Im Iran-USA&Israel-Krieg, der mit dem Waffenstillstand vom 8. April in seinen 39. Tag geht, ist das klassische Regime der freien Durchfahrt in der Straße von Hormus faktisch zusammengebrochen. Die heute entstandene Struktur ist ein Modell der selektiven Durchfahrt, das zwischen Friedensrecht und Kriegsrecht gefangen ist, und diese Situation erzeugt einen Bruch nicht nur für das regionale, sondern auch für das globale System.
Die Störung in dieser Arterie, durch die täglich etwa 20 Millionen Barrel Öl fließen, hat Kettenreaktionen von der Energieversorgung bis zur Produktion ausgelöst und die Annahme, dass Meerengen unter allen Umständen offen seien, faktisch außer Kraft gesetzt.
Die Frage ist nicht mehr, ob eine Durchfahrt stattfindet, sondern nach welchen Regeln und unter wessen Kontrolle sie erfolgt. Die vom Iran nach dem Waffenstillstand angekündigte neue Verkehrsordnung institutionalisiert die militärische Kontrolle unter dem Namen der maritimen Raumplanung und verwandelt die Meerenge faktisch in eine Sicherheitszone.
Obwohl diese Struktur im Krieg legitim sein mag, ist sie im Frieden nicht nachhaltig. Die Lösung besteht darin, ein Montreux-ähnliches Regime für Friedenszeiten auf Hormus zu übertragen. Denn das Beispiel der türkischen Meerengen hat bewiesen, dass nicht unbegrenzte Freiheit, sondern geregelte Freiheit Stabilität bringt.
Durch Beschränkungen bei Tonnage, Schiffstyp und Dauer sollte die militärische Aufrüstung durch Akteure außerhalb der Region unter Kontrolle gebracht werden, und der Iran sowie Oman sollten die Sicherheit auf der Grundlage einer gemeinsamen Eigentümerschaft gewährleisten.
Die vor Ort auftretenden faktischen Praktiken zeigen, dass die Durchfahrten nun mit Sicherheitsaufschlägen und sogar mit Zahlungssystemen außerhalb des Dollars abgewickelt werden, was Hormus gleichzeitig zu einem Schauplatz des Wettbewerbs der Finanzsysteme macht.
Dieses Modell wird jedoch langfristig auf internationalen Widerstand stoßen: Daher ist der rationalste Weg ein multilaterales Regime, das Sicherheit und wirtschaftliche Interessen in Einklang bringt.
Andernfalls wird die fragmentierte Struktur, die in Hormus begonnen hat, auch den globalen Seehandel fragmentieren.
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