KI-Bildung: Trump ist im Kindergarten angekommen
Die Vereinigten Staaten haben die künstliche Intelligenz auf eine neue politische Ebene gehoben. Am 23. April 2025 unterzeichnete Donald Trump ein Dekret mit dem Titel „Advancing Artificial Intelligence Education for American Youth“ (Förderung der KI-Bildung für die amerikanische Jugend). Dieses Dekret zielt darauf ab, die KI-Bildung ab dem Kindergarten in den Lehrplan zu integrieren und Lehrkräfte in diesem Bereich fortzubilden. Darüber hinaus soll durch öffentlich-private Partnerschaften die KI-Kompetenz auf K-12-Ebene gestärkt und Ausbildungsprogramme im Bereich KI geschaffen werden. Diese Initiative wird als Teil der Bemühungen Amerikas gesehen, seine globale Führungsposition im Bereich der künstlichen Intelligenz zu behaupten. Mit diesem Dekret wird die KI-Bildung ab dem Kindergarten in den Lehrplan aufgenommen. China praktiziert dies bereits seit einigen Jahren, und Japan hat es längst in sein System integriert. Länder wie Frankreich und Russland leisten ebenfalls ernsthafte Arbeit im Bereich der KI, lassen jedoch kaum Informationen nach außen dringen.
Bei uns hingegen stehen weiterhin Testhefte, Stellenbesetzungen und Prüfungssysteme auf der öffentlichen Agenda. Künstliche Intelligenz? Vielleicht taucht sie in den „Vision-Präsentationen“ von Privatschulen als PowerPoint-Folie auf, mehr aber auch nicht. Dabei geht es nicht nur um Bildung. Es geht darum, die Produktionskraft der Zukunft – oder besser gesagt der Gegenwart – und den intellektuellen Rahmen zu verpassen. Die Türkei verpasst nicht nur diesen Zug, sie fährt nicht einmal den Bahnhof an. Und der Zug ist diesmal so schnell, dass man nach seinem Vorbeifahren nicht einmal mehr den Rauch sehen wird.
„10G“ und „5G“: Die Generationshalluzination der Medien
Vor kurzem hat China im Kreis Sunan in der Provinz Hebei offiziell das weltweit erste 10G-Breitbandnetz in Betrieb genommen. Dieses von Huawei und China Unicom gemeinsam errichtete System bietet Haushalten eine feste Internetgeschwindigkeit von bis zu 9.834 Mbps.
Quelle: „China launches world’s first 10G broadband network“ – The Economic Times, April 2025
Direkt nach dieser Nachricht explodierten in der türkischen Presse Schlagzeilen wie „China ist auf 10G umgestiegen, wir sind immer noch bei 4,5G“. Denn jeder, der hier den Buchstaben „G“ sieht, denkt reflexartig an „Generation“. Dabei steht das „G“ bei 10G für Gigabit. Es hat nichts mit der Generationsfolge in der Mobilfunktechnologie zu tun. Was wir 5G oder 6G nennen, sind Generationen. 10G hingegen ist eine Geschwindigkeitseinheit. Genau wie „10 Liter“ oder „10 Kilogramm“. Nur weil die Geschwindigkeit steigt, ändert sich nicht die Generation.
Das haben wir auch in der Sendung klar gesagt. Selbst wenn die Technologie zur Telepathie übergehen würde, wäre die nächste Generation in der Mobilkommunikation „6G“ und nicht „10G“. Aber die Medien in der Türkei sind nicht einmal in der Lage, die grundlegendste technische Unterscheidung zu treffen. Leider ist diese Unwissenheit nicht nur beschämend, sondern verzerrt auch die Wahrnehmung der Gesellschaft gegenüber der Technologie.
Das Video von dem „außer Kontrolle geratenen Roboter“, das in den sozialen Medien kursiert, ist ein weiteres Symptom dieses Verständnisses. Die Aufnahmen des Roboters, der wild mit den Armen fuchtelt, sind höchstwahrscheinlich gefälscht. Selbst die tanzenden Roboter von Boston Dynamics sind auf maximal 1-2 Minuten lange Videos begrenzt. Denn die Motoren, Batterien und Servosysteme können derzeit nicht mehr leisten. Wäre dieser Roboter wirklich so leistungsfähig, wäre er in die Geschichte der Robotik eingegangen. Das ist er nicht. Weil er gefälscht ist.
Künstliche Intelligenz kommt zu WhatsApp: Wo beginnt die Privatsphäre?
Meta integriert künstliche Intelligenz in WhatsApp. Sie soll ungelesene Nachrichten zusammenfassen und Schreibvorschläge machen, aber gleichzeitig angeblich niemals die Nutzerdaten antasten. Die Worte tanzen in der Luft. „Daten verarbeiten, ohne die Daten zu berühren“, ist eine der Quanten-Sophistereien der modernen Ära.
Die Wahrheit ist: Diese Systeme speichern immer noch Klartext, es besteht weiterhin das Risiko von Modell-Leaks und sie können immer noch durch Prompt-Injection missbraucht werden. Meta vermarktet dies als „Private Processing“, aber Sicherheit wird nicht durch Versprechen, sondern durch Transparenz gewährleistet. Selbst ChatGPT speichert heute den Befehlsverlauf und die Prompts im Speicher. Wie WhatsApp dies handhaben wird, ist unklar. Und Ungewissheit ist der Feind des Vertrauens.
Pestizidrückstände sind überall
Ein Social-Media-Beitrag von Pınar Kaftancıoğlu hat uns erneut die Schwachstellen im Pestizid-Analysesystem vor Augen geführt. Sie sagt: „Wenn du ein sauberes Produkt nimmst und sagst, es stammt aus meinem Garten, kannst du das Zertifikat erhalten.“ Ja, das System lässt sich tatsächlich so leicht manipulieren. Und genau dieses Produkt, das mit diesem Zertifikat auf den Markt gebracht wird, landet dann in unserem Salat.
Aber es gibt noch Schlimmeres. Sie hinterfragen zwar den Pestizidtest der Tomaten oder Gurken, die Sie zu Hause kaufen, aber wenn Sie eine Pizza bestellen, wissen Sie nicht, von welchem Feld die darin enthaltenen Tomaten stammen. Wir wissen, wo McDonald’s seine Kartoffeln bezieht, weil diese Kette kontrolliert wird. Aber was ist mit kleinen Ketten oder Pizzerien? Wir haben keinerlei Informationen. Wir essen es einfach.
Die riskantesten Produkte sind: Gurken, Erdbeeren, Kopfsalat und Tomaten. Zudem lassen sich einige Pestizidarten nicht durch Waschen entfernen. Medikamente, die dem Bewässerungssystem beigemischt werden, dringen auf molekularer Ebene in die Frucht ein. Das bedeutet, dass eine ästhetisch aussehende Tomate zu einer chemischen Waffe werden kann.
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