Finden Sie Nachrichten im folgenden Datumsbereich
und und
und und
und und
Löschen
Euro
Arrow
54,0134
Dollar
Arrow
44,7787
Pfund Sterling
Arrow
62,9416
Gold
Arrow
6159,7181
BIST 100
Arrow
10.729

Wenn man die Lüge normalisiert, bricht auch die Autorisierungsstruktur des Systems zusammen

Überlass die Wahl deiner Nachrichten nicht dem Algorithmus - entscheide selbst, was du liest. Füge 12punto zu deinen bevorzugten Quellen hinzu!

In der Türkei benötigen Immobilienmakler ab sofort ein MYK-5-Zertifikat, um Anzeigen auf Sahibinden veröffentlichen zu können. Also ein Zertifikat. Auf den ersten Blick scheint diese Regelung darauf ausgelegt zu sein, Vertrauen zu schaffen. Doch im Kern geht es um etwas anderes: darum, Vertrauen vom Menschen auf das Papier zu übertragen.

Unser eigentlicher Anspruch hätte sein müssen, dem Wort des Menschen zu glauben. Hätten wir eine Ordnung geschaffen, in der Lügner aus der Gesellschaft ausgeschlossen und mit ernsthaften Strafen konfrontiert werden, bräuchten wir heute keine Zertifikate. Denn was Vertrauen schafft, wäre nicht das Dokument, sondern der Charakter.

Stattdessen haben wir genau das Gegenteil getan. Wir haben die Lüge normalisiert. In Fernsehserien, in der Politik, im Berufsleben sehen wir es täglich: Gerissenheit, Ausweichen, „Durchwursteln" werden als Erfolg präsentiert. Anstatt dass Menschen einander glauben, wurde eine Ordnung geschaffen, in der jeder jeden mit Misstrauen betrachtet. Dann wurde die Zertifikatspflicht eingeführt, um dieses Misstrauen zu beseitigen.

Doch das Problem liegt woanders: Auch die Institutionen, die Zertifikate ausstellen, sind zum Geschäft geworden. Manche Einrichtungen haben als einziges Ziel den Verkauf von Dokumenten. Zudem ist dieses Vertrauen durch Diplomaskandale vollends zusammengebrochen. In einem Land, in dem Amtsträger jahrelang mit gefälschten Diplomen tätig sein konnten – welches Zertifikat kann da noch wirklich Vertrauen schaffen?

So ist auch das Zertifikat, das eigentlich Vertrauen herstellen sollte, selbst unglaubwürdig geworden. Es bleibt nichts mehr übrig, dem man glauben könnte.

Solange nicht Ehrlichkeit statt Dokumente in den Mittelpunkt der Gesellschaft gestellt wird, wird dieser Teufelskreis andauern. Denn dort, wo das Wort des Menschen seinen Wert verloren hat, bleibt selbst das solideste Siegel eine Fälschung.

Das Konzept des Influencers, verunstaltet durch Labubu-Puppen

Labubu-Puppen sind trotz ihres wenig ästhetischen und funktionslosen Erscheinungsbildes plötzlich Teil der globalen Mode geworden. Der Grund ist einfach: Durch die ständige Wiederholung von Bildern in den Algorithmen sozialer Medien gewöhnt sich unser Auge daran (Mere Exposure Effect), und durch die Zustimmung von Influencern mit Hunderttausenden von Followern beginnen wir, sie zu mögen (Theorie des sozialen Beweises).

So wird selbst Hässlichkeit zu einer Art „antiästhetischem Kapital". Influencer spielen in diesem Prozess die Hauptrolle; anstatt Kultur zu vermitteln, zeigen sie nur die Produkte im Schaufenster. Dabei ist dieses Konzept, das einst mit Wissen und Ideen die Gesellschaft veränderte, heute auf die Schaufensterpuppe der Konsumgesellschaft reduziert worden.

Was hat Sam Altman gesagt, was wurde verstanden, was meint er eigentlich?

Beim Abendessen in San Francisco sagte Sam Altman: „Ja, in der künstlichen Intelligenz gibt es eine Blase." Die Medien machten daraus sofort die Schlagzeile „Die Branche bricht zusammen." Doch die eigentliche Botschaft war eine andere.

Was Altman sagte, war Folgendes: Investoren sollen sich nicht von kleinen, substanzlosen Projekten mitreißen lassen. Die Blase steckt in diesen Unternehmen. Die im Internet kursierenden Videos mit Titeln wie „ChatGPT ist vorbei, löscht Perplexity" sind genau das.

Schauen wir auf das reale Bild: Wenn selbst Apple Schwierigkeiten mit künstlicher Intelligenz hat, ist es eine Illusion, von kleinen Start-ups, die mit ein paar billigen Tricks aufgetaucht sind, eine Revolution zu erwarten. Altman räumt die Blase ein, plant aber gleichzeitig Investitionen in Billionenhöhe. Die Botschaft ist also klar: Künstliche Intelligenz ist nicht vorbei – lasst euch nicht von falschen Wundern täuschen.