIONEN KÖNNEN FÜR KREBS GEHALTEN WERDEN
Bei Patienten, bei denen das PET-CT-Ergebnis auf Krebs hindeutet, werden Optionen wie eine Biopsie oder die chirurgische Entfernung der Läsion geprüft. „Die Entscheidung hierbei wird basierend auf den Präferenzen des Patienten, Begleiterkrankungen, der Lungenfunktion und den Eigenschaften der Läsion getroffen. Bei dieser bildgebenden Methode können auch einige gutartige Läsionen, die durch Infektionen entstanden sind, einen Krebsverdacht hervorrufen. Um solche irreführenden Situationen zu vermeiden, kann dem Patienten vor dem PET-CT für eine gewisse Zeit ein Antibiotikum verabreicht und anschließend eine radiologische Kontrolle mittels Lungentomographie durchgeführt werden. Diese schwerwiegenden Entscheidungen werden in der Regel in einem multidisziplinären Gremium getroffen, dem Fachbereiche wie Pneumologie, Radiologie und bei Bedarf Thoraxchirurgie, medizinische Onkologie und Nuklearmedizin angehören“, hieß es.
BLUTTESTS SIND FÜR KREBSVORSORGE ODER -DIAGNOSE NICHT AUSREICHEND
Çalışkan betonte, dass zwar Tumormarker mittels Blutuntersuchungen genutzt werden können, normale Werte jedoch keinen Krebs ausschließen und erhöhte Werte das Vorhandensein von Krebs nicht beweisen: „Daher wird die routinemäßige Verwendung von Tumormarkern beim Lungenkrebsscreening im Allgemeinen nicht empfohlen. In internationalen Leitlinien, die aktuelle Daten zu Lungenkrebs enthalten, wird für das Lungenkrebsscreening anstelle dieser Methode eine jährliche Lungen-Computertomographie mit niedriger Dosis empfohlen.“
SCHNELLE DIAGNOSE GEGEN SCHNELL FORTSCHREITENDEN LUNGENKREBS
Der Facharzt sagte: „Die Wahl der Biopsiemethode, die für den Patienten das geringste Komplikationsrisiko birgt, eine hohe diagnostische Rate aufweist und schnell ist – idealerweise mit einem einzigen Eingriff sowohl Diagnose als auch Staging ermöglicht –, ist bei dieser schnell fortschreitenden Krebsart besonders wichtig. Welche Biopsiemethode gewählt wird, liegt in der Kompetenz und Verantwortung des Pneumologen. Die Entscheidung für eine Biopsie sollte erst nach der Durchführung eines PET-CT und/oder eines Schädel-MRT getroffen werden. Da Lungenkrebs einen schnellen Verlauf hat und meist bösartig ist, sollte das Ziel sein, die diagnostischen Verfahren ohne Verzögerung abzuschließen.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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