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Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens im Fall Narin Güran

Die Familie von Narin Güran und Menschenrechtsaktivisten, die in Istanbul zusammenkamen, fordern aufgrund von Unregelmäßigkeiten in den Akten zum tragischen Mord an dem Kind in Diyarbakır die Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens.

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Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens im Fall Narin Güran

Die Sorgen um den Fall der achtjährigen Narin Güran, die vor zwei Jahren in Diyarbakır ums Leben kam, nehmen weiter zu. Angehörige von Güran und Vertreter der Zivilgesellschaft, die sich in Istanbul-Şişhane versammelten, betonten angesichts neuer Erkenntnisse und unabhängiger Gutachten die Widersprüche in der Akte und forderten Gerechtigkeit.

Die Presseerklärung wurde von Lorin Melek Borak im Namen der „Plattform für Gerechtigkeit für Narin und ihre Familie“ verlesen. Borak erklärte, dass es in der Akte weiterhin viele ungelöste Ungereimtheiten gebe und forderte den Beginn eines fairen und unabhängigen Gerichtsverfahrens.

Es wurde darauf hingewiesen, dass die technischen Bewertungen, die während der Prozessphase in der Akte der kleinen Narin, deren lebloser Körper kurz nach ihrem Verschwinden vor zwei Jahren gefunden wurde, vorgenommen wurden, diskussionswürdig seien.

„Wir sind hier nicht nur zusammengekommen, um eines verlorenen Kindes zu gedenken, sondern um unser Gewissen angesichts eines Prozesses zu Gehör zu bringen, in dem die Gerechtigkeit zu kurz gekommen ist“, hieß es.

Vertreter, die im Namen der Familie sprachen, behaupteten, dass die in der technischen Akte enthaltenen Mobilfunkmastdaten sowie Kamera- und Digitaluntersuchungen nach Ansicht unabhängiger Experten nicht zuverlässig seien. Zudem seien belastende Beweise berücksichtigt, entlastende technische Ergebnisse für die Familie jedoch ignoriert worden. Borak betonte insbesondere die Aussage: „Eine Mutter, ein Onkel und ein Bruder wurden auf der Grundlage der sich ständig ändernden Aussagen einer Person verurteilt, deren Kontakt mit der Leiche erwiesen ist.“

In der Erklärung wurde argumentiert, dass die Berichte der Rechtsmedizin zwar Befunde enthielten, die den Verdacht auf Missbrauch nahelegten, dieses wichtige Detail jedoch während des gesamten Prozesses nicht angemessen bewertet worden sei: „Obwohl die Befunde zur PSA-Bestimmung von Experten als Indiz für Missbrauch gewertet wurden, wurde dieser Punkt im Gerichtsverfahren nicht ausreichend erörtert, wodurch eine ernsthafte Lücke hinsichtlich des Mordmotivs entstanden ist.“

Während behauptet wurde, dass die von den Angehörigen vorgelegten Mobilfunk- und Digitaldaten die Anschuldigungen nicht stützten, wurde festgehalten, dass neue technische Analysen zeigten, dass sich die verurteilten Personen zum Zeitpunkt des Vorfalls in ihren Häusern befunden hätten.

Darüber hinaus wurde erklärt: „Expertenberichte und Zeugenaussagen wurden im Gerichtsverfahren außen vor gelassen.“ Die Mitglieder der Plattform äußerten ihren Unmut mit der Aussage, dass das laufende Verfahren grundlegende Rechte verletze: „Das Recht auf ein faires Verfahren wurde mit Füßen getreten, die Unschuldsvermutung wurde missachtet.“

Die Plattform teilte ihre Forderungen mit und wies auf folgende Punkte hin:

  • Die erneute Prüfung der Akte durch unabhängige und unparteiische Experten
  • Die transparente erneute Überprüfung aller technischen Beweise des Ermittlungsverfahrens
  • Die Berücksichtigung der entlastenden Beweise für die Familie in der Akte
  • Die vollständige Aufklärung der bestehenden Widersprüche
  • Die Durchführung einer Ortsbesichtigung am Tatort
  • Die Befreiung des Gerichtsverfahrens von öffentlichem und medialem Druck

Nachrichtenquelle: 12punto