Experten-Empfehlung: 30-minütige Behandlung bei Reflux-Beschwerden
Der Gastroenterologe Prof. Dr. Hakan Demirci informierte über eine endoskopische Reflux-Behandlung, die eine langfristige Einnahme von Magensäureblockern überflüssig machen kann. Er erklärte, dass jahrelange Reflux-Beschwerden durch die ARMA-Behandlung, die in nur 30 Minuten durchgeführt wird, beendet werden können.
Der Gastroenterologe Prof. Dr. Hakan Demirci, der die im Volksmund als Reflux bekannte Krankheit, medizinisch korrekt 'gastroösophagealer Reflux', als das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre definiert, sagte: „Reflux ist eine der heute am häufigsten vorkommenden Erkrankungen des Verdauungssystems; sie beeinträchtigt die Lebensqualität der Patienten erheblich und äußert sich meist durch Symptome wie das Aufstoßen von saurer Flüssigkeit und Nahrungsresten, Sodbrennen sowie Mundgeruch.“
"ES KANN EINE IMMUNITÄT GEGEN MAGENMEDIKAMENTE ENTWICKELN"
Prof. Dr. Demirci erklärte: „Die meisten Reflux-Patienten müssen ständig darüber nachdenken, was sie essen, und sind gezwungen, langfristige Diäten einzuhalten. Gleichzeitig nehmen sie über lange Zeiträume sogenannte Magenschutzmittel, die die Magensäureproduktion unterdrücken, sowie Antazida-Säfte oder -Tabletten ein.
Die Gruppe der Patienten, die flaschenweise Antazida-Säfte konsumieren, ohne diese Säfte nirgendwohin gehen können und sich ein Leben ohne Magenschutzmittel nicht vorstellen können, ist sehr groß.
Bei einem erheblichen Teil der Reflux-Patienten tritt im Laufe der Jahre eine Unwirksamkeit der Magenmedikamente oder eine Art Immunität gegen diese Medikamente auf.
Es ist bekannt, dass bei einer langfristigen Einnahme solcher Medikamente Nebenwirkungen wie Knochenschwund, Infektanfälligkeit, Vitaminmangel und Demenz auftreten können“, so der Experte.
"DER MAGENSCHLIESSMUSKEL WIRD NEU GEFORMT"
Während die medikamentöse Therapie die einfachste und am häufigsten gewählte Behandlungsoption bei Reflux ist, kann die lebenslange Einnahme von Medikamenten dazu führen, dass Patienten dieser Situation überdrüssig werden. Andererseits ist die medikamentöse Therapie nicht bei jedem Patienten wirksam und bei langfristiger Anwendung können Nebenwirkungen der Medikamente auftreten.
Prof. Dr. Demirci wies darauf hin, dass für Patienten, die eine Schwäche des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre aufweisen und langfristig Magensäureblocker einnehmen, endoskopische Reflux-Behandlungen als Alternative zur Operation entwickelt wurden: „Die Anti-Reflux-Mukosa-Ablation (ARMA), eine der endoskopischen Anti-Reflux-Behandlungsmethoden, ist eine Option, die mit modernsten Geräten durchgeführt wird und keinen langen Genesungsprozess oder größere Komplikationen nach dem Eingriff erfordert.
Während der ARMA-Behandlung wird der Patient in Rückenlage auf eine Liege gelegt und eine Anästhesie durchgeführt. Ziel dieser Methode ist es, die Öffnung des gastroösophagealen Übergangs zu verringern oder zu verhindern. Hierfür wird der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre endoskopisch neu geformt. Die durch den Eingriff entstehenden Geschwüre und Wunden führen bei der Heilung durch den Narbeneffekt zu einer Verengung des Schließmuskels. Mit einem etwa 30-minütigen Eingriff können jahrelange Reflux-Beschwerden und die ständige Medikamenteneinnahme beendet werden“, erklärte er.
"SIE SETZEN IHR TÄGLICHES LEBEN FORT"
Prof. Dr. Demirci betonte, dass der Patient bei der ARMA-Behandlung ohne Schnitte oder Operationsnarben noch am selben Tag aus dem Krankenhaus entlassen werden kann: „Da es sich nicht um eine Operation handelt, ist kein großer Vorbereitungsprozess erforderlich. Bei diesem unter Anästhesie durchgeführten Eingriff muss der Patient mindestens 6 Stunden nüchtern bleiben. Da es sich um eine ambulante Behandlung handelt, können die Patienten nach Abschluss des Eingriffs ihr tägliches Leben fortsetzen“, sagte er.
Nachrichtenquelle: İHA
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