Die Türkei führt seit vielen Jahren einen Kampf gegen drei Terrororganisationen, die allesamt – allen voran durch die USA – offen vom Imperialismus unterstützt werden. Dabei handelt es sich um die PKK, die FETÖ und den IS. Alle drei stehen unter der Führung des Imperialismus und sind in vollem Umfang für den Einfluss ausländischer Geheimdienste offen. Sie richten sich gegen die Unabhängigkeit, die Integrität, die Souveränität, die politische Einheit und das Regime der Türkei und stehen im Dienste imperialistischer Mächte. Auch wenn es zwischen diesen drei Terrororganisationen gewisse politisch-ideologische Unterschiede geben mag, liegen ihre Fäden in den Händen imperialistischer Zentren.
Um das Ausmaß der terroristischen Angriffe auf die Türkei besser zu begreifen, muss man in die Vergangenheit blicken, die Orientalische Frage (Doğu Sorunu) verstehen und niemals vergessen, dass der Imperialismus den Befreiungskrieg und die darauf folgende Republik niemals akzeptieren konnte.
Wir wissen, dass die Orientalische Frage ein Begriff ist, der im 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Schicksal des Osmanischen Reiches verwendet wurde. Die Großmächte, die sich in jener Zeit am stärksten für das Osmanische Reich interessierten, waren Russland, Großbritannien, Frankreich und das Österreichisch-Ungarische Kaiserreich. Nach 1871 kamen zu diesen Staaten noch Deutschland und Italien hinzu.
Es muss darauf hingewiesen werden, dass die europäischen Diplomatiemethoden, das Diplomatieverständnis und die diplomatischen Institutionen, die das Osmanische Reich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Verzögerung zu nutzen begann, nicht nur durch interne Dynamiken, sondern auch durch den Druck externer Dynamiken übernommen wurden. Mit Schritten wie dem Edikt von Gülhane (Tanzimat-Fermanı) von 1839, dem Reformedikt (Islahat Fermanı) von 1856 und der ersten Verfassung (Birinci Meşrutiyet) von 1876 strebte das Osmanische Reich danach, eine europäische Ordnung, eine konstitutionelle Monarchie und eine rechtliche Grundlage zu schaffen. Dabei verfolgte das Reich vor allem zwei grundlegende Ziele: Erstens, die Fehlentwicklungen im Land zu beenden, eine osmanische Nation zu schaffen, die Zersplitterung zu verhindern und wieder an Stärke zu gewinnen. Zweitens, als gleichberechtigtes Mitglied des europäischen Staatensystems anerkannt zu werden.
Trotz all dieser Bemühungen konnte das Osmanische Reich mit den unternommenen Schritten nicht die erhofften Ergebnisse erzielen. Es konnte sich nicht vor Niederlagen, dem faktischen Abgleiten in einen halbkolonialen Status und letztlich vor der Besatzung, der Zersplitterung und dem Verschwinden von der historischen Bühne bewahren.
Kriegsniederlagen, Misswirtschaft, steigende Auslandsschulden, der große Einfluss der Großmächte auf den Staat, die Schwächung der zentralen Autorität, die Fäulnis in der Bürokratie sowie der zunehmende zentrale und feudale Druck auf die Bevölkerung schwächten den Staat weiter. Die unter den Arabern und den nicht-muslimischen Untertanen im Osmanischen Reich aufkommenden Nationalismusbewegungen und Unabhängigkeitsforderungen gewannen an Kraft. Die Idee des Osmanismus (İttihadı Osmanî), der Gedanke, alle Elemente ungeachtet ihrer religiösen, ethnischen oder konfessionellen Herkunft als osmanische Nation zu verschmelzen, schlug fehl. Einige gut gemeinte Schritte in diese Richtung fanden keine Resonanz. Dabei waren die osmanischen Herrscher in dieser Hinsicht durchaus aufrichtig. Es gab sogar Überlegungen zu äußerst radikalen Schritten. So dachte Mithat Pascha sogar darüber nach, neben dem Halbmond und dem Stern auf der osmanischen Flagge ein Kreuz hinzuzufügen, um die Loyalität der christlichen Untertanen zum Staat zu stärken. Neben all diesen Faktoren waren auch die objektiven Bedingungen gegen den Staat gerichtet.
Daher muss man sich in einem Prozess, in dem einerseits eine neue Verfassung und andererseits Schritte diskutiert werden, an die man selbst in früheren Öffnungsprozessen nicht gedacht hat, stets die niemals endenden Spiele des Imperialismus gegen die Türkei und den Traum von Sèvres, den er niemals aufgegeben hat, vor Augen halten.
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