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Albert Banduras sozial-kognitive Theorie

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Wir Menschen bauen unsere Persönlichkeiten und Überzeugungen auf einer Vielzahl von Faktoren auf; unter diesen spielt der soziale Einfluss eine bedeutende Rolle. Da wir soziale Wesen sind, strukturieren und gestalten wir unsere Wahrnehmungen, Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen durch Interaktionen innerhalb unserer sozialen Netzwerke. Daher ist es angebracht, die Vorstellung zu akzeptieren, dass unsere Umgebung das Beste aus uns herausholt. Die Gesellschaft hat einen großen Anteil daran, unsere Ideen und unser inneres Verständnis der Welt zu beeinflussen und zu formen. Dieses ständig erwähnte Konzept der Gesellschaft beginnt im Elternhaus und erstreckt sich bis hin zur gesamten globalen Gemeinschaft.

Die sozial-kognitive Theorie wurde in den 1980er Jahren von dem berühmten kanadischen Psychologen Albert Bandura entwickelt. Bandura ist ein Verhaltenspsychologe und wurde in der Psychologie durch das klassische Experiment bekannt, das als „Bobo-Doll-Experiment“ bezeichnet wird und dazu diente, das beobachtende Lernen bei Kindern zu verstehen. Dieses Experiment gilt als das Prinzip, das vielen späteren wichtigen Erkenntnissen im Bereich der Psychologie zugrunde liegt.

Die sozial-kognitive Theorie, die früher als Theorie des sozialen Lernens bezeichnet wurde, postuliert, dass Menschen Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen erwerben, indem sie Ereignisse in ihrer Umwelt beobachten und indirekt daraus lernen. Im Gegensatz zu anderen Theorien, die einseitig sind, nimmt die sozial-kognitive Theorie eine wechselseitige Perspektive ein, um menschliches Verhalten zu verstehen. Ein Kind gewinnt beispielsweise eine bestimmte Sicht auf die Welt, indem es die Menschen in seiner Umgebung und die Art der stattfindenden Interaktionen beobachtet.

Menschen besitzen die Kraft, die Ergebnisse zu erzielen, die sie erreichen wollen. Diese Theorie versucht daher zu behaupten, dass Menschen sowohl Individuen mit persönlicher Kompetenz sind als auch Wesen, die äußeren Einflüssen ausgesetzt sind.

Diese Theorie nimmt eine triadische wechselseitige Kausalität an, bei der persönliche Faktoren, verhaltensbezogene Faktoren und Umweltfaktoren ständig miteinander interagieren. Persönliche Faktoren umfassen das Wissen, die Erwartungen und die Einstellungen, die man gegenüber einem Verhalten hat.

Während verhaltensbezogene Faktoren Fähigkeiten, Selbstwirksamkeit und Anwendung bezeichnen, umfassen Umweltfaktoren soziale Normen, Zugang und den Einfluss auf andere.

Laut Bandura verfügen Menschen über vier grundlegende Fähigkeiten:

1. Symbolisierungsfähigkeit: Dies drückt aus, dass Menschen nicht nur aus direkten Erfahrungen lernen können, sondern auch aus den Erfahrungen der Menschen in ihrem Umfeld. Zum Beispiel ist es vorzuziehen, von einer erfahrenen Person zu lernen, worauf man bei der Arbeit achten und was man vermeiden sollte, anstatt einen Schritt zu wagen, der rein auf Zufall basiert. 

2. Selbstregulationsfähigkeit: Dieser Aspekt legt nahe, dass Menschen als fähige und selbstregulierende Individuen betrachtet werden. Sie sind nicht nur wissend, sondern auch handlungsorientierte Individuen.

3. Selbstreaktionsfähigkeit: Die sozial-kognitive Theorie geht davon aus, dass Menschen mit der Fähigkeit ausgestattet sind, auf sich selbst zu achten, metakognitiv (Metakognition bedeutet kurz definiert, dass eine Person sich ihrer eigenen Denkprozesse bewusst ist und diese kontrollieren kann) über sich selbst zu reflektieren und sich selbst zu bewerten.

4. Stellvertretende Fähigkeit: Die Tendenz der Menschen, ihre Umwelt zu beobachten und zu lernen, wird als stellvertretende Fähigkeit bezeichnet. Ohne diese Fähigkeit wäre die menschliche Evolution zu einem großen Kampf geworden.

Das klassische Bobo-Doll-Experiment

Albert Bandura führte ein klassisches Experiment durch, um zu erklären, wie Lernen durch Beobachtung stattfindet. In diesem Experiment teilte er eine Gruppe von Kindern in drei Gruppen ein; zwei Experimentalgruppen und eine Kontrollgruppe.

Den Teilnehmern einer Experimentalgruppe wurde ein Video gezeigt, in dem eine Person eine Bobo-Puppe aggressiv schlug. Der anderen Experimentalgruppe wurde ein Video gezeigt, in dem eine Person sanft und freundlich mit der Bobo-Puppe spielte. Der Kontrollgruppe wurde kein Video gezeigt.

Anschließend wurden die Teilnehmer in einen Raum mit der Bobo-Puppe geschickt und die Forscher beobachteten sie durch einen Einwegspiegel. Wie von den Forschern vorhergesagt, spielten die Teilnehmer, die das aggressive Video gesehen hatten, aggressiver mit der Puppe als die Gruppe, die das nicht-aggressive Video gesehen hatte, und die Kontrollgruppe.

Als Ergebnis dieses Experiments kam Bandura zu dem Schluss, dass Verhaltensweisen auch durch soziale Modelle beeinflusst werden können, die zu diesen Verhaltensweisen inspirieren.

Ausgehend von Banduras Experiment können wir sagen, dass die Medien und insbesondere die digitalen Medien einen bedeutenden Einfluss auf die Gestaltung unseres Verhaltens und des Verhaltens unserer Kinder haben. Kinder werden von Gewaltszenen in Fernsehserien beeinflusst und könnten versuchen, diese bei anderen Gleichaltrigen in der Schule anzuwenden. Es entsteht die Situation des Mobbings unter Gleichaltrigen. Jugendliche, die Influencern in den sozialen Medien nacheifern, könnten auf ungesunde Methoden zurückgreifen, um verschiedene Abnehmmethoden oder Make-up-Anwendungen umzusetzen. Dass Familien in dieser Hinsicht bewusst handeln, ist unter den heutigen Bedingungen sehr wichtig geworden.