Özgür Özel tut nichts unversucht, um den historischen Sieg der CHP vom 31. März in eine Niederlage zu verwandeln.
Nach dem Parteitag, auf dem er Kılıçdaroğlu besiegte, zehrt er den Vertrauensvorschuss, den ihm die Menschen im Land entgegengebracht haben, in rasantem Tempo auf.
Doch dessen ist er sich kaum bewusst.
Er muss sich wohl auf dem Gipfel des Berges Kaf wähnen.
Er lebt förmlich in einer Traumwelt.
Während er die Sensibilitäten, Sorgen und sogar den Unmut der Wähler ignoriert, erleben wir täglich, wie er sich immer weiter von der Realität entfernt.
Angeblich unterstütze die Wählerschaft die Politik der „Normalisierung“.
Entweder geht er nie unter die Leute, oder die Schar der Ja-Sager in seinem Umfeld füttert ihn mit falschen Informationen und stachelt ihn massiv an.
Würde er nur einmal durch die Straßen gehen, würde er sehen, dass die Menschen im Land, insbesondere jene, die am 31. März für die CHP gestimmt haben, vor Wut schäumen.
Offensichtlich passt ihm das nicht in den Kram.
Wir wissen nicht, auf welche Studie er sich bei diesem Schluss stützt, aber alle aktuellen Umfragen zeigen, dass die Stimmen für die CHP rapide schmelzen.
Zum Beispiel widerlegt die PİAR-Studie vom Oktober 2024 Özgür Özel.
Diejenigen, die am 31. März für die CHP gestimmt haben, wurden gefragt: „Unterstützen Sie die Politik der Normalisierung?“ 65,9 Prozent der Teilnehmer antworteten mit „Nein“.
Der Anteil der Befürworter lag lediglich bei 27,5 Prozent.
Der Anteil derjenigen, die seine Leistung als Parteivorsitzender als „erfolgreich“ bewerten, liegt bei nur 12,5 Prozent, während 63,4 Prozent ihn als „erfolglos“ bezeichnen.
Was denkt die CHP-Wählerschaft also darüber, dass Özgür Özel Tayyip im Parlament stehend begrüßt hat?
Nur einer von zehn Befragten äußerte sich „positiv“. Drei Viertel hingegen bewerteten dies „negativ“.
Auch in Untersuchungen zur Frage „Wen würden Sie wählen, wenn morgen Wahlen wären?“ zeigt sich, dass die CHP auf den zweiten Platz zurückgefallen ist.
Sogar nach der Umverteilung der Unentschlossenen liegt die AKP vier Punkte vorn.
Obwohl sich die Umstände für ihn persönlich als äußerst ungünstig erweisen, wetterte und tobte er gegen diejenigen, die seine unterwürfige Haltung gegenüber Tayyip, seine Bemühungen um eine Annäherung an die Regierung und zuletzt das Aufstehen bei dessen Ankunft im Parlament kritisierten.
Als wäre er nicht derselbe, der 2018, nachdem Tayyip zum Präsidenten gewählt worden war, verkündete, man werde bei der Vereidigung im Parlament nicht aufstehen, und sagte: „Dass sich die Justiz und die Legislative vor der Exekutive erheben, widerspricht der Gewaltenteilung. Wir stehen nicht vor einem Parteivorsitzenden auf, der seine Neutralität als Präsident verloren hat.“ Gestern trat er wieder auf und gab eine geradezu absurde Erklärung ab, als wolle er den Verstand der Menschen im Land verspotten:
„Wir sind nicht für Herrn Erdoğan persönlich aufgestanden, sondern aus Respekt vor dem Amt des Präsidenten und den Wählern, die ihn gewählt haben. Ich bereue das nicht im Geringsten.“
Mit diesen Sätzen hat er sich ordentlich in die Nesseln gesetzt und danach nicht versäumt, dem Ganzen die Krone aufzusetzen, indem er sagte: „Wenn wir verlieren, verliere ich. Ich werde den Preis zahlen, ich werde die Rechnung begleichen.“
Egal, von welcher Seite man diese Erklärungen betrachtet, sie halten keiner Prüfung stand.
Es ist kaum zu glauben, aber er hält die Gründungspartei der Republik für den Bauernhof seines Vaters.
Sollte die CHP bei der nächsten Wahl eine Niederlage erleiden, ist er nicht der Einzige, der verliert; wobei ohnehin fraglich ist, wie viel er selbst zu verlieren hat!
Selbst wenn er nach der Wahl seinen Stuhl räumen sollte, wird er zuvor seinen eigenen Namen auf den ersten Platz der Abgeordnetenliste setzen, sodass er ohnehin wieder ins Parlament einziehen und sein üppiges Abgeordnetengehalt weiter beziehen wird.
Das heißt, er wird seinen heutigen Komfort mehr oder weniger beibehalten.
Nehmen wir an, er schaltet İmamoğlu und Yavaş aus, wird Präsidentschaftskandidat und verliert. Dann wird er im schlimmsten Fall nach Manisa zurückkehren, sein weißes Hemd anziehen und in seiner Apotheke weiterhin Aspirin verkaufen, um von dem Vermögen zu leben, das er sich während seiner Zeit als Abgeordneter in Ankara angehäuft hat.
Der Leidtragende werden wieder wir sein.
Sprechen wir es offen aus: In einem solchen Fall ist die Türkei die eigentliche Verliererin, sind es unsere zig Millionen Menschen, die aufgrund der aktuellen Regierung mit Hunger und Armut kämpfen und sich nur darum sorgen, wie sie satt werden.
Also nicht Özgür Özel.
Unterstreichen wir das dick.
Wenn die heutige Mentalität auch die nächste Wahl gewinnt, muss man kein Wahrsager sein, um zu sehen, dass von unserem Land in seiner jetzigen Form nichts mehr übrig bleiben wird.
Die Türkei wird zu einem Land werden, das in der Dunkelheit des Mittelalters versinkt, in dem die Unwissenheit bis in die Knochen eingedrungen ist, in dem Frauen und Kinder hemmungslos ermordet werden und das von einer islamistischen Oligarchie rücksichtslos ausgebeutet wird.
Bevor wir den Artikel abschließen, weisen wir noch auf die Bauernschläue von Özgür Özel hin. Denn hinter seinem heutigen, so hemmungslosen Handeln steckt der Erfolg, den er durch diese Bauernschläue erzielt hat.
Hätte er vor dem Parteitag gesagt: „Wenn ich Parteivorsitzender werde, werde ich vor Tayyip strammstehen“, oder hätte er während des Kommunalwahlkampfs Propaganda im Sinne von „Wenn die CHP stärkste Partei wird, werde ich mich der Regierung annähern“ gemacht, wäre er dann wohl erfolgreich gewesen?
Die Wähler haben für ihn gestimmt, weil sie dachten, er würde die Regierung energisch bekämpfen.
Erinnern Sie sich, wie er im Parlament Hulusi Akar vermeintlich eine Ansage gemacht hatte? Die Menschen im Land dachten: „Wenn er das mit Hulusi macht, wird er auch der Regierung die Meinung sagen“, und drückten den Stempel auf die CHP.
Doch das Ergebnis ist offensichtlich.
Özgür Özel und die Ja-Sager in seinem engen Umfeld werden, egal was sie jetzt noch tun, in den Geschichtsbüchern als die unfähigsten Politiker in die Geschichte der CHP eingehen – damit setzen wir den Schlusspunkt unter unseren Artikel.
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