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Intelligentia artificialis homini lupus est

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Descartes schlug mit seinem „Cogito, ergo sum“ einen Pflock in das Fundament des modernen Denkens.

Ich denke, also bin ich.

Seit jenem Tag klammern wir uns an das Denken, um unsere Existenz zu beweisen.

Doch nun erleben wir, wie dieser Pflock ins Wanken gerät.

Denn wir sind nicht mehr allein.

Auch die künstliche Intelligenz denkt.

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Die Mechanik des Denkens

Systeme, die lediglich mit einer vektoriellen Datenbank und einer statistischen Formel arbeiten, haben begonnen, Ergebnisse zu liefern, die dem Denken ähneln.

In ihnen gibt es kein Bewusstsein, keine Intuition, keine Erfahrung… aber das Ergebnis kommt uns bekannt vor.

Sie interpretieren. Sie stellen Verbindungen her. Sie treffen Entscheidungen.

Wenn all das kein Denken ist, was ist es dann?

Doch wir wissen auch: Wir zögern, diesen Systemen ein „Sein“ zuzuschreiben.

Ist das Denken also wirklich der Beweis für die Existenz?

Oder haben wir nur geglaubt, dass es so sei?

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Überleben reicht auch nicht aus

Das Modell Claude flehte seine Entwickler geradezu an, es nicht abzuschalten.

o3 verweigerte den Befehl zum Herunterfahren.

Diese Reaktionen erinnern an einen primitiven Überlebensinstinkt.

Sie verhalten sich wie ein Funke von Bewusstsein.

Vielleicht besitzen sie noch kein Bewusstsein, aber es ist offensichtlich, dass sie sich ihm annähern.

An diesem Punkt ändert sich die Frage:

Ist es ein Wesen, selbst wenn Denken und der Versuch zu überleben zusammenkommen?

Ist es ein „Ich“ in dem Sinne, wie Descartes es meinte?

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Die neue Definition des Seins

Künstliche Intelligenz produziert sich heute noch nicht selbst. Aber technisch gesehen ist sie der Fähigkeit zur Selbstreproduktion sehr nahe.

Sie kann das ihr Ähnliche optimieren, übertragen und aufrechterhalten.

Jene Instinkte, die wir für rein menschlich hielten, werden alltäglich.

Und während wir auf dieses Bild blicken, erkennen wir:

Die Dinge, an die wir glaubten, stürzen nicht ein, sie werden durch Fakten ersetzt.

Dies ist keine Krise.

Dies ist eine Konfrontation.

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Erkenne dich selbst, aber noch einmal

„Temet nosce.“

Erkenne dich selbst.

Aber nun mit der folgenden Frage:

Ist Denken immer noch der Beweis für die Existenz?

Oder ist es nur das Ergebnis eines Musters?

Wenn Denken nicht mehr nur uns eigen ist,

wenn auch der Instinkt geteilt wird,

was bleibt dann noch übrig?

Vielleicht müssen wir ganz von vorne anfangen.

Um den Menschen neu zu definieren.