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Schuldenstreit forderte 2 Menschenleben! Anklageschrift erstellt

Die Ermittlungen zu dem Mord in einem Kiosk in Esenyurt im Juli wurden abgeschlossen. In der von der Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy erstellten Anklageschrift wird für die 4 Tatverdächtigen jeweils einmal lebenslange Haft unter erschwerten Bedingungen, einmal lebenslange Haft sowie eine Freiheitsstrafe von bis zu 31 Jahren und 9 Monaten gefordert.

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Schuldenstreit forderte 2 Menschenleben! Anklageschrift erstellt

In der von der Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy erstellten Anklageschrift zu dem Mord in einem Kiosk in Esenyurt im Juli wird der Vorfall, der sich am 28. Juli im Geschäft namens Baray Tekel-Gold Park Şarküteri im Stadtteil Esenyurt Güzelyurt ereignete, detailliert geschildert. In der Anklageschrift heißt es, dass Yunus Emre Erzen infolge einer Schießerei nach einem Streit zwischen den Parteien durch 8 Schüsse tödlich verletzt wurde und Batuhan Bayındır durch 2 Schüsse ums Leben kam.

Zudem wurde angegeben, dass der Nebenkläger Yusuf Erzen und der Tatverdächtige Murat Özer an verschiedenen Körperstellen verletzt wurden. Gegen die 4 an diesem Vorfall beteiligten Tatverdächtigen wurde jeweils einmal lebenslange Haft unter erschwerten Bedingungen, einmal lebenslange Haft sowie eine Freiheitsstrafe von bis zu 31 Jahren und 9 Monaten gefordert. Die Anklageschrift enthält detaillierte Angaben zum Tathergang, zur Feindseligkeit zwischen den Parteien sowie zu den Social-Media-Beiträgen vor dem Mord.

Den im Rahmen der Ermittlungen gewonnenen Erkenntnissen zufolge bestand zwischen dem Unternehmen von Cantürk Erzen, dem Vater des Opfers Yunus Emre Erzen, und den Unternehmen der Tatverdächtigen Murat, Tarık und Servet Özer eine Feindseligkeit, die auf Schuldenfragen zurückzuführen war.

Es wurde festgestellt, dass Cantürk Erzen vor dem Mord, nachdem die Tatverdächtigen Murat und Tarık Özer am Tag des Vorfalls ein Vollstreckungsverfahren gegen ihn eingeleitet hatten, den Zahlungsbefehl in seinem WhatsApp-Status teilte und dabei beleidigende und drohende Äußerungen gegenüber den Tatverdächtigen Samet, Murat und Tarık Özer machte. In der Anklageschrift werden folgende Äußerungen zitiert: "Habe ich euer Geld etwa nicht gegeben, dass ihr mich verklagt? Ihr Wucherer, die ihr das Geld anderer Leute verprasst, ihr habt sowieso keine Zukunft. Ich habe kein Geld von dir genommen, schau. Du hast sein Leben ruiniert, willst du jetzt sein Leben nehmen? Samet, dein Kind. Samet, wie willst du dich vor Gott verantworten? Ruf an, wir treffen uns, wo du willst. Wenn meinem Kind etwas passiert, wenn es auch nur eine Träne vergießt. Wie kannst du atmen und herumlaufen und behaupten, ein Mann zu sein, schau."

In der Anklageschrift wird dargelegt, dass die Tatverdächtigen Murat und Tarık Özer zusammen mit Azat Özer sowie dem telefonisch herbeigerufenen Servet Özer, der zuvor von Mehmet Erzen mit einer Schusswaffe vorsätzlich verletzt worden war, mit einem Fahrzeug zu dem Kiosk fuhren. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich der Sohn des Nebenklägers Cantürk Erzen, das Opfer Yunus Emre Erzen, sowie sein Verwandter Yusuf Erzen und Batuhan Bayındır, ein Freund ohne Bezug zu der Feindseligkeit, ebenfalls in dem Kiosk.

DAS ZERBRECHEN DER FLASCHE ESKALIERTE DEN VORFALL

Weiterhin wird in der Anklageschrift ausgeführt, dass die Tatverdächtigen den Kiosk betraten und kurz darauf auch der Tatverdächtige Servet Özer eintrat. Dort habe der Tatverdächtige Murat Özer von dem Opfer Yunus Emre Erzen verlangt, seinen Vater anzurufen, was dieser jedoch ablehnte und nach dem Grund ihres Kommens fragte. Der Tatverdächtige Murat Özer habe daraufhin das Opfer Yunus Emre Erzen an der Schulter gepackt und unter Druck gesetzt. Als das Opfer den Tatverdächtigen aufforderte, seine Hand von der Schulter zu nehmen, habe dieser die Hand weggestoßen und dem Opfer Yunus Emre mit einer mit Alkohol gefüllten Glasflasche hart auf den Kopf geschlagen. Durch das Zerbrechen der Flasche habe sich der Vorfall weiter zugespitzt.

