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Diejenigen, die im Ausland links und in der Türkei rechts sind

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Als 1950 die Entsendung türkischer Soldaten nach Korea zur Debatte stand, stellten sich die Sozialisten und Kommunisten des Landes dagegen. Die Friedensgesellschaft (Barışseverler Cemiyeti) agierte offen und sandte Telegramme an das Parlament. Sie nahm eine antiimperialistische Haltung ein und wies auf den amerikanischen Druck hin.

Im Gegensatz dazu stellten sich die nationalistischen Vereine der damaligen Zeit und die rechte Politik im Allgemeinen auf die Seite der Regierung der Demokratischen Partei. Sie unterstützten die Entsendung von Soldaten nach Korea. Der damalige Leiter des Amtes für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) versuchte dieser Politik sogar eine religiöse Legitimität zu verleihen, indem er erklärte, dass die in diesem Krieg fallenden Soldaten Märtyrer seien.

Schließlich wurden Tausende Soldaten nach Korea geschickt. Hunderte verloren tausende Kilometer entfernt ihr Leben, Dutzende Soldaten blieben vermisst. Der Boden Koreas füllte sich mit den Gräbern der Soldaten aus der Türkei.

Was aber geschah mit denjenigen, die Einspruch erhoben?

Die Kommunisten wurden erneut als Verräter gebrandmarkt. Sie wurden ausgegrenzt. Ihre Vereine wurden geschlossen, ihre Gründer verhaftet.

Kommen wir zur Gegenwart.

Der Iran steht heute unter dem Beschuss von Angriffen der USA und Israels. Spanien war eines der Länder, das sich diesen Angriffen entgegenstellte – nicht aufgrund einer Identitätszugehörigkeit, sondern aus einer Perspektive der Gerechtigkeit, Demokratie und des Gewissens.

Im Europäischen Parlament hielt die spanische Abgeordnete Irene Montero eine äußerst scharfe Rede und bezeichnete Donald Trump als den „Hitler des 21. Jahrhunderts“. Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bezog im Namen des Völkerrechts und der Menschlichkeit eine klare Position.

Diese Persönlichkeiten hatten eine Gemeinsamkeit: Sie waren alle Sozialisten.

Genau wie Behice Boran oder Adnan Cemgil, die sich vor Jahren gegen die Entsendung von Soldaten nach Korea stellten.

Millionen von rechten und nationalistischen Menschen, die heute in der Türkei leben, schätzen diese Haltung Spaniens und applaudieren diesem Verhalten. Dabei erklärten die historischen Vorläufer derselben Gesinnung diejenigen, die sich gegen die Entsendung von Soldaten nach Korea stellten, zu Verrätern.

Dies ist nicht nur eine historische Ironie. Es ist zugleich ein eindrucksvolles Bild, das die intellektuelle Sackgasse einer bestimmten Geisteshaltung aufzeigt.

Diese Geisteshaltung stellt sich nicht ihrer eigenen Vergangenheit.

Sie übt keine Selbstkritik.

Sie zieht keine Lehren aus dem Geschehenen.

Sie betrachtet das Leben auf der Grundlage von Identität; Klasse, Werte und Prinzipien werden in den Hintergrund gedrängt.

Deshalb entsteht ein seltsamer Widerspruch:

Dieselben Menschen, die nach Europa auswandern, verteidigen dort den Sozialstaat, unterstützen die Rechte von Migranten, halten Abstand zu nationalistischen Parteien und wählen linke Parteien. Doch wenn sie in die Türkei zurückkehren, unterstützen sie wieder rechte Parteien.

Denn identitätszentrierte Politik erzeugt eine intellektuelle Blindheit.

Wo Politik von Religion, Rasse und Zugehörigkeit bestimmt wird, zieht sich das Denken zurück; an die Stelle des Hinterfragens tritt die Parteinahme. Politische Haltungen sind nicht mehr das Produkt von Verstand und Arbeit, sondern verwandeln sich in den automatischen Reflex des kulturellen Erbes.

Der Geist richtet sich in der Komfortzone ein.

Das Hinterfragen endet.

An die Stelle des intellektuellen Willens treten drittklassige Slogans.

Dabei ist die Wahrheit für diejenigen, die sehen wollen, viel klarer.

Selbst in Israel führt die Kommunistische Partei Israels seit Jahren eine scharfe Opposition gegen die Regierung Netanjahu und kritisiert die Besatzungspolitik offen.

Eine ähnliche Situation zeigt sich in Amerika durch die Kommunistische Partei der USA.

Diese einfache Wahrheit zeigt uns:

Das Problem liegt nicht bei den Völkern, sondern bei den rechten, imperialen und besatzungsorientierten Geisteshaltungen, die sie regieren.

Und diese Geisteshaltung funktioniert überall auf der Welt auf ähnliche Weise.

Was bekämpft werden muss, sind nicht Namen, sondern Geisteshaltungen.

Nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland.

Man muss überall dieselbe oppositionelle Haltung gegen Rassismus, gegen diejenigen, die sich von der Ausbeutungspolitik nähren, und gegen die Handlanger des Imperialismus zeigen.

Doch leider besteht die Menschheit diese Prüfung meist nicht.

Sie wird zur Gefangenen ihrer Identität.

Sie schaut nicht auf die Tat, sondern auf den Täter.

Sie urteilt nicht nach Prinzipien, sondern nach Nähe.

Sie konzentriert sich nicht auf den Krieg selbst, sondern auf die Hand, die die Waffe hält.

Sie hinterfragt nicht die imperiale kapitalistische Ordnung; sie erhebt ihre Stimme nur, wenn ihre eigenen Interessen geschädigt werden.

Und genau deshalb wächst das Feuer.

Denn solange Menschen sich entscheiden, der Identität statt der Gerechtigkeit treu zu bleiben, wird diese Welt noch mehr Kriege sehen.

Es werden noch mehr Gräber ausgehoben werden.

Und noch mehr Menschen werden weiterhin Kriege beklatschen, in denen die Kinder anderer Leute sterben.

Habe ich nicht recht?

Während die Welt brennt, diskutieren die Menschen immer noch nicht darüber, wer das Feuer hält, sondern wer das Streichholz hält? 

Wie soll dieses Feuer dann jemals gelöscht werden!