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Ethische Probleme bei Internetforschungen und Lösungsvorschläge

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Heutzutage wird ein bedeutender Teil der Forschung über Menschen und Ereignisse durch die Datenerhebung im Internet durchgeführt. Internetforschung ist ein Arbeitsfeld, in dem das Internet sowohl als soziales Phänomen als auch als Werkzeug und Forschungsgegenstand genutzt wird. Forscher stoßen je nachdem, welche Rolle das Internet in ihren Untersuchungen spielt oder wie es konzeptualisiert wird, auf unterschiedliche methodische, logistische und ethische Probleme. Ursprünglich wurde das „Internet“ als ein Netzwerk definiert, das den dezentralen Informationsaustausch zwischen Computern ermöglichte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dieser Begriff jedoch zu einem breiten Dachbegriff, der viele Technologien, Geräte, Nutzungsformen und soziale Räume umfasst.

Andererseits basiert Forschungsethik auf grundlegenden Prinzipien wie der Achtung der Menschenwürde, der Autonomie, der Sicherheit und der Rechte. Diese Prinzipien sind in internationalen Dokumenten und Erklärungen verankert (z. B. UN-Menschenrechtserklärung, Nürnberger Kodex). Diese ethischen Regeln, die ursprünglich im medizinischen Bereich angewendet wurden, wurden im Laufe der Zeit auf andere Disziplinen und Forschungsmethoden übertragen. In jeder Phase der Forschung werden ethische Bewertungen vorgenommen. Wir können diese Bewertungen im Wesentlichen in vier Kategorien unterteilen: 

1. Verletzlichkeit und Schutz: Je verletzlicher die Forschungsteilnehmer oder die Gemeinschaft sind, desto größer sollte die Verantwortung des Forschers sein, sie zu schützen.

2. Kontext des Schadens: Das Konzept des Schadens variiert je nach Kontext und sollte nicht anhand eines universellen Standards, sondern durch kontextspezifische praktische Urteile bewertet werden (Aristoteles' Konzept der „Phronesis“).

3. Digitale Daten und menschliche Beziehung: Digitale Informationen sind an einem Punkt immer mit Individuen verknüpft. Daher sollten auch Studien, die keine personenbezogenen Daten enthalten, im Rahmen der ethischen Regeln für menschliche Teilnehmer behandelt werden.

4. Gleichgewicht zwischen Rechten und Forschung: Forscher müssen ein Gleichgewicht zwischen den Rechten der Teilnehmer und dem Nutzen der Forschung für die Gesellschaft herstellen. In manchen Fällen können die Rechte der Teilnehmer jedoch Vorrang vor dem Nutzen der Forschung haben.

Ethische Probleme können in jeder Phase des Forschungsprozesses auftreten; daher sollten Forscher ethische Entscheidungen treffen, indem sie Kollegen, Ethikkommissionen, Personen mit Kontextwissen und die geltenden Gesetze konsultieren. Wir denken oft, dass wir das Thema Ethik erledigt haben, nachdem wir zu Beginn der Forschung einen Bericht der Ethikkommission erhalten haben, aber der Punkt, der hier beachtet werden muss, ist, dass ethische Entscheidungen nicht in einer einzigen Phase, sondern in jeder Phase – einschließlich der Planung, Durchführung, Analyse und der Weitergabe der Ergebnisse – erneut überprüft werden müssen. 

Forschungen im Internet befassen sich meist mit den Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen von Menschen. Aus diesem Grund ist der Begriff „menschliches Subjekt“, den wir in der Forschung häufig hören, ein umstrittener Begriff geblieben, da er in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen unterschiedlich bewertet wird. Viele Regulierungsbehörden haben unterschiedliche Prüfungsstufen für Ethikkommissionen geschaffen, die auf der Idee basieren, dass einige Forschungen von der Prüfung ausgenommen werden oder nur eine begrenzte Prüfung erfordern. Doch leider passt der Begriff „menschliches Subjekt“ nicht gut zur Beschreibung internetbasierter Forschungsumgebungen. Forscher, die im Bereich der Ethik arbeiten, argumentieren, dass der Begriff „menschliches Subjekt“ durch andere Begriffe wie „Schaden“, „Verletzlichkeit“ oder „personenbezogene Informationen“ ersetzt werden sollte. 

Denn Definitionen und Erwartungen an individuelle und kulturelle Privatsphäre sind vage, umstritten und veränderlich. In den Medien ist das Wichtigste für die Menschen die Gewährleistung eines angemessenen Informationsflusses. Heutzutage ist der Dateninhalt in den Vordergrund gerückt und wichtiger geworden als der Mensch selbst. Das Internet hat das Konzept der Persönlichkeit verkompliziert. „Dank“ fortschrittlicher statistischer Modellierungen kann die Anonymisierung persönlicher Informationen in Datensätzen nicht verhindern, dass Individuen identifizierbar bleiben. Forscher müssen ethische Prinzipien und gesetzliche Anforderungen mit kontextspezifischen Modellen in Einklang bringen. Es muss ein Gleichgewicht zwischen den vorhersehbaren ethischen Ergebnissen und den ethischen Problemen, die während des Forschungsprozesses auftreten, hergestellt werden. Forscher müssen bestimmen, wie sie kontextuelle Anforderungen mit disziplinären, institutionellen, rechtlichen, kulturellen oder anderen Einschränkungen in Einklang bringen können.

Solange dies nicht geschieht, ist es unvermeidlich, dass die persönlichen Daten von Menschen im Internet weiterhin ausgebeutet werden.