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Aus der Dunkelheit geboren

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Hallo,

ihr freien Geister, ihr Menschen mit freiem Gewissen, ihr wunderbaren Menschen.

Wir blicken weiter durch den Spiegel der Kunst…

Was uns heute im Spiegel der Kunst erscheint,

ist eine tiefschwarze Dunkelheit,

eine Dunkelheit, die fast tausend Jahre andauerte,

eine solche Dunkelheit,

dass man glaubte, sie würde niemals enden…

Aber dennoch;

eine Dunkelheit, die stark genug ist, um ein Licht in sich zu gebären, das niemals erlischt.

Kann aus der Dunkelheit Licht entstehen?

Ich kann förmlich hören, wie ihr das fragt…

Natürlich kann es das, und wie es das kann.

Der menschliche Verstand, die Geduld, die Produktivität und die Kreativität sind eine so unbesiegbare Kraft, dass ihr im Laufe der Geschichte keine Dunkelheit standhalten konnte. Seid nicht hoffnungslos…

Eine Dunkelheit, in der alles menschliche Leben durch Dogmen bestimmt wurde und die Zeit fast stillstand: das scholastische Zeitalter, also das Mittelalter.

Eine gesellschaftliche Struktur, die von der Realität des Menschen durchwoben war, dem von der Kirche von Geburt an der Stempel der Sündhaftigkeit auf seine ontologische Existenz gedrückt wurde, und die religiös-kulturelle Atmosphäre, die sie hervorbrachte.

In dieser Zeit waren, wie im Kunstverständnis der Antike, Ethik und Ästhetik, die mit dem Begriff des Guten gleichgesetzt wurden, miteinander verflochten.

Lasst euch hier natürlich nicht verwirren,

was wir unter dem Guten verstehen,

ist das Gute, das sich die Kirche zurechtgelegt hat, bitte nicht falsch verstehen.

Den Denkern dieser Zeit zufolge gibt es in den Ästhetik- und Kunsttheorien zudem eine überwiegend instrumentalistische Komponente. Aus diesem Grund wird der Bereich der Kunst nicht als autonomer Bereich betrachtet. Kunst ist nur in dem Maße wertvoll, wie sie das produziert, was für den Menschen und die Institutionen gut, schön und nützlich ist.

Dies ist ein Zeitalter, in dem es noch keine Aktivitäten gibt, die wir als Kunst bezeichnen könnten, da sie ihre eigene Konstruktion noch nicht in ihrer eigenen Autonomie vollzogen hat.

Ein Zeitalter, in dem der Mensch als passives Wesen definiert und der Akt des Schaffens kastriert wurde.

Ein Zeitalter, in dem die Köpfe verwirrt waren.

Wie das?

Während Tertullianus, einer der Gründerväter der katholischen Theologie und eine der Persönlichkeiten, die das mittelalterliche Denken maßgeblich prägten, das Schöne als etwas Teuflisches interpretierte, das eine heimliche Täuschung weltlicher Begierden darstellt,

baut St. Augustinus, eine weitere prägende Figur bei der Bestimmung der künstlerischen Haltung des mittelalterlichen scholastischen Denkens, seine Theorie des Schönen auf den Begriffen Einheit, Zahl, Gleichheit, Proportion und Ordnung auf. Ihm zufolge ist die Hauptform jeder Schönheit die Einheit. Die vollkommenste Einheit ist Gott. Alle sichtbaren Dinge sind schön, weil sie auf diese vollkommene Einheit ausgerichtet sind, und da sie an dem vollkommensten Wesen teilhaben, gibt es in der Schönheit keine Subjektivität und Relativität, sagt er.

Während Tertullianus im Ursprung des Schönen das Teuflische sieht, sieht St. Augustinus das Göttliche.

Die Köpfe sind verwirrt, aber diese Verwirrung ist eine, die man zum Guten deuten sollte.

Denn laut Aquinas, einem weiteren mittelalterlichen Denker, beinhaltet Kunst kein schönes Handeln, sondern existiert vollständig im Erkenntnisvermögen. Das Schöne wird durch die Erkenntnisstruktur bestimmt, die es wahrnimmt. Was den ästhetischen Geschmack bestimmt, sind die objektiven Eigenschaften des Objekts selbst. Damit ein Körper als schön wahrgenommen wird, muss er vier grundlegende Eigenschaften in sich vereinen. Diese sind: Ganzheit, Angemessenheit, Klarheit und Glanz. Aufgrund dieser Ansichten können wir sagen, dass Aquinas das erste Beispiel für die objektivistische ästhetische Urteilstheorie der modernen Ästhetik ist.

Mit diesem intellektuellen Ansatz, der für seine Zeit als ziemlich fortschrittlich gelten kann, scheint er die Geburt der Renaissance mit auf den Weg gebracht zu haben.

Die Dunkelheit ist dazu bestimmt, das Licht zu gebären.

Plötzlich siehst du, wie das Licht geboren wird,

aber glaube nicht, dass es von selbst entsteht.

Das Licht entsteht, weil es sich der Dunkelheit nicht geschlagen gibt.

Auch die Renaissance ist eine solche Geburt.

So wie der Mensch aus seiner eigenen Dunkelheit sein eigenes Licht gebiert…

Das heißt also, es wird aus der Dunkelheit geboren.

Als ob ein neues Licht geboren werden würde,

Ein Licht, das wir kennen.

Auf eine gute Zukunft…

Bis zu unserem nächsten Treffen, macht es für den Moment gut, atmet jetzt und immer mit der Kunst, bleibt bei der Kunst.