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Das Projekt Kadıköy Rıhtım

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Am 6. September 2025 hatte ich bei 12Punto einen Artikel mit dem Titel „Caferağa schützen“ veröffentlicht. In meinem Wohnviertel stand ein Bauprojekt für eine Wohnanlage mit Luxusapartments auf einem großen Grundstück an, das eigentlich für die öffentliche Nutzung vorgesehen war – unter anderem für Grünflächen, ein Gesundheitszentrum, eine Moschee und das Büro des Stadtteilvorstehers (Muhtar). 

Dank der von unserer geschätzten Muhtar von Caferağa, Hanife Dağıstanlı, angeführten Proteste, Informationskampagnen und des Widerstands sowie durch den Druck der lokalen Verwaltung und von NGOs wurde dieses Projekt vorerst gestoppt. 

Natürlich hat das Recht das letzte Wort, aber man darf eines nicht vergessen: Eine organisierte Bevölkerung hat die Macht, jeden Entscheidungsprozess zu beeinflussen. 

Etwa sechs Monate später stehen wir im Bezirk Kadıköy vor einem weiteren Projekt. Diesmal geht es um eine große Aufschüttungsfläche am Hafen von Kadıköy (Rıhtım). Diese Fläche, die Mitte der 1990er Jahre als Reservegelände für die Kläranlage der İSKİ in Mühürdar aufgeschüttet wurde, wird heute als Parkplatz genutzt. Genauer gesagt wurde sie bis letzten Monat genutzt. Aktuell ist sie geräumt.

Ich werde hier nicht auf die verwaltungsrechtliche und juristische Vorgeschichte eingehen. Die in den Artikeln zitierten Institutionen, Entscheidungen und Rechtsvorschriften sind für viele Leser schwer nachzuvollziehen und in ihrer Gesamtheit zu bewerten. Daher möchte ich mich so kurz wie möglich fassen.

Mehrere öffentliche Einrichtungen sind an der Angelegenheit beteiligt. Ich werde nicht davor zurückschrecken, dies zu sagen: Leider ist die Zahl derjenigen, die ihre Pflichten nicht erfüllen oder ohne Rücksicht auf das öffentliche Interesse handeln – unabhängig von Regierung, Opposition oder Bürokratie –, nicht gering.

Das betreffende Gebiet sollte eigentlich als biologische Kläranlage für die Abwässer von vier Bezirken dienen: Kadıköy, Üsküdar, Ataşehir und Maltepe. Das Marmarameer ist ein Binnenmeer, in dessen Umgebung etwa 30 Millionen Menschen leben. Auch die großen Industrieanlagen der Türkei befinden sich in dieser Region. Das Marmarameer ist bereits jetzt einer intensiven, vom Menschen verursachten Verschmutzung ausgesetzt. Erinnern wir uns an das Schleimproblem (Mucilage), das vor einigen Jahren auftrat. 

Die Nutzung dieses Gebiets im Hafenviertel für eine biologische Kläranlage ist aus städtebaulicher, ökologischer und gesundheitspolitischer Sicht zwingend erforderlich. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, den wir nicht vergessen dürfen, ist das Erdbebenrisiko der Region. Sollte das geplante Projekt umgesetzt werden, wären massive Bauarbeiten erforderlich, und es stellt sich die große Frage, inwieweit diese Struktur(en) bei einem möglichen Erdbeben betroffen wären.

Das ist die Ausgangslage. 

DAS RICHTIGE ARGUMENT FÜHRT ZUM ERFOLG

Meiner Meinung nach liegt der springende Punkt hier: Sobald die Diskussion auf die Moschee-Achse verlagert wird, entfernen wir uns vom eigentlichen Kern. Ob aus gutem Willen oder manchmal auch absichtlich – die Debatte über „Moschee versus Parkplatz“ lenkt uns von dem eigentlichen Problem im Hintergrund ab. 

Wenn Ihr Argument gegen dieses Projekt lautet: „Es wird keine Moschee gebraucht, aber ein Parkplatz schon“, begehen Sie in zweierlei Hinsicht einen Fehler. Erstens sieht das Projekt auch eine Parkfläche vor. Und zwar mit einer höheren Kapazität als bisher. 

Zweitens bringen Sie das Thema für die Befürworter des Projekts auf eine Ebene, die zwar völlig unangebracht ist, aber leider – um es grob auszudrücken – dazu einlädt, politisches Kapital daraus zu schlagen. Sobald das Argument „Es gibt Leute, die sich gegen den Bau einer Moschee stellen“ fällt, gibt es nicht wenige, die das Projekt vorschnell verteidigen, ohne die Notwendigkeit zu sehen, sich mit dem Kern der Sache auseinanderzusetzen.

Wenn wir das öffentliche Interesse, unsere Städte und die Natur verteidigen, müssen unsere Argumente auf Wissenschaft und Vernunft basieren. Wenn wir das öffentliche Interesse in der richtigen Sprache vermitteln können, wird es für unsere Bürger einfacher, das Thema zu verstehen und sich nicht von Demagogie täuschen zu lassen.

Die Erklärungen der Muhtar von Caferağa, Hanife Dağıstanlı, zu diesem Thema können Sie unter den folgenden Adressen anhören:

https://open.spotify.com/episode/3NdrWBedRRrpDf10fXPf0f?si=iXs0iCTLTVmj65N7joP0Ig

https://apacikradyo.com.tr/podcast/acik-mimarlik/kadikoy-rihtim-dolgu-alaninda-guncel-durum