Vorsicht, Männer mit Kinderwunsch! Diese Gewohnheiten, die das Unfruchtbarkeitsrisiko erhöhen, gefährden Ihre Gesundheit
In der Türkei hat jedes siebte Paar ernsthafte Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen. Experten zufolge ist die Vorstellung, dass Unfruchtbarkeit ein reines Frauenproblem sei, längst überholt. Es gibt zahlreiche biologische und umweltbedingte Faktoren, die auch die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen. Von Zigarettenrauch über die Nutzung von Mobiltelefonen bis hin zum Tragen enger Hosen und starkem Stress – viele Gewohnheiten mindern still und leise die Chancen, Vater zu werden.
In unserem Land ist etwa 15 % der Paare von Unfruchtbarkeit betroffen. Zu den Ursachen können biologische Faktoren, aber auch späte Eheschließungen, Umweltfaktoren und ein eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsdiensten gehören. Bei der Unfruchtbarkeit können sowohl männliche als auch weibliche Faktoren eine Rolle spielen, oder es können Probleme bei beiden Partnern vorliegen. Zu den Ursachen für männliche Unfruchtbarkeit zählen unter anderem eine geringe Spermienzahl, eine verminderte Spermienbeweglichkeit und Probleme wie eine Varikozele. Prof. Dr. Abdulmuttalip Şimşek von der urologischen Abteilung des Memorial Bahçelievler Krankenhauses gab Auskunft über die Häufigkeit und die Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit.
DIE HÄUFIGSTE URSACHE IST DIE VARIKOZELE
Die Varikozele gilt als die bekannteste und wichtigste Ursache für männliche Unfruchtbarkeit. Varikozele ist der klinische Begriff für eine Krampfaderbildung in den Hodenvenen, ähnlich wie bei Krampfadern an den Beinen. Durch die Störung der Hodentemperatur und des Blutflusses sowie die Ansammlung toxischer Substanzen im unreinen Blut werden die Hodenfunktionen beeinträchtigt, was die Spermien- und Testosteronproduktion stört. Darüber hinaus kann eine Varikozele Beschwerden oder Schmerzen verursachen und zu einer schwachen Entwicklung der Hoden, einer geringen Spermienproduktion oder Unfruchtbarkeit führen. Um diese Komplikationen zu beheben, wird bei der Behandlung einer Varikozele ein chirurgischer Eingriff empfohlen. Mit dem mikrochirurgischen Varikozelektomie-Verfahren kann dieses Problem komfortabel behandelt werden. In letzter Zeit treten jedoch auch Fälle auf, bei denen trotz aller Untersuchungen bei beiden Geschlechtern keine Ursache für die Unfruchtbarkeit gefunden werden kann. Dies zeigt, dass auch umweltbedingte und individuelle Faktoren eine Rolle bei der Unfruchtbarkeit spielen können.

SELBST ZIGARETTENRAUCH HAT AUSWIRKUNGEN
Das männliche Fortpflanzungssystem reagiert äußerst empfindlich auf verschiedene chemische und physikalische Wirkstoffe. Diese Stoffe sind häufig im beruflichen Umfeld und in der Umwelt verbreitet. Zu den wichtigsten dieser Umweltfaktoren zählen: Strahlenbelastung, ein bewegungsarmer Lebensstil, regelmäßig eingenommene Medikamente, intensiver Zigaretten- und Alkoholkonsum, Toxine wie Blei, Arsen und Kohlenwasserstoffe, starke Hitzeeinwirkung auf die Hoden (Sauna, Hamam oder sehr heißes Baden) sowie die Einnahme verschiedener Hormone (insbesondere in Fitnessstudios). Etwa 40-50 % der Männer im zeugungsfähigen Alter rauchen. Zigarettenrauch enthält verschiedene chemische Verbindungen wie Kohlenmonoxid und Cadmium. Es ist bekannt, dass diese Substanzen negative Auswirkungen auf das männliche Fortpflanzungssystem haben. Gleichzeitig wurde durch Studien belegt, dass Rauchen zu Veränderungen des Prolaktinspiegels (Stresshormon) sowie der LH- und Testosteronwerte im Körper führt. Es ist bekannt, dass Rauchen die Spermienentwicklung negativ beeinflusst. In verschiedenen Auswertungen wurde gezeigt, dass bei Spermienschädigungen durch eine Varikozele – der häufigsten Ursache für behandelbare Unfruchtbarkeit – mit zunehmendem Zigarettenkonsum eine Verschlechterung der Spermiogramm-Parameter (Anzahl, Beweglichkeit, Form) sowie eine Abnahme der Schwangerschaftsrate einhergeht. Mit steigendem Zigarettenkonsum nehmen die Beeinträchtigungen der Spermienbeweglichkeit, der morphologischen Struktur und der Spermienchromosomenstruktur zu.