In der Anklageschrift, in der festgestellt wird, dass der Tatverdächtige während des Handgemenges eine Waffe am Rücken trug, heißt es, dass das Opfer Yunus Emre Erzen die unter der Kasse befindliche Waffe nahm und zweimal in Richtung der Füße des Tatverdächtigen Murat Özer schoss. Danach habe sich der Vorfall durch das Eingreifen des Tatverdächtigen Murat und die Hinwendung des Tatverdächtigen Tarık zu den anderen Personen fortgesetzt. Nachdem der Tatverdächtige Murat durch das Eingreifen des Tatverdächtigen Tarık am Bein verletzt wurde und der Tatverdächtige Azat Özer "Vater" rief, habe der Tatverdächtige Tarık auf das Opfer Batuhan Bayındır und den Nebenkläger Yusuf Erzen geschossen.

FLUCHT AUS DEM KRANKENHAUS

Bevor sie den Tatort verließen, sollen die Tatverdächtigen in die Luft geschossen und schnell geflüchtet sein. Zu diesem Zeitpunkt sei der Tatverdächtige Murat verletzt gewesen, weshalb sie sich zur Behandlung in ein Krankenhaus begaben. Die anderen Tatverdächtigen seien jedoch vor dem Eintreffen der Sicherheitskräfte aus dem Krankenhaus geflohen.

In der Anklageschrift wird beschrieben, wie der Tatverdächtige Murat Özer das Opfer Yunus Emre Erzen am Hals packte und gegen ein Regal mit vollen Glasflaschen stieß, woraufhin er mit einer vollen Glasflasche hart auf den Kopf des Opfers einschlug und diese zerbrach. Während des Handgemenges wurde eine Waffe am Rücken des Tatverdächtigen Murat festgestellt. In diesem Moment habe das Opfer Yunus Emre Erzen die Waffe unter der Kasse genommen und etwa zweimal in Richtung der Füße von Murat Özer geschossen. Der Vorfall habe sich durch das Eingreifen von Murat und die Hinwendung von Tarık zu den anderen Personen fortgesetzt, wobei Murat durch das Eingreifen von Tarık am Bein verletzt wurde. Auf den Ruf "Vater" von Azat Özer habe Tarık auf Batuhan Bayındır und Yusuf Erzen geschossen.

5 SCHÜSSE

In der Anklageschrift wird festgehalten, dass der Tatverdächtige Murat versuchte, dem Opfer Yunus Emre Erzen die Waffe aus der Hand zu nehmen, während der Tatverdächtige Azat Özer das auf der Kasse liegende Mobiltelefon nahm und mehrfach hart auf den Kopf des Opfers Yunus Emre einschlug. Die Tatverdächtigen Servet, Azat und Murat Özer versuchten, das Opfer Yunus Emre Erzen zu fixieren. Nachdem der Tatverdächtige Murat durch einen Schuss am Bein verletzt wurde und der Tatverdächtige Azat Özer "Vater" rief, habe der Tatverdächtige Tarık etwa 5 Mal in den Bauchbereich des am Boden liegenden Opfers Yunus Emre Erzen geschossen. Es wurde betont, dass der Tatverdächtige Murat auch durch das Eingreifen von Tarık am Bein verletzt wurde.

In der Anklageschrift heißt es weiter, dass der Tatverdächtige Tarık zusammen mit den Tatverdächtigen Servet und Azat Özer das Opfer Batuhan Bayındır und den Nebenkläger Yusuf Erzen fixierte, woraufhin Tarık 4 Mal auf Batuhan und Yusuf schoss und sich dann erneut dem Opfer Yunus Emre zuwandte, um auf ihn zu schießen. Die Tatverdächtigen, die den Tatort schnell verließen, schossen dabei in die Luft, was auf den Kameraaufnahmen deutlich zu sehen sei.

Nach dem Vorfall begaben sich die Tatverdächtigen Murat, Tarık, Azat und Servet Özer in ein Krankenhaus, wo Murat Özer behandelt wurde, während die anderen Tatverdächtigen vor dem Eintreffen der Sicherheitskräfte flohen. Zudem wurde mitgeteilt, dass die Familie des Opfers Batuhan Bayındır nach Erhalt von materiellem und immateriellem Schadensersatz ihre Strafanzeige zurückgezogen habe.

LEBENSLANGE HAFT GEFORDERT

In der Anklageschrift wird für die Tatverdächtigen Tarık, Murat, Azat und Servet Özer wegen "vorsätzlicher Tötung aus Blutrache", "vorsätzlicher Tötung", "versuchter vorsätzlicher Tötung aus Blutrache" sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz Nr. 6136 jeweils einmal lebenslange Haft unter erschwerten Bedingungen, einmal lebenslange Haft sowie eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren und 6 Monaten bis zu 31 Jahren und 9 Monaten gefordert. Für die anderen 5 Tatverdächtigen wurden in unterschiedlichem Maße Freiheitsstrafen beantragt.


Nachrichtenquelle: İHA

Esenyurt