Generative KI (Gen AI), ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz, beschreibt Systeme, die auf Basis menschlicher Eingaben originäre Inhalte erstellen können. Texte, Bilder, Videos, Software, Musik… Was auch immer Sie wünschen, es kann mit einem Befehl aus wenigen Wörtern generiert werden. Noch wichtiger ist, dass diese Produktion viel schneller ist als früher. Arbeiten, die Stunden dauerten, schrumpfen auf Minuten; Projekte, die Tage in Anspruch nahmen, auf Stunden. Die Produktion ist kein Problem mehr, sondern eine nahezu unendliche Ressource.
Doch die entscheidende Frage lautet: Wird der Konsum im gleichen Tempo wachsen?
DIE EXPLOSION DER PRODUKTION, DIE FRAGMENTIERUNG DES KONSUMS
Früher dauerte die Entwicklung einer Software Monate, heute wird sie in Stunden gemessen. Während man früher ein Team brauchte, um Videoinhalte zu erstellen, ist es heute möglich, Videos mit einem einzigen Befehl zu generieren. Das bedeutet unzählige Softwareanwendungen, Videos und Inhalte. Aber wann sollen die Menschen Zeit finden, all das zu konsumieren?
Die Wahrheit ist: Der Konsum wird nicht wachsen, er wird sich verteilen.
Es wird nicht mehr Software geben, sondern mehr personalisierte Software. Es werden nicht mehr Inhalte geschaut, sondern mehr kurzlebige und nischenspezifische Inhalte konsumiert.
VON GEMEINSAMEN ERFAHRUNGEN ZU PERSÖNLICHEN ECHOKAMMERN
Früher schaute das ganze Land dieselbe Serie und las dasselbe Magazin. Heute ist jeder auf seinem eigenen Bildschirm, in seinem eigenen Rhythmus und mit seinem eigenen Filter allein. Gen AI beschleunigt diese Fragmentierung.
• Facebook wurde durch Tausende von WhatsApp-Gruppen ersetzt.
• Das Time-Magazin wurde durch Tausende von Substack-Publikationen ersetzt.
• Selbst Netflix-Listen werden personalisiert.
Jeder konsumiert gleichzeitig unterschiedliche Dinge.
WIR SIND KEINE KONSUMENTEN MEHR, SONDERN FILTER
Es gibt keine Zeit zum Auswählen. Es gibt auch keine Zeit zum Filtern. Algorithmen wählen heute für uns aus. Konsum ist kein bewusster Akt mehr, sondern wird zum Fluss. Während Gen AI die Produktion explodieren lässt, kann das menschliche Gehirn mit dem Konsum nicht Schritt halten. Das macht den Konsum kleiner, unmittelbarer und oberflächlicher.
NICHT BESITZEN, SONDERN ZUGREIFEN IST WICHTIG
Anstatt Software zu kaufen, reicht es, sie per „Prompt“ abzurufen. Anstatt eine Anwendung auf dem Gerät zu installieren, ist es möglich, sie direkt im Browser auszuführen. Das zeigt, dass Konsum nicht mehr statisch, sondern temporär ist. Wir befinden uns nicht im Zeitalter der Bibliothek, sondern im Zeitalter des Streams.
KONSUM IST NICHT MEHR SOZIAL, SONDERN ISOLIERT
Diese extreme Individualisierung des Konsums lässt auch gemeinsame Kulturen schmelzen. Menschen ernähren sich nicht mehr von gemeinsamen Erfahrungen, sondern von persönlichen Algorithmen. Das definiert sowohl das Soziale als auch die Kultur neu. Die Produktion wird verbindend, der Konsum wird trennend.
FAZIT: EINE WELT, DIE VIEL PRODUZIERT, ABER WENIG TEILT
Generative KI bietet uns alles, aber wir haben nicht die Zeit, alles gleichzeitig zu konsumieren. Es geht nicht mehr darum, wie viel produziert wird, sondern was wahrgenommen wird. Konsum ist keine Ökonomie mehr, sondern ein Kampf um Aufmerksamkeit.
In dieser neuen Ära wird nicht derjenige gewinnen, der die meisten Inhalte anbietet, sondern derjenige, der die meisten Beziehungen aufbauen kann.
Denn Konsum wird heute nicht mehr in Zahlen gemessen, sondern an der Fähigkeit, Verbindungen herzustellen.
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