Soweit wir aus dem durchgesickerten privaten Gespräch des NTV-Korrespondenten Hüseyin Günay und aus der neutralen Presse erfahren haben, haben wir bei dem Türkei-USA-Besuch nichts von Amerika erhalten.
Ein ähnliches Fazit lässt sich auch aus der Rede ziehen, die Hakan Fidan vor der Presse gehalten hat.
Sicher, die F-35-Kampfjets wurden besprochen und auf den Tisch gelegt, und andererseits haben wir ziemlich teure Boeings gekauft und so weiter, aber auch das ist an Bedingungen geknüpft. Es ist konditional. Es heißt, die Bedingungen seien wie folgt:
1- Die Bewohner von Gaza sollen ihr Land aufgeben und in die Türkei migrieren.
2- Die Türkei soll aufhören, Gas aus Russland zu beziehen.
3- Es soll kein Handel mit China betrieben werden.
4- Es sollen Gelder nach Palästina überwiesen werden.
Das sind die Behauptungen. Und wenn diese Behauptungen wahr sind, dann gute Nacht. Das Treffen, das uns als „schöner Besuch“ verkauft wurde, könnte eine Katastrophe sein.
Warum sollte es das nicht sein?
Der Vertrag von Sèvres war zum Beispiel auch eine Katastrophe. Aber er wurde der Gesellschaft als „Frieden“ verkauft. Oder besser gesagt, der Öffentlichkeit untergejubelt. Möge dies nicht auch so enden. Oder das Waffenstillstandsabkommen von Mudros. Im November 1918 hieß es: „Der Krieg ist vorbei, der Frieden ist gekommen.“
Die Öffentlichkeit hat das geschluckt.
Sogar den britischen Feldmarschall Viscount Allenby, der 1917 Jerusalem besetzte und zwei Jahre später mit den Besatzungstruppen nach Istanbul kam, pries die regierungstreue Istanbuler Presse – die wir als Waffenstillstandspresse bezeichnen – als „Âli Nebi“ (den Erhabenen Propheten), stellen Sie sich das vor! Sie berichteten, wie sehr er das besetzte Istanbul mit seiner Anwesenheit beehrte.
Damals täuschten sie die gesamte Gesellschaft durch die regierungstreue Presse.
Möge das jetzt nicht wieder so sein.
Präsident Recep Tayyip Erdoğan beschreibt sein Treffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump als einen „Besuch, der so schön war, dass er durch den geworfenen Schmutz nicht beschmutzt werden kann“.
Aber was sind die Details dieses schönen Besuchs? Das wissen wir nicht. Die Erklärungen beschränken sich auf den Fokus Palästina-Gaza und allgemeine Ausdrücke.
Einem kommen alle möglichen Fragen in den Sinn.
Auf einen Journalisten, der nach den F-35 fragt, kann Präsident Erdoğan beispielsweise antworten: „Wie neugierig er doch ist. Wie neugierig. Ich bin nicht so neugierig wie du.“
Solche Antworten gibt man nur in Palastregimen. In demokratischen Regimen gibt man sie nicht. Man kann sie nicht geben.
Dort wird man sofort zur Rechenschaft gezogen.
Außerdem sind wir natürlich neugierig.
Denn das Geld, das für die F-35 ausgegeben wurde, ist das Geld des Volkes. Es kam aus der Tasche des Volkes. Das Volk wird natürlich fragen. Es muss fragen.
Wir kennen den Inhalt der Verträge, die vor 100 Jahren geschlossen wurden, Punkt für Punkt.
Aber heute wissen wir nicht, wer wo und zu welchem Zweck unterschreibt und aus welchen Artikeln die Verträge bestehen.
Wenn man sich die beschriebenen und behaupteten Abkommen mit den USA ansieht, ist die Lage ernst. Ich werde das Kapitulation nennen, aber es ist noch schwerwiegender als eine Kapitulation.
Was wir Kapitulation nennen, ist ein wirtschaftliches Privileg, das ein Staat anderen Staaten gewährt. Aber hier gibt es sowohl Privilegien als auch Druck. Zum Beispiel gibt es eine Importbefreiung bei Landwirtschaft und Lebensmitteln. Es ist von Steuersenkungen die Rede. Andererseits gibt es ein Flüssiggasabkommen, das Amerika große Privilegien einräumt. Dabei kann man dasselbe Gas im Iran zu einem Drittel des Preises beziehen. Das bedeutet, dass Amerika ein besonderes Vorrecht und Privileg eingeräumt wird. Bis hierhin können wir es also Kapitulation nennen.
Aber was danach kommt, geht über eine Kapitulation hinaus. Denn es heißt, Trump habe der türkischen Delegation die Auflage gemacht, kein Gas aus Russland zu beziehen und keinen Handel mit China zu treiben.
Das ist unfassbar.
Vergessen Sie nicht.
Die Kapitulationen haben das Osmanische Reich in den Ruin getrieben.
Sie wurden jedoch nach dem türkischen Befreiungskrieg und nach dem Blut von Zehntausenden Märtyrern durch den Vertrag von Lausanne abgeschafft.
Und jetzt auch noch für Amerika?
Um Himmels willen, nein.
Mögen die Kapitulationen, die das Osmanische Reich zu Fall brachten, nicht auch die Türkei zu Fall bringen...
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