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Was ist Außenpolitik und wie beeinflusst sie die Außenhandelspolitik?

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Außenpolitik ist kein gewöhnliches Feld. Sie wird nicht betrieben, um nur den Anschein zu wahren, um hier und da zu prahlen oder um die Wählerbasis in der Innenpolitik bei Laune zu halten. Es ist keine willkürliche oder beiläufige Angelegenheit. Sie erfordert Wissen, Erfahrung und Kompetenz. Sie erfordert Intelligenz, Talent und Geduld.

Das Ziel der Außenpolitik ist in erster Linie die Wahrung der nationalen Interessen und der nationalen Sicherheit. Um dies zu erreichen, stehen politische, wirtschaftliche und militärische Macht – kurzum die Machtelemente und die Kapazitäten des Staates – im Vordergrund. Die Bevölkerung, insbesondere eine gut ausgebildete und qualifizierte Bevölkerung, ein starkes nationales Bewusstsein, eine starke nationale Identität, eine industrialisierte und entwickelte Wirtschaft sowie eine solide Infrastruktur in Wissenschaft und Technologie sind von entscheidender Bedeutung.

Außenpolitik wird für den Frieden, den Wohlstand, die Sicherheit, das Glück und die Stabilität der Nation betrieben. Daher muss sie rational und realistisch sein. Eine idealistische, abenteuerliche, expansionistische, ehrgeizige, rachsüchtige oder aggressive Außenpolitik bringt keinen Nutzen, sondern Schaden. Rational und realistisch zu sein, die Grenzen der eigenen Macht zu kennen, ausgewogen, vorsichtig und besonnen zu handeln sowie eine friedliche Außenpolitik zu verfolgen, bedeutet nicht, wie manche behaupten, feige, zurückhaltend, schüchtern oder passiv zu sein.

In der Außenpolitik stehen, genau wie in der Innenpolitik, die Interessen an erster Stelle. In der Außenpolitik sind neben Ansehen, Konsistenz, Zuverlässigkeit und Vorhersehbarkeit auch Sanktionsmacht und Abschreckung unerlässlich. Andernfalls entsteht das Bild eines Staates, der viel redet, aber keine Durchsetzungskraft besitzt.

Die Außenhandelspolitik hingegen ist wirtschaftlich gesehen ebenso eng mit Produktion, Investitionen, Beschäftigung und Export verknüpft wie mit der Außenpolitik, der Geografie, konjunkturellen Entwicklungen sowie der Leistung anderer Staaten und konkurrierender Länder. Wenn über Außenhandel gesprochen wird, werden natürlich auch Zollpolitik, die Lage des Binnenmarktes, die Berücksichtigung einheimischer Produzenten, der Verbraucherschutz, Kosten, Steuerpolitik und viele weitere Faktoren diskutiert. All dies muss in einer Einheit, Harmonie und Ausgewogenheit stehen.

Die Außenhandelspolitik steht in direktem Zusammenhang mit den Bedürfnissen des Landes. Sie wird nicht aus Gefälligkeit betrieben. Sie dient nicht dazu, jemanden zu bereichern oder jemandem einen Gefallen zu tun. Sie wird für das Wohl der Nation betrieben. Außenhandel wird nicht betrieben, um die Beziehungen zu einem Land, mit dem wir gute Beziehungen pflegen, weiter zu verbessern oder um die Beziehungen zu einem Land, mit dem wir schlechte Beziehungen haben, in Ordnung zu bringen. Das Handelsvolumen um jeden Preis zu steigern, ist kein korrektes Ziel. Wenn ein solch falsches Ziel gesetzt wird, ist es unvermeidlich, wirtschaftlichen Schaden zu erleiden und mit einem hohen Leistungsbilanzdefizit sowie einem hohen Außenhandelsdefizit konfrontiert zu werden.

Betrachtet man das Spektrum und die Vielfalt der von der Türkei importierten Produkte, so zeigt sich, dass sowohl Konsumgüter als auch Investitionsgüter in großem Umfang importiert werden.

Es ist zudem falsch, Importe als Hebel in der Außenpolitik zu betrachten. Wenn wir beispielsweise Spannungen mit den USA haben, ist es keine erfolgreiche Wirtschafts- oder Außenhandelspolitik, Kampfflugzeuge aus diesem Land zu kaufen; wenn wir Probleme mit Deutschland haben, Autos aus diesem Land zu importieren oder wenn sich unsere Beziehungen zu Russland verschlechtern, die Getreide- oder Erdgasimporte aus diesem Land zu erhöhen.

Importe aus ihrem eigenen Kontext, ihren eigenen Prioritäten und ihrer eigenen Logik zu lösen, um die Beziehungen zu Ländern zu verbessern, mit denen wir im Streit liegen, führt letztlich sowohl zu einer Verschärfung der wirtschaftlichen Probleme als auch zu einer absurden Situation, in der man sich damit brüstet, Importrekorde zu brechen.

Auch den Export muss man mit wirtschaftlicher Logik betrachten. Das Ziel des Exports ist es, Waren und Dienstleistungen ins Ausland zu verkaufen und Einnahmen zu erzielen, und zwar in Devisen. Die auf diese Weise gewonnenen Devisen werden dann für Importe verwendet. Natürlich werden beim Export auch andere Ziele verfolgt. Es wird angestrebt, neue Märkte zu erschließen, sowohl staatliche als auch private Unternehmen dazu zu bringen, außerhalb des Binnenmarktes auf ausländischen Märkten wirksam zu sein und die Einnahmen des Landes zu steigern und zu diversifizieren. Auf diese Weise können die steigenden Einnahmen für neue Investitionen im Inland genutzt werden, was sich auf Produktion und Beschäftigung auswirkt. Wenn der Binnenmarkt gesättigt ist, hängt es zudem direkt von der wirtschaftlichen, industriellen und technologischen Dynamik sowie der Wettbewerbsfähigkeit des Landes ab, ob man auf dem ausländischen Markt Fuß fassen kann.

Kurz gesagt: Es ist falsch, Außenpolitik so zu konzipieren, dass sie für die Innenpolitik genutzt wird oder um die Wählerbasis zu festigen. Es ist falsch, außenpolitische Themen für innenpolitische Polemiken zu instrumentalisieren. Es ist falsch, Außenhandel für außenpolitische Zwecke zu betreiben.

Außenhandel kann ein Instrument der Außenpolitik sein, aber Außenhandel wird nicht ausschließlich für außenpolitische Zwecke betrieben. In der Außenpolitik kann man sich des Außenhandels bedienen, aber Außenpolitik ist keine Tätigkeit, die nur dazu dient, den Außenhandel zu fördern.