VORSICHT BEI ALKOHOLKONSUM
Übermäßiger Alkoholkonsum bei Männern beeinträchtigt nicht nur das körperliche und geistige Wohlbefinden, sondern kann auch zu negativen Folgen wie Impotenz (Erektionsstörungen), Schrumpfung der Hoden, Vergrößerung der männlichen Brust (Gynäkomastie) und vermindertem sexuellen Verlangen führen. Bei kurzzeitigem oder gelegentlichem Alkoholkonsum sind diese Auswirkungen weniger stark ausgeprägt. Alkohol kann zudem die Achse zwischen Gehirn und Hoden stören und so die Hormonproduktion beeinträchtigen. In der Folge sinkt die Spermienbeweglichkeit und es entstehen fehlerhafte Spermien. Bei Alkoholikern wirkt Alkohol toxisch auf das FSH-Hormon, das die Hoden zur Produktion von Spermienzellen anregt, und mindert so die Spermatogenese. Eine weitere Auswirkung von Alkohol ist die Anejakulation. Dies bedeutet, dass beim Samenerguss keine Spermienzellen vorhanden sind. Dadurch wird das Auftreten von Unfruchtbarkeit begünstigt.
TECHNOLOGISCHE GEFAHR!
Technologische Geräte nehmen stetig zu und erleichtern zwar unser Leben, können aber andererseits ernsthafte Schäden an unserer Gesundheit hinterlassen. Viele dieser technologischen Hilfsmittel sind Quellen elektromagnetischer Strahlung. Diese Strahlung schädigt meist durch ihre Wärmewirkung. Geräte, die wir im Alltag häufig nutzen, wie Computer, Mobiltelefone, Fernseher und Radios, strahlen elektromagnetische Wellen aus. Diese haben biologische, thermische, genetische und krebserregende Wirkungen. Die Abhängigkeit vom Mobiltelefon ist zu einem festen Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden. Handys werden oft in der Gürtelregion in der Nähe der Hoden getragen, was das Risiko für männliche Unfruchtbarkeit erhöht. In einer Studie wurde ein Zusammenhang zwischen der Dauer der Handynutzung und der Verschlechterung der Spermienparameter festgestellt. Demnach gab es bei Personen, die gar kein Telefon nutzten, keinerlei Beeinträchtigungen, während bei Personen, die es zwei Stunden oder länger nutzten, eine signifikante Abnahme der Spermienzahl, der Morphologie (Größe, Form, Aussehen der Spermien) und der Bewegungsrate gemeldet wurde. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass angesichts der intensiven Nutzung technologischer Geräte, insbesondere von Mobiltelefonen und Computern, bereits seit der Kindheit davon auszugehen ist, dass diese eine bedeutende Rolle bei der männlichen Unfruchtbarkeit spielen. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehört es daher, insbesondere bei Männern die Nutzungsdauer von Telefonen zu begrenzen, sie fern von den Hoden aufzubewahren und Orte zu meiden, die zu nah an Basisstationen liegen.

ADIPOSITAS KANN ZU UNFRUCHTBARKEIT FÜHREN
Ein wichtiges Thema bei der männlichen Unfruchtbarkeit sind auch die Ernährungsgewohnheiten. Eine ausreichende und ausgewogene Ernährung ist für unsere körperliche Gesundheit ein präventiver Faktor gegen jede Krankheit. Darüber hinaus spielt auch das Körpergewicht eine Rolle für das Fortpflanzungssystem. Adipositas führt bei Männern zu einer Verringerung des Testosteronspiegels. Da dies das hormonelle Gleichgewicht im Körper verändert (Testosteron-Östrogen-SHBG-FSH-LH), wirkt es sich negativ auf das Fortpflanzungssystem aus. Ebenso wie Adipositas wirkt sich auch eine unzureichende Energiezufuhr negativ auf das Fortpflanzungssystem aus. Es gibt Studien, die zeigen, dass die Spermienbeweglichkeit bei Männern abnimmt, wenn sie sich kalorienarm ernähren. Diäten mit geringer Kalorienzufuhr, die zu einem schnellen Gewichtsverlust führen, sowie ein gestörtes Ernährungsgleichgewicht (Verhältnis von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten) beeinträchtigen die reproduktive Gesundheit und führen zu Unfruchtbarkeit.
DAS RISIKO DURCH ENGE HOSEN
Neben vielen anderen Ursachen für männliche Unfruchtbarkeit sind auch die Kleidungsgewohnheiten ein Faktor. Die männlichen Hoden werden im Hodensack bei einer niedrigen Temperatur aufbewahrt. Ein Anstieg dieser Temperatur beeinträchtigt die Spermienproduktion negativ. Duschen mit heißem Wasser, Saunabesuche, das Tragen enger Hosen und von Unterwäsche mit Suspensorium können die Hodentemperatur erhöhen und somit zu Unfruchtbarkeit führen. Insbesondere für Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen ist es sehr wichtig, auf diese Punkte zu achten. Neben all diesen Ursachen spielen auch Schlafgewohnheiten, intensive sportliche Aktivitäten, Infektionskrankheiten, Klimaveränderungen, geografische Gegebenheiten, bei Krebs eingesetzte Chemotherapeutika, Strahlentherapie sowie starker Stress und Angstzustände eine wichtige Rolle bei der männlichen Unfruchtbarkeit. Männliche Unfruchtbarkeit ist ein sehr sensibles Thema, das detailliert untersucht werden muss. Daher sollte bei der Abklärung männlicher Unfruchtbarkeit bei jedem Patienten ein multidisziplinärer Ansatz verfolgt werden.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu
Warnung vor dem Risiko von Haarausfall bei GLP-1-Medikamenten
Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters, die die CHP gewonnen hatte, wird ab der dritten Runde wiederholt