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Die Gegenreformation kann auch durch die Kunst kommen

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Hallo zusammen, 

ihr freien Geister, ihr Menschen mit freiem Gewissen, ihr wunderbaren Menschen.

Wir blicken weiterhin durch den Spiegel der Kunst…

Was uns heute im Spiegel der Kunst erscheint,

ist die Kunst, die das Licht verdeckt.

Sagen Sie jetzt nicht: „Kann es denn eine Kunst geben, die das Licht verdeckt?“

Das hängt ganz davon ab, in wessen Händen sie liegt.

Auch wenn sie es nicht vollständig verdecken können, so wollen sie es doch verdecken lassen.

Der Ansatz der Renaissance, der den menschlichen Verstand in den Mittelpunkt stellte,

zeigte sein stärkstes Ergebnis in der Reformation der Religion.

Dass die katholische Kirche gegen Geld die Sünden sündiger katholischer Christen vergab und Grundstücke im Himmel zur Bebauung freigab,

hatte natürlich eine süße Rendite geschaffen.

Aber

als Martin Luther, selbst ein Priester, im Jahr 1571 seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche schlug, entstand das Risiko, dass diese süße Rendite versiegen könnte.

Ach, die Rendite, meine geliebte Rendite, 

das erinnert Sie doch an etwas,

wie im Refrain von Ajdas Eurovision-Lied 

„Aman petrol, canım petrol“ (Oh Öl, mein geliebtes Öl),

der Protestantismus, der vertrat, dass jeder Gläubige ein Priester sei und man für den Zugang zu Gott keinen Klerus und keinen Mittler benötige,

hatte durch die Verherrlichung von Arbeit und einer schlichten weltlichen Lebenskultur auch das Fundament für die kapitalistische Moral gelegt.

Welches Kunstverständnis vertrat nun die protestantische Auffassung?

Natürlich ein minimales und schlichtes Kunstverständnis, das im Gegensatz zum prunkvollen und protzigen Kunstverständnis des katholischen Glaubens stand.

Die Orte, an denen sich Architektur, Malerei und Bildhauerei jener Zeit trafen und zeigen konnten, waren Kathedralen und Kirchen. In diesem Zeitalter ohne Massenmedien waren religiöse Gebäude die Orte, an denen Menschen zusammenkamen und im Sinne der Bedürfnisse der Kirche gelenkt und beeinflusst wurden. 

Die Protestanten argumentierten, dass es keine riesigen Kathedralen brauche und dass die prunkvolle Ausschmückung dieser gewaltigen Bauwerke sowohl Verschwendung (Verschwendung…) sei als auch die Annäherung an die spirituelle Präsenz Gottes verhindere. 

Die Reformbewegung, die der Protestantismus gegen die katholische Kirche eingeleitet hatte, brachte das Papsttum in große Bedrängnis.

Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts startete das Papsttum eine Gegenreformation durch die Kunst, um sein ramponiertes Image zu korrigieren und den Glauben der Gläubigen zu stärken.

Dafür wurde ein Verständnis entwickelt, in dem das Licht bestimmend war und das den Boden für die Entstehung der Barockkunst bereitete. Bei der architektonischen Gestaltung der Gebäude begann man darauf zu achten, dass das Licht dramatische Effekte erzeugen und starke Kontraste zwischen Licht und Schatten bilden konnte. Auch die Fresken an den Innenwänden und Decken der Kirchen hatten eine sehr theatralische und dramatische Wirkung. Die Kirchen hüllten sich dank eines Kunstverständnisses, das es den katholischen Christen ermöglichte, sich vom Weltlichen zu lösen und in die spirituelle Welt überzugehen, in eine sehr mystische Atmosphäre. Die Barockkunst hatte die Tore zur Erneuerung des Glaubens weit geöffnet.

Während die Kunst der Renaissance unter der Führung von Vernunft und Wissenschaft die Dogmen der Kirche erschütterte, ästhetisierte die Barockkunst diese Dogmen in Licht-Schatten-Spielen und stärkte sie emotional wieder.

Wenn die Kunst im Dienste der Vernunft steht, erhellt sie; steht sie im Dienste des Dogmas, lässt sie im Schatten.

Das Licht kommt mit der Reformation und kann durch die Gegenreformation wieder gehen.

Lassen Sie uns aus der Geschichte lernen und unser Licht schützen, lassen Sie es uns nicht den Schatten überlassen,

ziehen wir unsere Lehren daraus,

lassen wir nicht zu, dass das Licht unserer Republik den Schatten der Dogmen geopfert wird und wir wie Völker ohne Kunst in die Dunkelheit verdammt werden.

Bis zu unserem nächsten Treffen, machen Sie es gut, jetzt und immer, atmen Sie mit der Kunst, bleiben Sie bei der Kunst.