Die Welt der Softwareentwicklung stand schon lange an der Schwelle zum Wandel, doch diesmal handelt es sich nicht nur um ein Update, sondern um einen Paradigmenwechsel. Laut Sam Altman, dem CEO von OpenAI, wird die künstliche Intelligenz Softwareentwickler „langsam“, aber sicher von der Bildfläche verdrängen. Dies könnte das Ende des Programmierens bedeuten. Oder der Beginn von etwas weitaus Seltsamerem.
Das Zeitalter von Codex beginnt
OpenAI hat kürzlich einen autonomen Software-Engineering-Agenten vorgestellt, der auf dem Modell Codex-1 basiert. Sein Name: Codex. Doch er ist kein gewöhnlicher Programmierassistent. Codex:
•schreibt Code,
•debuggt Fehler,
•führt Tests aus,
•versteht Ihren Code und strukturiert ihn um
und erledigt all dies in 1 bis 30 Minuten. Während Sie sich noch mit Linter-Einstellungen in Ihrer IDE herumschlagen…
Und das Beste: Er braucht weder Kaffee, noch Motivations-Tweets, noch muss er jedes Mal danach suchen, wie man Vim beendet…
Nicht nur die Geschwindigkeit, auch die Wirtschaft ändert sich
Ein durchschnittlicher Entwickler verbringt 42 % seiner Zeit mit Bugfixes. Codex sagt dazu nur: „Halt mal mein Semikolon“.
Beträgt die Zeit bis zum Mergen eines Pull Requests 4 Tage? Codex erledigt die Arbeit in 30 Minuten.
Die jährlichen Kosten für einen Entwickler? Durchschnittlich 70.000 £. Codex? Im ChatGPT Pro-Paket enthalten. (Vorerst…)
Und ja, es wird gemunkelt, dass OpenAI das Coding-Startup Windsurf für 3 Milliarden Dollar übernehmen wird. Für eine KI, die beim Programmieren direkt in den „Main“-Branch pusht, ohne sich jemals zu beschweren…
Wo bleiben die Menschen?
Im Jahr 2024 gibt es weltweit 28,7 Millionen Softwareentwickler. Bis 2030 wird erwartet, dass diese Zahl auf 45 Millionen ansteigt. Wir sind also immer noch damit beschäftigt, Entwickler auszubilden, während die KI bereits an dem Punkt ist, sie zu ersetzen.
Die regionale Verteilung sieht wie folgt aus:
•Asien: 6,5 Millionen (vor allem Indien und China)
•Europa: 6,1 Millionen (Deutschland, Großbritannien, Frankreich)
•USA: 4,4 Millionen Entwickler
Doch die Frage lautet: Was werden diese Menschen tun?
Statt Code zu schreiben, Prompts verfassen
In den kommenden Jahren wird nicht mehr das Schreiben des Codes wertvoll sein, sondern die Fähigkeit, präzise zu beschreiben, was geschrieben werden soll. Also „Prompt“-Fähigkeiten. Der Code selbst? Den versteht Codex bereits. Und er versteht möglicherweise sogar all die Zeilen, bei denen wir nur so tun, als würden wir sie verstehen.
Der CTO der Zukunft – Chatbot Technical Overlord (also „Technischer KI-Diktator“) – sagt dazu:
„Programmieren? Man beschreibt es nur noch, den Rest erledigt der Algorithmus.“
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